Ludwigshafen-Oppau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Oppau
Stadtteil von Ludwigshafen
DEU Ludwigshafen COA.svg
Wappen Karte
Wappen Lage in Ludwigshafen
Daten
Fläche: 5.2 km²
Einwohner: 9314[1]
Bevölkerungsdichte: 1869 Einwohner/km²
Postleitzahl: 67069

Oppau ist ein Stadtteil der Stadt Ludwigshafen am Rhein, in dem die BASF 1913 ein weiteres Werk eröffnete. Dadurch wurde aus dem Bauerndorf eine Industriegemeinde, die, 1928 mit der Gemeinde Edigheim vereinigt, 1929 Stadtrechte erhielt. 1938 wurde Oppau nach Ludwigshafen eingemeindet.

Klima[Bearbeiten]

Niederschlagsdiagramm 1961–1990

Der Jahresniederschlag beträgt 550 mm. Die Niederschläge sind niedrig. Sie liegen im unteren Viertel der in Deutschland erfassten Werte. An 11 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,4 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren stark. An 70 Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten]

Oppau wurde bereits in einer Urkunde des Lorscher Codex des Benediktinerklosters Lorsch als Ophowa erwähnt (10. Juni des Jahres 808).[2] Spätere Namensvarianten sind Oppaw, Opphauus und Oppawin.

Am 1. April 1928 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Edigheim eingegliedert. Im Jahr 1938 wurde Oppau nach Ludwigshafen eingemeindet.[3]

In Oppau lebt Charlotte Klamroth, seit 2015 der älteste Mensch in Deutschland.[4]

Unglücke[Bearbeiten]

Oppauer Werk nach der Explosion 1921

1914 wurde in Oppau in größter Eile eine Anlage zur Herstellung von Salpeter (Tarnname Weißsalzfabrik) gebaut und am 9. Februar 1915 in Betrieb genommen. Salpeter ist essentiell für die Herstellung von Sprengstoff. 1915 zerbarst ein Kontaktofen, der mit Druckluft geprüft wurde, zerstörte die Werkshalle und tötete sieben Mitarbeiter.[5]

Bei der Explosion des Oppauer Stickstoffwerkes am 21. September 1921 im Werksteil Nord der BASF starben 561 Menschen. Dieses Chemieunglück gilt als größte Industriekatastrophe in der deutschen Geschichte. 1922 bis 1925 hatte der Architekt Prof. Albert Boßlet die Gesamtleitung für den Wiederaufbau des zerstörten Oppau.

Bei der Kesselwagenexplosion in der BASF am 29. Juli 1948 starben 207 Menschen, darunter zahlreiche Fremdarbeiter. Die Detonation ließ in Oppau zahlreiche Fensterscheiben zerspringen.

Am 23. Oktober 2014 kam es in Edigheim (Stadtteil im Ortsbezirk Oppau) bei Arbeiten an einer 67-Bar-Druckgasleitung zu einer Explosion, die eine 200 Meter hohe Stichflamme in einem Wohngebiet verursachte. Ein Mensch wurde dabei sofort getötet, 26 Personen wurden verletzt. Ein Bauarbeiter erlag am 12. November seinen Verletzungen.[6] Häuser und Autos wurden im Umkreis von rund 300 Metern beschädigt, Wohnhäuser wurden teilweise unbewohnbar.[7] Neben der Gasleitung befanden sich zusätzlich eine Rohölleitung und eine Glasfaserleitung. Da die verlegten Glasfaserkabel bei der Explosion ebenfalls zu Schaden kamen, fielen in den nördlichen Stadtteilen von Ludwigshafen am Rhein, in Frankenthal und in Worms die Telefonverbindungen aus.[8][9]

Partnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1998 besteht eine durch die BASF initiierte Partnerschaft zwischen Oppau und der französischen Gemeinde Breuil-le-Sec, in der sich ein BASF-Werk befindet.[10] 2008 wurde der Platz vor dem Oppauer Bürgerschaftshaus nach Breuil-le-Sec benannt.[11]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten]

Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Ludwigshafen-Oppau

Karl-Otto-Braun-Museum[Bearbeiten]

Pelznähmaschine im Museum

Der Lehrer und Heimatforscher Karl-Otto Braun (1873–1953) gründete ein Heimatmuseum, in dem neben einer Dokumentation der Ortsgeschichte, einer geologisch-paläontologischen und archäologischen Sammlung auch Wohnräume und Einrichtungen bürgerlicher und bäuerlicher Wohnkultur sowie landwirtschaftliche Geräte zu sehen sind. Das Karl-Otto-Braun-Museum, Heimatmuseum für Oppau, Edigheim und Pfingstweide, befindet sich im Oppauer Rathaus, Edigheimer Straße 26. Es ist Sonntags von 10:00 bis 13:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Vereine[Bearbeiten]

  • PBC Red Lion Oppau (Billard-Verein)
  • Spielmannszug „Kurpfalz“ 1956
  • Turnerbund 1889 Oppau
  • BSC 1914 Oppau
  • DJK SG 1919 Oppau
  • 1. TTC 1948 Oppau
  • JungerChor TakeFour – Sängerland Oppau 2005
  • DRK Ortsverein Oppau-Edigheim-Pfingstweide
  • Tennis-Club Ludwigshafen-Oppau
  • Sängerbund Oppau 1900
  • Kaninchenzuchtverein P52 Oppau
  • NaturFreunde Oppau/Edigheim
  • Liederkranz 1843 Oppau
  • Verein zur Förderung des Karl-Otto-Braun-Museums e.V.
  • Verein für Sport und Körperpflege 1900 e.V

Literatur[Bearbeiten]

  • Stadtarchiv der Stadt Ludwigshafen am Rhein, Stefan Mörz, Klaus Jürgen Becker (Hrsg.): Geschichte der Stadt Ludwigshafen am Rhein: Bd. 1. Von den Anfängen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ludwigshafen am Rhein 2003, ISBN 3-924667-35-7.
  • Christian Haller: Das Explosionsunglück in der BASF vom 21. September 1921. Katastrophenwahrnehmung und -verarbeitung in Presse, Politik und Fachwelt. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, 161, 2013, S. 325–375.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ludwigshafen-Oppau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ludwigshafen.de/fileadmin/Websites/Stadt_Ludwigshafen/Nachhaltig/Stadtentwicklung/Stadtteilpaesse/PDF/2013/stadtteilpass-oppau-2013-05.pdf
  2. Lorscher Codex Urkunde 597
  3.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 463
  4. Stuttgarter Zeitung
  5. Hans-Erhard Lessing / FAS 8. Februar 2015 (S. 52): Bis die Natur sich beugte
  6. Nach Gasexplosion in Ludwigshafen: Zweiter Bauarbeiter gestorben. Verlagsgruppe Rhein Main, 13. November 2014, abgerufen am 13. November 2014.
  7. Explosion in Ludwigshafen: Ein Toter und zahlreiche Verletzte auf swr.de vom 23. Oktober 2014
  8. Nach Gas-Explosion in Ludwigshafen: Verheerende Explosion in Ludwigshafen – Polizei meldet neuen Gasaustritt. Focus, 23. Oktober 2014, abgerufen am 23. Oktober 2014.
  9. Ludwigshafen: Verletzte und ein Toter bei Explosion in Oppau. Die Rheinpfalz, 23. Oktober 2014, abgerufen am 23. Oktober 2014.
  10. basf.fr
  11. Stadt Ludwigshafen

49.528.4019444444444Koordinaten: 49° 31′ 12″ N, 8° 24′ 7″ O