Luca (Viqueque)

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Luca
Der Suco Luca liegt im Südwesten des Verwaltungsamts Viqueque.
Daten
Fläche 121,29 km²[1]
Einwohnerzahl 2.400 (2015)[1]
Chefe de Suco Francisco A. F. A. Guterres
(Wahl 2009)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Canlor 411
Iramer 727
Uma Boot 973
Uma Lor 289
Uma Boot (Osttimor)
Uma Boot
Uma Boot
Koordinaten: 8° 57′ S, 126° 12′ O

Luca (Luka, Kibular, Quibular) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Viqueque (Gemeinde Viqueque). Der Name leitet sich von „Luka“ ab, dem Tetum-Wort für „Maniok“.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luca
Orte Position[3] Höhe
Canlor 8° 56′ S, 126° 15′ O 80 m
Iramer 8° 56′ S, 126° 15′ O 80 m
Iramer 8° 56′ S, 126° 8′ O ?
Uma Boot 8° 56′ S, 126° 15′ O 80 m
Uma Boot 8° 57′ S, 126° 12′ O ?
Uma Lor 8° 56′ S, 126° 15′ O 80 m

Vor der Gebietsreform 2015 hatte Luca eine Fläche von 119,44 km².[4] Nun sind es 121,29 km².[1] Der Suco liegt im Südwesten des Verwaltungsamts Viqueque, am Ufer der Timorsee im Süden. Östlich befinden sich die Sucos Bahalarauain und Bibileo, nördlich das Verwaltungsamt Lacluta mit seinen Sucos Ahic und Uma Tolu. Im Westen grenzt Luca an das Verwaltungsamt Barique (Gemeinde Manatuto) mit seinen Sucos Aubeon und Fatuwaque. Die Grenze bildet der größte Fluss der Region, der Dilor. Das Kap Ponta de Luca im Osten liegt bereits in Bibileo. An der Ostgrenze des Sucos liegt der See Lagoa Uafau, im Zentrum der Lagoa Cailao und an der Nordwestgrenze der Lagoa Fukira. Aus dem Cailao fließt ein Fluss, der in den Nunuc fließt. Der Nunuc mündet im Suco in die Timorsee, ebenso wie weiter östlich der Luca.[5]

Quer durch den Suco führt die südliche Küstenstraße, eine der wichtigsten Verkehrswege von Osttimor. An ihr liegen die größeren Siedlungen Lucas, An der östlichen Grenze des Sucos zum Nachbar-Suco Bibileo liegen mehrere Orte, die zusammen ein geschlossenes Siedlungszentrum bilden: Dies sind Canlor, Uma Lor (Umalor), nach einigen Quellen außerdem Iramer und Uma Boot (Umabot, Uma Bot).[6] Eine Quelle benennt den Ort im Zentrum, nah dem Lagoa Cailao, Uma Boot und nahe dem Lagoa Fukira, Iramer.[5] Eine zweite Quelle legt die Orte zwar in das östliche Siedlungszentrum, legt aber auf die Lage des westlichen Iramer eine Grundschule und eine prä-sekundäre Schule und auf das Uma Boot im Zentrum eine Grundschule.[7] Außerdem gibt es im östlichen Siedlungszentrum eine Grundschule und im Westen eine medizinische Station.[7]

Im Suco befinden sich die vier Aldeias Canlor, Iramer, Uma Boot und Uma Lor.[8]

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Suco leben 2.400 Einwohner (2015), davon sind 1.221 Männer und 1.179 Frauen. Die Bevölkerungsdichte beträgt 19,8 Einwohner/km². Im Suco gibt es 514 Haushalte.[1] Fast 93 % der Einwohner geben Tetum Terik als ihre Muttersprache an. Über 4 % sprechen Makasae, kleine Minderheiten Midiki, Kairui, Habun, Tetum Prasa oder Galoli.[9]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Reiche auf Timor um 1700

Das Reich von Luca erscheint auch auf einer Liste von Afonso de Castro, einem ehemaligen Gouverneur von Portugiesisch-Timor, der im Jahre 1868 47 Reiche im Ostteil der Insel aufführte, die von einem Liurai (timoresischen Kleinkönig) regiert wurden.[10][11]

Nach den europäischen Quellen der damaligen Zeit beherrschte Luca oder Likusaen (heute: Liquiçá) den Osten der Insel. Sicher scheint, dass der Einfluss Lucas bis in den Norden der Insel ins heutige Baucau reichte. Mündliche Überlieferungen aus Ossorua und Babulo berichten von Bewohnern Lucas, die einst an die Küstenebenen Uato-Laris auswanderten und sich dort ansiedelten, nachdem ein Abkömmling des Luca-Reiches von den Portugiesen zum Herrscher von Uaitame und Vessoru gemacht wurde. Hier bilden sie einen Teil der heutigen Makasae-sprechenden Bevölkerung.[12]

Der Dominikaner Manuel de Santo António ließ sich um 1700 hier nieder und bekehrte erfolgreich die Herrscher der Region zum Christentum. 1701 wurde er zum Bischof von Malakka ernannt. Seinen Sitz behielt er auf Timor und war somit der erste Bischof auf der Insel.[13]

1781 (nach anderen Quellen zwischen 1776 und 1779) erhob sich das Reich von Luca, aufgrund von Repressionen gegen die animistischen Religion, in einer mehrere Jahre dauernden Revolte gegen die portugiesischen Kolonialherren, die der „Krieg der Verrückten“ (port.: guerra de loucas, auch guerra de doidas) genannt wurde. Eine „Prophetin“ hatte den Kriegern verkündet, dass die Ahnen sie unterstützen würden, um das Joch der Fremden abzuschütteln. Die Krieger hielten sich für unverwundbar. Viqueque unterstützte die Portugiesen bei der Niederschlagung er Rebellion. Die Rebellion wurde von Gouverneur João Baptista Vieira Godinho (1785 bis 1788) erfolgreich niedergeschlagen.[14][15]

1868 unterstützte Luca mit Truppen die portugiesischen Kolonialherren bei der Niederschlagung der Rebellion in Cowa. Im April 1896 schloss Luca mit Portugal einen schriftlichen Vertrag über seinen Vasallenstatus.[16]

1982 wurden die Einwohner von Uma Tolu von den indonesischen Besatzern erst nach Dilor und dann nach Uma Lor zwangsdeportiert.[17]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Francisco A. F. A. Guterres zum Chefe de Suco gewählt[18] und 2009 in seinem Amt bestätigt.[19]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Direcção-Geral de Estatística: Ergebnisse der Volkszählung von 2015, abgerufen am 23. November 2016.
  2. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  3. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  4. Direcção Nacional de Estatística: Population Distribution by Administrative Areas Volume 2 English (Zensus 2010; PDF; 22,6 MB)
  5. a b Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  6. Fallingrain.com: Directory of Cities, Towns, and Regions in East Timor
  7. a b UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 509 kB)
  8. Jornal da Républica mit dem Diploma Ministerial n.° 199/09 (Memento vom 3. Februar 2010 im Internet Archive) (portugiesisch; PDF; 323 kB)
  9. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Luca (tetum; PDF; 8,4 MB)
  10. TIMOR LORO SAE, Um pouco de história
  11. East Timor - PORTUGUESE DEPENDENCY OF EAST TIMOR (Memento vom 21. Februar 2004 im Internet Archive)
  12. Susana Barnes: Origins, Precedence and Social Order in the Domain of Ina Ama Beli Darlari, In: Land and life in Timor-Leste, S. 29 & 32.
  13. Instituto Camões
  14. Geoffrey C. Gunn: History of Timor, S. 50, Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  15. Hans Hägerdal: Lords of the Land, Lords of the Sea; Conflict and Adaptation in Early Colonial Timor, 1600-1800, S. 407, (2012).
  16. Geoffrey C. Gunn: History of Timor, S. 86–88, Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB), Zugriff am 4. Juni 2012
  17. „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,3 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  18. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2004/2005 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  19. Secretariado Técnico de Administração Eleitoral STAE: Eleições para Liderança Comunitária 2009 - Resultados (Memento vom 4. August 2010 im Internet Archive)
  20. Webseite des Ministeriums für Solidarität: Profil der Ministerin, abgerufen am 16. Februar 2014.

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google