Lili Baruch

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Auguste Lilly Marga Baruch (geb. 5. Januar 1895 in Berlin; gest. 23. April 1966 in Zürich) war eine deutsche Fotografin, die in den 1920er Jahren in Berlin arbeitete und lebte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porträt Alfred Flechtheim
Atelier Lili Baruch, 1928
Fotografie
Königliche Bibliothek, Kopenhagen

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Auguste Lilly Marga Baruch wurde als Tochter des Kaufmanns Oskar Baruch und der Helene, eine geborene Loewy, wohnhaft in der Oranienburger Straße 69, geboren.[1] Um 1919 heiratete sie Peter Salomon Altschul, somit der Name Altschul-Baruch.

Als Inhaberin des Ateliers Lili Baruch in Berlin, Kurfürstendamm 201, fotografierte sie mit einer Leica die Schauspieler und Tänzerinnen der Goldenen Zwanziger Jahre, darunter den Stummfilmstar Ernst Hofmann und Lisa Weise, die Bildhauerin Renée Sintenis und ihre plastischen Werke und den Kunsthändler Alfred Flechtheim. Valeska Gert und Tatjana Barbakoff tanzten nicht nur für das Theaterpublikum, sondern auch für Fotografinnen und Fotografen wie Lili Baruch.

Zwischen 1925 und 1931 arbeitete Baruch für unterschiedliche Berliner Magazine. In der Zeitschrift Uhu enthaltene Fotos sind: Schauspielerin Kitty Aschenbach (1925); Rhythmische Gymnastik nach Dr. Bode, Mensendieck und Loheland (1925); Tänzerin und Schauspielerin Niddy Impekoven (1926); Schauspielerin Sascha Gura (1927); Boxer Max Schmeling (1927); Boxer Enzo Fiermonte, Schauspielerin Alexa von Porembsky und Jessie Vihrog (1928).[2]

Hans Robertson war noch Ende 1927 mit Lili Baruch gemeinsamer Inhaber des auf Tanz spezialisierten Berliner Ateliers Baruch (ohne Vorname) am Kurfürstendamm 201. Lili Baruch war damit am Puls der Zeit und in der Nachbarschaft anderer angesagter (großteils wie sie jüdische) Fotografinnen, die sich alle am östlichen Ende des Kurfürstendamms niedergelassen hatten: Frieda Riess war am Kudamm 14–15, Steffi Brandl auf Nr. 211, Suse Byk auf Nr. 230, Alexander Binder auf Nr. 225, die avantgardistischste unter den deutschen Modefotografinnen, Yva, um die Ecke in der Bleibtreustrasse 17 und Lotte und Ruth Jacobi in der Joachimsthaler Straße 5, später Kurfürstendamm 216.

In den Magazinen Das Leben,[3] Revue des Monats[4] und Tempo – Magazin für Fortschritt und Kultur[5] erhielt Baruch 1927 Aufträge zu Schwarz und Weiß, welche sich insbesondere auf die abgrenzbaren Merkmal der Hautfarbe, der neuen Modeerscheinung des Jazz in Deutschland, den damit einhergehenden neuen Tanzformen Black Bottom und Charleston, so wie den Berliner Negerrevuen, Mitte der 1920er Jahre bezog.[6]

Von 1929 bis 1931 hatte Baruch ihr Fotoatelier in der Bismarckstraße 103/104, im 4. Stock.[7] In dem Berliner Ullstein Funkblatt mit Programm Sieben Tage (1931 bis 1939) in der Nr. 25 wurde 1931 das Bild Jazz Musician playing Tuba veröffentlicht.[8] Im März 1932 erschien in der Berliner Morgenpost noch ein Bild des Schauspielers und Theaterregisseurs Heinz Hilpert.[9]

Vermutlich wegen ihrer jüdischen Abstammung sah sie sich gezwungen Anfang der 1930er Jahre mit Ehemann und Tochter Miriam (geb. 1922 in Berlin) in die Schweiz zu emigrieren.

Det Kongelige Bibliotek in Kopenhagen besitzt den Nachlass von Hans Robertson. Darunter befindet sich auch Lili Baruchs’ Aufnahme von Alfred Flechtheim vor einem Werk von Fernand Léger.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2009: Tatjana Barbakoff, Eine vergessene Tänzerin in Bildern und Dokumenten, darunter Fotografien von Lili Baruch, Kulturbahnhof Eller, Düsseldorf

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Menschen der Zeit, Hundert und ein Lichtbildnis wesentlicher Männer und Frauen aus deutscher Gegenwart und jüngster Vergangenheit. Karl Robert Langewiesche Verlag, Königstein/Taunus & Leipzig 1930
  • Frieda Riess, Thomas Ehrsam: Die Riess, fotografisches Atelier und Salon in Berlin 1918–1932
  • Ernst Blass: Das Wesen der neuen Tanzkunst. Weimar 1921. S. 43
  • Dominic Janes: Back to the Future of the Body. 2007, ISBN 1-84718-162-7, S. 97–99, Foto Abbildung Verkehr
  • Prima la danza! Festschrift für Sibylle Dahms. ISBN 3-8260-2771-X, S. 386 u. 391
  • Kate Elswit: Watching Weimar Dance. Oxford University Press, 2014, ISBN 978-0-19-984481-4, Foto Abbildung S. 86
  • Hermann Aubel, Marianne Aubel: Die Blauen Bücher, Der Künstlerische Tanz unserer Zeit. Langewiesche, 2002, ISBN 3-7845-3450-3
  • Günter Goebbels: Ausstellungskatalog Tatjana Barbakoff, Eine vergessene Tänzerin in Bildern und Dokumenten, 2009. ISBN 3-931697-21-5

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kerstin Delang: Baruch, Lili, Künstler-Datensatz 90065244, Deutsche Fotothek, abgerufen am 14. Mai 2016
  2. Zeitschrift Uhu Listenansicht zu Lili Baruch
  3. Abbildung Black and White, Phot. Baruch, Das Leben, 4. Jahrgang, Nr. 12, Juni 1927
  4. Drei schwarze und - (Daisy, Jo und Florence). Revue des Monats, Berlin, Nr. 28, Juni 1927
  5. Einbruch der Neger in Europa. phot. Baruch, Berlin. In: Tempo – Magazin für Fortschritt und Kultur, Heft Nr. 2, Jahrgang 1927, S. 5 und 6
  6. Der Neger hat sein Kind gebissen ohohohoho, Maud des Forest in einer Negerrevue. phot. Baruch, Berlin. In: Tempo – Magazin für Fortschritt und Kultur, Heft Nr. 2, Jahrgang 1927, S. 3
  7. Baruch, Lili. In: Berliner Adreßbuch, 1930, Teil 1, S. 120. „Photoatelier, Charlottenbg., Bismarckstr. Nr. 103. 104 IV“.
  8. Jazz Musician playing Tuba - 1931- Photographer: Lili Baruch- Published by: 'Sieben Tage' 25/1931 Vintage property of ullstein bild
  9. Holpert, Heinz - Actor, Director, Intendant, Germany (* 1. März 1890) -+ 1932 - Photographer: Lili Baruch - Published by: 'Berliner Morgenpost' Vintage property of ullstein bild