Ludwigshafen-Friesenheim

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Friesenheim
Stadtteil von Ludwigshafen
DEU Ludwigshafen COA.svg
Wappen Karte
Wappen Lage in Ludwigshafen
Daten
Fläche: 4,10 km²
Einwohner: 18.516
Bevölkerungsdichte: 4.516 Einwohner/km²
Postleitzahl: 67063

Friesenheim ist einer der zehn Ortsbezirke der Stadt Ludwigshafen am Rhein und wird gemeinsam mit Ruchheim in dem im Kloster Lorsch verfassten „Codex Laureshamensis“ (Lorscher Codex) bereits im Jahr 771 erwähnt.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1555 erbauten die Kurfürsten von der Pfalz auf der Friesenheimer Gemarkung das Jagdschloss Hirschbühl, das 1622 während des Dreißigjährigen Krieges zerstört wurde. Die wildreichen Auwälder waren Jagdgebiet des Pfalzgrafen Johann Kasimir, der als Vorbild für das Lied Der Jäger aus Kurpfalz diente. An der Stelle, an der sich früher das Jagdschloss befand, stehen heute Industrieanlagen der BASF. Das ehemalige Jagdrevier wurde nach der Rheinbegradigung im 19. Jahrhundert abgetrennt und liegt heute als Friesenheimer Insel rechts vom Rhein auf dem Gebiet der Stadt Mannheim.

Am 1. Januar 1892 wurde Friesenheim nach Ludwigshafen eingemeindet.[2]

Zitat aus der Stadtchronik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Die heutige Stadt Ludwigshafen am Rhein ist hervorgegangen aus den ehemaligen Gemeinden Friesenheim und Mundenheim, deren schon im fernen Altertum urkundliche Erwähnung geschieht. Der Ort Friesenheim erscheint soweit nachweisbar erstmals in Urkunden des im Jahre 763 von einem Grafen Cancor, gestifteten Klosters Lorsch, wonach im 2. Jahre Karls des Großen (770) – Anm.: Richtig ist allerdings drittes Jahr, 771[1]die Gottgeweihte Hita ihre sämtlichen Besitzungen zu Friesenheim, Weißenheim, Ebertsheim, Mundenheim, Hemsheim und Karlebach diesem Kloster geschenkt hat. In Friesenheim befand sich eine Burg und zugleich hatte der Ort einem Rittergeschlechte den Namen gegeben. Ein Ritter Burkard von Friesenheim hat im Jahre 1237 mit dem Kloster Eußerthal über Abgaben der Klostergüter zu Schwegenheim einen Vergleich abgeschlossen und auch im Jahre 1248 mit Marquard, dem Edelknechte von Friesenheim, einen Vertrag errichtet. Dieser Edelknecht erscheint weiter von 1266 bis 1281 als Lehnsmann Konrads von Stralenberg zu Schauernheim. Die Söhne Wilhelms von Friesenheim überließen im Jahre 1269 Lebensgüter zu Hochheim an einen Dirolf von Hochheim und dessen Gemahlin Guda. Ein Johann von Friesenheim ward im Jahre 1296 Zehntherr von Mußbach; Ritter Konrad von Friesenheim bürgte 1304 bei dem Eußerthaler Güterkauf zu Kleinfischlingen; Otto von Friesenheim war Domherr zu Mainz im Jahre 1396, eine Erlandis von Friesenheim erscheint in den Jahren 1408 und 1427 als Priorin des Klosters Himmelskron.
In der Heiratsabrede des Pfalzgrafen Ludwig II. mit dem Herzog Friedrich zu Lotharingen vom Jahre 1287 ward der Braut Margaretha, einer Tochter des Herzogs Friedrich, unter anderem Friesenheim, Burg und Dorf, zum Wittum ausgeschieden. Pfalzgraf Ludwig kaufte nach einer Urkunde vom Jahre 1291 vom Grafen Wallrab von Zweibrücken die Burg Elmstein um dreihundert Kölnische Mark und wies dem Verkäufer hierfür 200 Malten Korn jährlich auf den Hof und Zehnten zu Friesenheim an.
Die Erbteilung der gräflichen Brüder Friedrich und Jofried zu Leinrogen vom Jahre 1317 erwähnt auch eines Burglehms zu Friesenheim. Da von dieser Burg weiterhin keine Spur mehr sich zeigt, scheint sie in dem jüngeren Jagdschlosse daselbst neu erstanden zu sein, welches Kurfürst Friedrich Il. auf dem pfälzischen Hofe des Hirschbühels aufführen ließ, um der jedesmaligen Rückkehr von den diesseitigen Jagdpartien nach Mannheim enthoben zu sein, wohin damals noch keine Schiff Brücke führte. Kurfürst Friedrich I. hatte diesen Hof auf dem Hirschbühl mit dem daran stoßenden Wäldchen Herrenholz im Jahre 1464 an Schultheis, Schöffen und Gemeinde des Dorfes, ihre Erben und Nachkommen verliehen, allein Kurfürst Philipp hatte Gefallen an dem Hofe und zog ihn 1487 durch Vergleich mit der Gemeinde wieder an sich. Die folgenden Kurfürsten nahmen ebenfalls gerne zur Ausübung der Jagd hier öfters Aufenthalt. In dem Dreißigjährigen Kriege (1618 – 1648) ist das Jagdhaus vollständig zerfallen und ward nicht mehr aufgebaut. Die zugehörigen Grundstücke wurden unter dem Namen des großen und kleinen Gutes, nebst dem Kreuzaltargute für Rechnung der kurpfälzischen Hofkammer in Bestand gegeben.
An das Herrenholz und an das Jagdschloß erinnern noch die heutigen Gewannbezeichnungen: 'Herrenwald' und 'Im Hirschenböhl'.“

Zitiert aus Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein. Herausgegeben vom Bürgermeisteramt. Ludwigshafen, 1903

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bedeutenden Bauwerken im Stadtteil Friesenheim gehören u. a.:

  • Die Friedenskirche (1931/32), bedeutender protestantischer Kirchenbau aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen mit einem im Zweiten Weltkrieg zerstörten großen Altarbild des Künstlers Max Slevogt.
  • Das Turmrestaurant im Ebertpark
  • Die Eberthalle
  • Die Ebertsiedlung

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Ludwigshafen-Friesenheim

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BASF[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Friesenheim und dem Rhein befindet sich der größte Teil der Industrieanlagen der BASF.

Rogon Sportmanagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Friesenheimer Sternstraße ist die Firma Rogon Sportmanagement ansässig, die weltweit 100 Mitarbeiter beschäftigt, 20 davon in Friesenheim. Geschäftsführer und Mitbegründer sind Roger Wittmann und der ehemalige Fußballtorwart Wolfgang Fahrian, der einer der ersten lizenzierten Spielervermittler war.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

National bekannt ist Friesenheim durch die Handballabteilung der TSG Friesenheim, deren 1. Männermannschaft – genannt „die Eulen“ – in der Saison 2014/15 das zweite Mal in der Handball-Bundesliga spielte, danach aber wieder abstieg.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 1140 17. März 771 – Reg. 590. In: Heidelberger historische Bestände - digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 128, abgerufen am 20. Januar 2016.
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 515

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ludwigshafen-Friesenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 49° 29′ 45″ N, 8° 24′ 57″ O