Mélanie Bonis

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Mélanie Bonis, um 1875
Mélanie Bonis, um 1898

Mélanie Hélène Bonis (* 21. Januar 1858 in Paris; † 18. März 1937 in Sarcelles) war eine französische Komponistin. Ihre Werke wurden zumeist unter dem Pseudonym Mel Bonis publiziert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mélanie Bonis wurde in einer kleinbürgerlichen Pariser Familie geboren, die ihr musikalisches Talent kaum förderte und ihr nur widerwillig ein Studium am Pariser Conservatoire erlaubte, das durch Vermittlung von César Franck zustande kam. Von 1876 bis 1881 studierte sie dort erfolgreich (wie mehrere Preise belegen), unter anderem bei Ernest Guiraud. Zu den Studienkollegen gehörten Gabriel Pierné und Claude Debussy. Um eine Heirat mit dem Studienkollegen Amédée Hettich (1856–1937)[1] zu verhindern, nahmen ihre Eltern sie jedoch vor dem regulären Studienende vom Konservatorium.

1883 wurde sie von den Eltern in eine Ehe mit dem zweifach verwitweten und 22 Jahre älteren Industriellen Albert Domange gedrängt, der fünf Kinder mit in die Ehe brachte und in Sarcelles lebte. Bis 1898 brachte Mélanie Bonis in der Ehe drei weitere Kinder zur Welt. Ein 1899 geborenes viertes Kind, das versteckt aufwachsen musste (was Bonis schwer belastete), stammte aus der wiederaufgelebten Beziehung zu Hettich, der im Pariser Musikleben mittlerweile eine wichtige Rolle spielte.

Die familiären Verpflichtungen erlaubten es Bonis erst ab etwa 1900, sich verstärkt der Komposition zuzuwenden (nicht zuletzt aufgrund des Zuspruchs von Hettich), und etwa bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges entstanden die wichtigsten Werke. In dieser Zeit erhielt sie mehrere Kompositionspreise. Sie wurde Mitglied der Société des Compositeurs und arbeitete als deren Sekretärin. Die letzten 15 Jahre ihres Lebens waren jedoch von zunehmender künstlerischer Isolation und Krankheit geprägt, wenngleich sie weiter komponierte.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter den etwa 300 Kompositionen von Bonis finden sich beispielsweise sechzig Klavierwerke, dreißig Orgelwerke, Kammermusik (u. a. zwei Klavierquartette – vom ersten zeigte sich Saint-Saëns beeindruckt –, ein Streichquartett, ein Septett, je eine Sonate für Violine, Cello und Flöte), 25 geistliche Vokalwerke und elf Werke für Orchester.

Das Werk von Mélanie Bonis erfährt nach rund sechzigjähriger Vergessenheit erst seit wenigen Jahren wieder vermehrte Aufmerksamkeit. Ein großer Teil ihrer Kompositionen wurde zu ihren Lebzeiten von namhaften französischen Verlagen gedruckt (Alphonse Leduc, Max Eschig u. a.), wobei sie meist das Pseudonym „Mel Bonis“ wählte, da Kompositionen von Frauen in dieser Zeit kaum ernst genommen wurden. Ausgehend von der Spätromantik in der Nachfolge von César Franck nahm sie in ihrer Musik zunehmend auch Einflüsse des Impressionismus auf.

Neudrucke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eberhard Mayer (Hrsg.): Mel Bonis: Oeuvres pour piano, Vol. 1-9. Furore-Verlag Kassel

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Géliot: Mel Bonis. Femme et „Compositeur“. Editions de l'Harmattan, 2009 (Christine Géliot ist eine Enkelin) - hier noch nicht verwendet.
    • Christine Géliot: Mel Bonis: Leben und Werk einer außergewöhnlichen Frau und Komponistin. Übersetzung Ingrid Mayer. Furore Verlag 2015 ISBN 978-3927327627
  • Felix Renggli (Text): French Flute Sonatas. CD-Beiheft. DICD 920492.
  • Florence Launay: Mel Bonis. In: Annäherung an sieben Komponistinnen. Hrsg. v. Clara Mayer. Furore Verlag, Kassel 2001, ISBN 3-927327-52-2, S. 58–77.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mélanie Bonis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hettich, A. L. (Amédée Louis Landely) 1856– bei WorldCat