Loretta Goggi

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Loretta Goggi (* 29. September 1950 in Rom) ist eine italienische Sängerin, Fernsehmoderatorin und Schauspielerin. Bekannt wurde sie durch zahlreiche TV-Auftritte und -Moderationen sowie durch den Nummer-eins-Hit Maledetta primavera.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Loretta Goggi wurde von Radiomoderator Silvio Gigli entdeckt und gewann 1959 zusammen mit Nilla Pizzi den Radiowettbewerb Disco magico von Dino Verde. Noch im selben Jahr folgte ihre erste Filmrolle im Fernsehfilm Sotto processo von Anton Giulio Majano. Danach trat sie in vielen weiteren Fernsehfilmen der 60er-Jahre auf, etwa in La cittadella, E le stelle stanno a guardare, I miserabili, Le avventure del Commissario Maigret oder La vita di Dante. Als Loretta veröffentlichte sie bei RCA Italiana 1963 die Single Se la cercherai, das von Nico Fidenco geschriebene Titellied der italienischen Fassung des Films Vulkan im Blut mit Jean Gabin. Außerdem betätigte sie sich als Synchronsprecherin; so war sie die erste italienische Stimme der Zeichentrickfigur Tweety.

1968 erhielt Goggi eine Hauptrolle in der Miniserie La freccia nera von Anton Giulio Majano, einer Verfilmung des Stevenson-Romans Der Schwarze Pfeil. Durch den Erfolg der Serie konnte Goggi auch eine Hauptrolle im Film Zingara (mit Bobby Solo) und einen Plattenvertrag mit Durium erlangen. Ihre erste offizielle Single war Fino all’ultimo und erschien 1969. Um diese Zeit arbeitete sie auch für Radio Vatikan. Anfang der 70er-Jahre fasste sie Fuß im Unterhaltungsfernsehen. Sie moderierte etwa mit Renzo Arbore die Show Estate insieme, bei der sie selbst mit ihrer Schwester Daniela zusammen auftrat, und diverse Sondersendungen wie Incontro con… Lucio Battisti; daneben moderierte sie Radiosendungen und setzte ihre Karriere als Sängerin fort. 1971 wurde Pippo Baudo in einer Radiosendung auf Goggi aufmerksam und verpflichtete sie als Showgirl für seine TV-Show La freccia d’oro. Im Sommer dieses Jahres nahm sie mit dem Lied Io sto vivendo senza te am Wettbewerb Un disco per l’estate teil. Schon 1972 holte Baudo sich Goggi auch in der populären Sendung Canzonissima an die Seite. Dadurch wurde sie beim Fernsehpublikum enorm populär und das von ihr aufgenommene Titellied Vieni via con me wurde zum Hit. Im nächsten Jahr erhielt sie bei Alighiero Noschese in der Sendung Formula 2 die Möglichkeit, regelmäßig eigene Lieder vorzustellen, die im Anschluss auf dem nach der Show benannten Album erschienen.

Nach einem kurzen Rückzug aus der Öffentlichkeit unterschrieb Goggi 1975 einen neuen Plattenvertrag mit CBS. Das Lied Dirtelo, non dirtelo, das sie selbst im Musikfilm Dal primo momento che ti ho visto vorstellte, war 1976 wieder ein kleinerer Hit. In der Folge konzentrierte sie sich zunehmend auf die Musik, produziert wurde sie von Totò Savio. Im Rahmen der Liveshow Go & Go tourte sie zwei Jahre lang zusammen mit ihrer Schwester Daniela Goggi durch Italien und stellte neue Lieder vor. Die RAI verpflichtete die Schwestern daraufhin für die Musikshow Il ribaltone, der ein gleichnamiges Album folgte.

Ab 1979 trat Loretta Goggi wieder alleine auf und durfte die Sendung Fantastico an der Seite von Heather Parisi und Beppe Grillo präsentieren. Beim Label WEA gelangen Goggi nun auch Hits wie L’aria del sabato sera (1979). Mit Maledetta primavera ging sie beim Sanremo-Festival 1981 ins Rennen und landete hinter Per Elisa von Alice auf dem zweiten Platz. Das Lied wurde ein Nummer-eins-Hit und auch außerhalb Italiens erfolgreich. Die Nachfolgesingle Il mio prossimo amore knüpfte an den Erfolg an.

Auf dieser Erfolgswelle erhielt Goggi auf Canale 5 die eigene Sendung Hello Goggi, eine Hauptrolle im Theaterstück Stanno suonando la nostra canzone an der Seite von Gigi Proietti und Moderatorin des Musikpreises Gondola d’oro aus Venedig. 1982 startete sie die Sendung Effetto musica für Radio Rai und nahm das Album Pieno d’amore auf. Auf Rete 4 präsentierte Goggi 1983 Gran Varietà an der Seite von Paolo Panelli und Luciano Salce. Zwei Jahre lang moderierte sie außerdem die Quizshow Loretta Goggi in quiz. 1986 war sie die erste Frau, die das Sanremo-Festival moderierte. In diesem Rahmen nahm sie auch das Lied Io nascerò beim Label Fonit-Cetra auf. Es folgte die Sendung Il bello della diretta, während derer Goggi das neue Album C’è poesia vorstellte.

In den Folgejahren trat sie in weiteren RAI-Sendungen wie Canzonissime (1987), Ieri, Goggi e domani oder Via Teulada 66 in Erscheinung und veröffentlichte neue Alben wie C’è poesia 2, Donna io, donna tu und Punti di vista. 1991 präsentierte sie auf Telemontecarlo Festa di compleanno und veröffentlichte das von Mario Lavezzi produzierte Album Si faran… canzone. Es folgten diverse Auftritte in Film, Fernsehen und Theater bis in die 2010er-Jahre. 2008 heiratete sie nach 30-jähriger Beziehung Gianni Brezza.[1] 2013 erschien mit Io nascerò – La forza della mia fragilità Goggis Autobiografie, 2016 folgte das Buch Mille donne in me.[2]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1972 – Vieni via con me (Durium, MS A 77308)
  • 1973 – Formula 2 (Durium, MS A 77336)
  • 1978 – Il ribaltone (CGD, 20082; mit Daniela Goggi)
  • 1979 – Estoy bailando cantado en español (Hispavox, S 50 265; mit Daniela Goggi als Hermanas Goggi)
  • 1981 – Il mio prossimo amore (WEA, T 58365)
  • 1981 – Stanno suonando la nostra canzone (Polydor, 2448 129; mit Gigi Proietti u. a.)
Jahr Titel Chartplatzierungen[3] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1982 Pieno d’amore 17
(3 Wo.)
300! 300! 300! WEA, 2 400401
  • 1986 – C'è poesia (Fonit Cetra, TLPX 153)
  • 1987 – C'è poesia 2 (Fonit Cetra, TLPX 180)
  • 1988 – Donna io, donna tu (Fonit Cetra, TLPX 199)
  • 1989 – Punti di vista (Fonit Cetra, TLPX 216)
  • 1991 – Si faran… canzone (Fonit Cetra, TLPX 280)

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen[4] Anmerkungen
ItalienItalien IT DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH
1972 Vieni via con me (Taratapunzi-e)
Vieni via con me
2
(19 Wo.)
300! 300! 300! Durium, Ld A 7780
B-Seite: Come amico
1973 Mani mani
Vieni via con me
5
(15 Wo.)
300! 300! 300! Durium, Ld A 7791
B-Seite: Yeah!
Molla tutto
Formula 2
13
(12 Wo.)
300! 300! 300! Durium, Ld A 7834
B-Seite: Mettiamo che tu
1976 Dirtelo non dirtelo 18
(4 Wo.)
300! 300! 300! CBS, 3801
B-Seite: Ma chi sei
1979 Cicciottella 3
(17 Wo.)
300! 300! 300! WEA, T 18097
B-Seite: La marcia dei bambini che vanno a letto
L’aria del sabato sera 3
(16 Wo.)
300! 300! 300! WEA, T 18098
B-Seite: Dispari
1981 Maledetta privamera
Il mio prossimo amore
1
(20 Wo.)
8
(22 Wo.)
9
(4 Wo.)
2
(14 Wo.)
WEA, T 18409
B-Seite: Mi solletica l’idea
Il mio prossimo amore
Il mio prossimo amore
20
(6 Wo.)
50
(7 Wo.)
300! 4
(8 Wo.)
WEA, T 18838
B-Seite: Penelope
1982 Pieno d’amore
Pieno d’amore
9
(11 Wo.)
300! 300! 300! WEA, T 19255
B-Seite: Arrivederci stella del nord
1986 Io nascerò
C’è poesia
8
(11 Wo.)
300! 300! 300! Fonit-Cetra, SP 1839
B-Seite: Un bacio
1989 Il mio uomo
Donna io, donna tu
300! 18
(6 Wo.)
300! 300! Fonit-Cetra, SP 1869
B-Seite: Questa notte dormo qui

weitere Singles:

  • 1963 – Se la cercherai / Moscacieca twist (RCA Italiana, PM 3173; als Loretta)
  • 1969 – Fino all’ultimo / Scusa se insisto (Durium, Ld A 7610)
  • 1970 – Cibù cibà / Due ragazzi (Durium, Ld A 7671)
  • 1971 – Ti chiedo scusa / Per favore (Durium, Ld A 7709)
  • 1971 – Io sto vivendo senza te / Ciao, settembre (Durium, Ld A 7722)
  • 1971 – Cico e Bum / Le buone azioni di Cico e Bum (Durium, Ld A 7725)
  • 1972 – Chi salta il fosso / Pun tan tai (Durium, Ld A 7762)
  • 1973 – Un pomeriggio con te / Amanti ed angeli (Durium, Ld A 7837)
  • 1975 – Loretta con la “O” / Cammino fra la pioggia (CBS, 3450)
  • 1976 – Notte matta / Pupo pupazzo (CBS, 4047)
  • 1976 – Ancora innamorati / Monsieur voulez-vous dançer? (CBS, 44748)
  • 1977 – Domani / Il professore (CGD, 5408; mit Daniela Goggi)
  • 1978 – Voglia / Sto ballando (CGD, 10110; mit Daniela Goggi)
  • 1979 – Cicciotella / La marcia dei bambini che vanno a letto (WEA, T 18097)
  • 1980 – Notti d’agosto / Nun t’allargà (WEA, T 18231)
  • 1982 – Oceano / Stralunata Roma (WEA, 24 9769 7)
  • 1983 – Una notte così / Segreti (WEA, 24 9540-7)
  • 1984 – Un amore grande / Solo un’amica (WEA, 24 9482-7)
  • 1984 – Notte all’opera / Slowly (CGD, 10593)
  • 2014 – Estoy bailando Remix (mit Daniela Goggi)

Filmografie (Kino)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Enrico Deregibus (Hrsg.): Dizionario completo della Canzone Italiana. Giunti Editore, Mailand 2006, ISBN 978-88-09-75625-0, Loretta Goggi, S. 222.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Loretta Goggi – Sammlung von Bildern

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Esplora il significato del termine: Morto Gianni Brezza, marito di Loretta Goggi. In: Corriere.it. RCS MediaGroup, 5. April 2011, abgerufen am 8. November 2016 (italienisch).
  2. Loretta Goggi. Edizioni Piemme, abgerufen am 8. November 2016 (italienisch).
  3. M&D-Chartarchiv. Musica e dischi, abgerufen am 7. November 2016 (italienisch, kostenpflichtiger Abonnement-Zugang).
  4. Chartquellen (Singles):