Ludendorff (Kreis Labiau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Untergegangener Ort
Ludendorff,
bis 1918: Groß Friedrichsgraben II
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Polessk
Zeitzone UTC+2
Geographische Lage
Koordinaten 54° 57′ N, 21° 16′ OKoordinaten: 54° 57′ 0″ N, 21° 16′ 0″ O
Ludendorff (Kreis Labiau) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Ludendorff (Kreis Labiau) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Ludendorff (bis 1918: Groß Friedrichsgraben II) war ein Ort im ostpreußischen Kreis Labiau. Seine Ortsstelle liegt im Bereich der heutigen Golowkinskoje selskoje posselenije (Landgemeinde Golowkino (Nemonien, 1938–1946 Elchwerder)) innerhalb des Rajon Polessk (Kreis Labiau) in der russischen Oblast Kaliningrad (Gebiet Königsberg (Preußen)). Die Ortsstelle Groß Friedrichsgraben II/Ludendorff gehört heute zu Rasino.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludendorff lag an der Südostküste des Kurischen Haffs östlich des Dorfes Juwendt (1938–1946 Möwenort, heute russisch: Rasino) unweit der Hauptstraße zwischen Labiau (russisch: Polessk) und Gilge (Matrossowo), der heutigen russischen Fernstraße R 514. Eine Bahnanbindung bestand nicht.

Geschichtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das bis 1918 Groß Friedrichsgraben II[1] genannte Dorf – in Unterscheidung zum Ort Groß Friedrichsgraben I (von 1918 bis 1946 Hindenburg, heute russisch: Belomorskoje) – lag wie sein „Namensvetter“ am Großen Friedrichsgraben (heute russisch: Polesski kanal), der die Deime (russisch: Deima) mit dem Nemonien (Nemonin) und dem Seckenburger Kanal (Primorski kanal) verbindet. Im Jahre 1874 wurde der Ort in den neu errichteten Amtsbezirk Nemonien[2] (ab 1938 „Amtsbezirk Elchwerder“, russisch: Golowkino) eingegliedert, der bis 1945 zum Kreis Labiau im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahre 1910 zählt Groß Friedrichsgraben II 345 Einwohner[3]. Am 9. August 1918 wurde das Dorf in „Ludendorff“ umbenannt, in Ehrung des Generals Erich Ludendorff. Belief sich die Zahl der Einwohner im Jahre 1933 auf 255, so stieg sie bis 1939 auf 876 an[4]. Der starke Anstieg war dadurch entstanden, dass sich am 1. April 1939 die Gemeinden Heidendorf und Möwenort (beide heute russisch: Rasino) mit Ludendorff zur neuen Gemeinde Ludendorff zusammenschlossen.

In Kriegsfolge kam Ludendorff mit dem ganzen nördlichen Ostpreußen 1945 zur Sowjetunion. Aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung war der Ort verlassen und wurde nicht mehr besiedelt. Er gilt heute als erloschen.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Groß Friedrichsgraben II mit seiner überwiegend evangelischen Bevölkerung gehörte bis 1853 zum Kirchspiel der Stadtkirche Labiau und kam dann zur Kirche Gilge. Innerhalb des Gilger Kirchspiels wurde 1909 die Kirchengemeinde Juwendt (1938–1946 Möwenort, russisch: Rasino) gebildet, zu deren Pfarrbezirk der dann Ludendorff genannte Ort bis 1945 gehörte. Er lag im Kirchenkreis Labiau in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Ludendorff
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Nemonien/Elchwerder
  3. Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Labiau
  4. Michael Rademacher, Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Labiau