Edigheim

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Edigheim
Stadtteil von Ludwigshafen
DEU Ludwigshafen COA.svg
Wappen Karte
Wappen Lage in Ludwigshafen
Daten
Fläche: 3,25 km²
Einwohner: 8.305
Bevölkerungsdichte: 2.555 Einwohner/km²
Postleitzahl: 67069

Edigheim ist ein Stadtteil im Ortsbezirk Oppau der kreisfreien Stadt Ludwigshafen am Rhein in Rheinland-Pfalz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edigheim wurde im Lorscher Codex im Jahr 772 zum ersten Mal urkundlich erwähnt,[1] entstand wahrscheinlich aber bereits im 6. Jahrhundert, ist somit eine sehr frühe Gründung. Historisch relevant ist der althochdeutsche Name „Otincheim“, der einen erstaunlichen Bezug zum gleichnamigen Brunnen aus der Handschrift des Nibelungenlieds aufweist, an dem Siegfried von Hagen ermordet wurde.

Zusammen mit Oppau lag der Ort vermutlich bis ins Jahr 886 auf der rechten Seite des Rheins. Dann veränderte der Fluss zum wiederholten Mal seinen Lauf und seitdem liegen Oppau und Edigheim am linken Ufer.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde Edigheim immer wieder vom Rheinhochwasser bedroht. In den Jahren 1774, 1784 und 1824 vernichtete das Hochwasser die Ernten und viele Bewohner ertranken. Auch nach der Rheinregulierung, die nach Plänen des Obersten Johann Gottfried Tulla ab 1826 durchgeführt wurde, blieb die Gefahr bestehen. Das schlimmste Hochwasser ereignete sich um die Jahreswende 1882 und 1883. Aufgrund der Schneeschmelze stieg der Rhein um 6,60 Meter und der Damm brach. Oppau und Edigheim wurden überflutet. Menschen und Tiere mussten zum Teil auf die Dächer flüchten.

Am 23. Oktober 2014 kam es in Edigheim bei Arbeiten an einer 67-Bar-Druckgasleitung zu einer Explosion, die eine 200 Meter hohe Stichflamme in einem Wohngebiet verursachte. Ein Mensch wurde dabei sofort getötet, 26 Personen wurden verletzt. Ein Bauarbeiter erlag am 12. November seinen Verletzungen. Häuser und Autos wurden im Umkreis von rund 300 Metern beschädigt, Wohnhäuser wurden teilweise unbewohnbar. Neben der Gasleitung befanden sich zusätzlich eine Rohölleitung und eine Glasfaserleitung. Da die verlegten Glasfaserkabel bei der Explosion ebenfalls zu Schaden kamen, fielen in den nördlichen Stadtteilen von Ludwigshafen am Rhein, in Frankenthal und in Worms die Telefonverbindungen aus.

Am 1. April 1928 wurde Edigheim nach zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten und gescheiterten Beitrittsverhandlungen mit Frankenthal nach Oppau eingemeindet, mit dem es im Jahr 1938 Ludwigshafen einverleibt wurde.[2]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ludwigshafen-Oppau

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lessingschule (Grundschule)
  • Integrierte Gesamtschule und Realschule plus
  • Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasium

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ASV 1905 Edigheim
  • TV 1895 Edigheim
  • F. C. CROATIA Ludwigshafen 1997 e. V.
  • VSG Edigheim

Sonstige Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hütte in der Nachtweide des Pfälzerwald-Vereins
  • Freunde des Wilhelm–von-Humboldt-Gymnasiums
  • Gemeinnütziger Kleingartenbauverein Oppau-Edigheim 1932
  • Gesangverein „Liederkranz“ Edigheim 1845
  • Gewerbeverein Oppau-Edigheim
  • Naturfreunde Oppau-Edigheim
  • Pfälzerwald-Verein, Ortsgruppe Oppau-Edigheim
  • Verein der Hundefreunde Oppau-Edigheim 1922
  • VerkehrsInitiative Edigheim in Ludwigshafen
  • ASV Rheinfischer 1991 Edigheim
  • Arbeitsgemeinschaft der Edigheimer Vereine 1960
  • Verein der Edigheimer Handballfreunde 1999 (EHF)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Stefan Mörz, Klaus Jürgen Becker (Hrsg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein: Bd. 1. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 2), Urkunde 590, 29. Mai 772 – Reg. 754. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 213; abgerufen am 26. Februar 2016.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 463.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludwigshafen-Edigheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 31′ 51″ N, 8° 23′ 15″ O