Ludwig Hammers

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Ludwig Hammers (* 4. März 1822 in Wassenberg, Kreis Heinsberg; † 3. Juni 1902 in Düsseldorf) war 27 Jahre lang Oberbürgermeister von Düsseldorf. In seine Amtszeit fiel die Entwicklung Düsseldorfs von einer mittleren Beamtenstadt zu einer Industriestadt.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Hammers wurde als siebtes Kind eines preußischen Oberzollinspektors und einer französischen Mutter in Wassenberg im Kreis Heinsberg geboren. Die Familie zog um 1834 nach Uerdingen, wo der junge Ludwig das örtliche Progymnasium besuchte. Ab 1836 war er Schüler des Königlichen Gymnasiums in Düsseldorf und legte dort am 31. August 1841 das Abitur ab. In Bonn und Berlin studierte er Kameralwissenschaft. Im Anschluss an das Studium meldete sich der Fünfundzwanzigjährige als Freiwilliger für ein Jahr zum Militär in Berlin. Er legte danach zügig sein Auskultator-Examen ab und wurde Referendar bei der Düsseldorfer Regierung. Im August 1849, gerade einmal 27 Jahre alt, wurde Ludwig Hammers zum kommissarischen Oberbürgermeister von Düsseldorf ernannt. 1862 heiratete er die 19 Jahre jüngere Luise Hellweg, die Tochter des Düsseldorfer Landgerichtspräsidenten. Das Paar bekam fünf Kinder. Hammers schied 1876 aus dem Amt des Oberbürgermeisters aus. Danach war er noch kurzzeitig bei der Rheinischen Provinzialverwaltung tätig und zog sich dann ins Privatleben zurück. Bis zu seinem Tode am 3. Juni 1902 übte er noch zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten in der Stadt aus, in der er 27 Jahre lang Oberbürgermeister gewesen war. Ein südlich des S-Bahnhofs Düsseldorf-Bilk gelegener Platz wurde nach Hammers benannt.

Politik und Amtsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der neuen, 1850 erlassenen Gemeindeordnung wurde Hammers am 6. August 1850 für zwölf Jahre vom Stadtrat zum Oberbürgermeister gewählt. Nur wenige Jahre zuvor hatte die Industrialisierung Düsseldorfs eingesetzt. 1852 organisierte Hammers eine erste Industrieausstellung im Ständehaus im alten Schloss mit der Unterstützung von Freimaurerlogen.[1] 1862 wurde Ludwig Hammers einstimmig wiedergewählt.

1870 geriet Hammers im Zusammenhang mit dem Städtischen Gaswerk unter Korruptionsverdacht. Die Vorwürfe konnten letztlich entkräftet werden, aber ein gewisses Misstrauen blieb. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 warf man ihm vor, die französischen Kriegsgefangenen zu gut behandelt zu haben. Im Rahmen des Kulturkampfes erwuchsen ihm weitere Gegner, die dem gläubigen Katholikenultramontane Bestrebungen“ unterstellten. Dennoch wurde Hammers erneut im Januar 1874 von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig wiedergewählt. Die Gegner blieben im Hintergrund, sorgten aber für ein gewisses Misstrauen in Berlin, sodass die Bestätigung von Kaiser Wilhelm I. zunächst nicht erfolgte. Erst nach mehreren Stadtratsabordnungen, die zum Innenminister nach Berlin reisten, und einer persönlichen Audienz Hammers’ beim Kaiser wurde der langjährige Oberbürgermeister im November 1874 erneut bestätigt. Dennoch flammten die Gerüchte um die Gaswerk-Affaire erneut auf. Hammers’ demonstratives Fernbleiben von einer wichtigen Ratssitzung in Sachen Schulpolitik sorgte für eine Vertrauenskrise. Am 23. April 1875 sprach die liberale Mehrheit der Stadtverordneten dem Oberbürgermeister das Misstrauen aus. In der Gaswerk-Angelegenheit erklärte die Regierung, dass es dem Oberbürgermeister an „Sorgfalt und Umsicht habe fehlen lassen“. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen in der Düsseldorfer Presse. Am 12. Dezember 1875 erklärte Ludwig Hammers seinen Rücktritt „aus Gesundheitsgründen“. Zum 1. August 1876 schied er aus dem Dienst der Stadt Düsseldorf aus.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Roland Emrich, Andreas Stephainski: Zeitreise. 1200 Jahre Leben in Düsseldorf. AST Medien, Göttingen 2009. ISBN 978-3-9812527-3-6. S. 64