Livia Leu Agosti

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Livia Leu Agosti (* 1961 in Zürich; heimatberechtigt in Zürich und Trun[1]) ist eine Schweizer Diplomatin. Von 2009 bis Mitte 2013 war sie Schweizer Botschafterin in Iran. Seit August 2013 ist sie Botschafterin im Staatssekretariat für Wirtschaft SECO.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1961 geborene Bündnerin[2] wuchs als Tochter von Hotelier Hans C. Leu (1930–2017)[3] in Arosa auf.[4][5] Nach Abschluss der Matura an der Kantonsschule Chur studierte sie in Zürich und Lausanne Rechtswissenschaft und schloss mit dem Lizentiat ab. Im Jahr 1989 trat sie in den Dienst des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) ein und wurde als Stagiaire in Bern, Paris und Genf eingesetzt. Ab Mai 1991 war sie an der Zentrale als diplomatische Mitarbeiterin bei der Sektion UNO/Internationale Organisationen der ehemaligen Direktion für Internationale Organisationen tätig. Agosti war ab 1994 beim UN-Hauptquartier in New York als Botschaftssekretärin zweiter Klasse tätig, wurde 1995 zur Botschaftssekretärin erster Klasse und 1998 zur Botschaftsrätin befördert.[1][2]

Mitte 1998 wurde Livia Leu Agosti nach Kairo als Botschaftsrätin und 1. Mitarbeiterin des Missionschefs versetzt. Vier Jahre später kehrte sie nach Bern in die Politische Abteilung II, Amerika zurück und nach einem einjährigen Erziehungsurlaub wurde sie stellvertretende Abteilungsleiterin der Politischen Abteilung II, Afrika/Naher Osten sowie Chefin des Verantwortungsbereichs Mittelmeer, Naher Osten und Iran der Politischen Direktion mit Ministertitel. Die Abteilung II, Afrika/Naher Osten leitete sie von 2006 bis 2009, seit Mitte 2006 trägt sie den Botschaftertitel.[1]

Im Januar 2009 übernahm Botschafterin Livia Leu Agosti als Nachfolgerin von Philippe Welti die Schweizerische Botschaft in Teheran, in dieser Funktion vertrat sie bis Anfang Juli 2013 auch die Interessen der USA im Iran.[1][6] Am 1. August 2013 übernahm sie als Botschafterin und als Delegierte des Bundesrates für Handelsverträge die Leitung des Leistungsbereichs Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen im Staatssekretariat für Wirtschaft SECO. Zugleich nahm sie damit Einsitz in die Geschäftsleitung des SECO sowie in die Geschäftsleitung der Direktion für Aussenwirtschaft des SECO.[6] Am 15. November 2013 wurde Leu Agosti zusammen mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Washington mit dem «Common Ground Award» ausgezeichnet und damit für ihre diplomatischen Bemühungen im Iran geehrt.[7]

Livia Leu Agosti ist mit einem Ameisenforscher verheiratet und Mutter von zwei Söhnen.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Ernennungen im EDA – 10.09.2008. In: Schweizerische Eidgenossenschaft. Abgerufen im 18. Mai 2012.
  2. a b «Ein Empfang bedeutet ja nicht, dass man einfach Champagner trinkt». In: NZZ. 7. September 2008, abgerufen im 18. Mai 2012 (PDF; 450 kB).
  3. Gastgeber Hans C. Leu ist gestorben. In: Neue Zürcher Zeitung vom 25. Januar 2017.
  4. Die erste Schweizer Botschafterin im Iran Abgerufen am 16. November 2013.
  5. «Frauen können besser zuhören» Abgerufen am 16. November 2013.
  6. a b Livia Leu Agosti wird Botschafterin im SECO. In: admin.ch vom 26. Juli 2013
  7. Amerikanischer Preis für Schweizer Botschafterin Abgerufen am 16. November 2013.
  8. Walter Niederberger: Die Schweizer Stimme der USA in Teheran. In: Tages-Anzeiger vom 10. Mai 2012
  9. Bettina Weber, Esther Girsberger: «Sie unterwarf sich dem Diktat, um ihren Einfluss geltend zu machen» In: Tages-Anzeiger vom 9. Juli 2013
VorgängerAmtNachfolger
Philippe WeltiSchweizer Botschafter im Iran
2009–2013
Giulio Haas