M103 (Kampfpanzer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
M103A2
M103A2 museum.jpg

Panzer M103A2 im Bovington Tank Museum

Allgemeine Eigenschaften
Besatzung 5
Länge 11,32m
Breite 3,71 m
Höhe 11 Zoll 8 Fuß =3,56 m[1]
Masse 59 t
Stückpreis 300.000 US-Dollar (1954)
Panzerung und Bewaffnung
Panzerung 245 / 127 mm
Hauptbewaffnung 120-mm-Kanone M58
Sekundärbewaffnung 2 × 7,62-mm-MG M1919A4E1
1 × 12,7-mm-MG M2
Beweglichkeit
Antrieb Dieselmotor
750 PS (552 kW)
Federung Drehstab
Höchstgeschwindigkeit 34 km/h
Leistung/Gewicht 11,5 PS/t
Reichweite 480 km

Der M103 war ein schwerer Panzer der Streitkräfte der Vereinigten Staaten und bis zur Einführung des M1 Abrams der schwerste amerikanische Panzer. Für diese Fahrzeugklasse musste mit dem Bergepanzer M51 ein speziell dafür ausgelegtes Modell entwickelt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Prototyp des Kampfpanzers T29

Der M103 wurde nach der Forderung der militärischen Führung der Vereinigten Staaten entwickelt, um die Speerspitze bei einer direkten Konfrontation mit schweren sowjetischen Panzern zu bilden. Die Entwicklung begann in den 1950er-Jahren zu Beginn des Kalten Krieges. Hauptforderung war ein schwerer Panzer zur Bekämpfung feindlicher Ziele über große Entfernungen und zur Feuerunterstützung mittlerer Kampfpanzer.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die US-Streitkräfte mehrere schwere Kampfpanzer in der Entwicklung (T28 bzw. T95, T29, T30, T32 und T34). Keines dieser Fahrzeuge erreichte die Serienreife. 1948 wurde ein weiterer Prototyp mit der Bezeichnung T43 fertiggestellt. Weitere vier Vorserienmodelle bis zum T43E1 folgten. Letzterer ging dann in die Serienproduktion. Zwischen 1952 und 1954 wurden bei Chrysler bzw. dem Detroit Arsenal Tank Plant 400 Stück gefertigt. Erst 1953 erfolgte die endgültige Benennung in M103.

1957/1958 wurde das Fahrzeug der Truppe übergeben, die letzten beim United States Marine Corps noch im aktiven Dienst stehenden Panzer wurden 1972/1973 ausgemustert. In der Truppenpraxis traten dermaßen viele Mängel auf, dass der Panzer als völlig untauglich erklärt wurde und mehr als 150 Änderungen vorgenommen werden mussten.

Aufgabe des Panzers war, ähnlich dem schweren britischen Conqueror, die Bekämpfung der sowjetischen JS-3 und T-10 auf große Entfernung. Ausgestattet mit dem Motor des um zehn Tonnen leichteren Kampfpanzer M47 war das Fahrzeug hoffnungslos untermotorisiert und viel zu unbeweglich. Berüchtigt wegen seiner häufigen Pannen und seines nur sehr begrenzten Fahrbereichs, konnte dieser Panzer nicht als zufriedenstellend bewertet werden. Die Produktion wurde zu Gunsten des M60-Programms eingestellt.

Unvorteilhaft wie bei anderen schweren westlichen Kampfpanzern der damaligen Zeit war die hohe Silhouette [2], da sie die Tarnung in gedeckter Stellung erschwerte. Gewicht bzw. Untermotorisierung verhinderten hingegen einen schnellen Wechsel von ungedeckten Stellungen, so dass sich auch hier Nachteile im Feuergefecht ergaben. Das niedrige Kraft-Masse-Verhältnis beeinträchtigte enorm die Fahreigenschaften des Panzers, die dadurch nicht den notwendigen Anforderungen entsprachen. Zudem erwies sich der hinter dem Turm angebrachte Munitionsbunker als gefährliche Geschossfalle. Am gravierendsten waren aber die Probleme bei der Waffenkontrolle. Diese Gründe führten zur Ausmusterung in den siebziger Jahren.

Keiner der M103-Panzer kam je zum Kampfeinsatz.

Versionen[Bearbeiten]

M103A1[Bearbeiten]

Durch den Einbau eines verbesserten Feuerleitsystems (Steroscopic T52), den Einbau eines Feuerleitrechners T33 und die Anbringung eines Turmkorbes wurden insgesamt 219 Fahrzeuge 1959 zum Modell M103A1 umgewandelt. Eines der beiden koaxialen Maschinengewehre wurde entfernt. Die elektrische Anlage des Turms wurde verstärkt.

M103A2[Bearbeiten]

1964 wurden 153 Fahrzeuge durch den Einbau eines Dieselmotors AVDS-1970-2AD aus dem M60-Panzer (was den Straßenfahrbereich auf 480 km erhöhte), ein neues Entfernungsmessgerät XM2A und 152 weiteren Verbesserungen bzw. Umbauten weiter verbessert. Der A2 wurde an das Marine Corps geliefert und nur von diesem eingesetzt.

Technische Beschreibung[Bearbeiten]

Die gegossene Wanne des Fahrzeuges entspricht der verlängerten Wanne des Kampfpanzers M48A2. Der M103 hatte ein vom M47 übernommenes, um eine Laufrolle verlängertes Stützrollenlaufwerk mit Drehstabfederung. Die Verbinderkette wurde über sieben Laufrollen und sechs Stützrollen je Seite geführt. Die Antriebsräder saßen am Heck, die Leiträder am Bug des Fahrzeuges. Das höhere Gewicht des M103 beschleunigte den Verschleiß des Laufwerkes. Ausgerüstet war der Panzer mit IR-Fahrlicht und einem IR/Weißlicht Zielscheinwerfer koaxial zur Kanone. Diese hatte einen Richtbereich von −8 bis +15 Grad und war nicht stabilisiert. In der Nähe der Mündung war ein Rauchabsauger angebracht; eine Mündungsbremse war nicht vorhanden. Die Kommandantenkuppel befindet sich turmmittig im hinteren Bereich. Die Munition wurde (wie bei den schweren sowjetischen Panzern mit der 122-mm-Kanone) getrennt (Kartusche und Geschoss) geladen werden. Es waren 34 Schuss 120-mm-Munition, 5250 Schuss 7,62-mm-Munition und 1000 Schuss 12,7-mm-Munition an Bord.

Technische Daten
M103 M103A1 M103A2
Besatzung 5 (davon 2 Ladeschützen)
Hauptbewaffnung 120-mm-Kanone M58
Sekundärbewaffnung 2 ×7,62-mm-Maschinengewehre koaxial M1919A4E1, 1 × 12,7-mm-MG Browning M2 auf dem Turm
Länge über alles 11,32 m
Länge der Wanne 6,98 m
Motor luftgekühlter 12-Zylinder-Benzinmotor Continental AV1790 luftgekühlter 12-Zylinder-Dieselmotor Continental AVDS-1790-2
Leistung 810 PS (596 kW) bei 2800/min 750 PS (552 kW)
Höchstgeschwindigkeit Straße 34 km/h
Fahrbereich 129 km 480 km
Kletterfähigkeit 0,91 m
Grabenüberschreitfähigkeit 2,29 m
Steigfähigkeit 60 %
Watfähigkeit 1,22 m
Bodendruck 0,90 kg/cm2
Panzerung
mm Zoll
Wannenbug 127 5
Wannenseite 50 2
Wannendach 25 1
Kanonenblende 245 9,7
Turmstirnwand 127 5
Turmseite 70 2,75
Turmdach 38 1,5

Kanonenmunition[Bearbeiten]

Folgende Munitionssorten standen zur Verfügung:

  • Panzergranaten mit Leuchtspur (High Explosive Plastic – Tracer / HEPT)
  • Sprenggranaten (High Explosive / HE)
  • Sprenggranaten mit Leuchtspur (High Explosive – Tracer / HET)
  • Übungsgeschosse mit Leuchtspur (Practice – Tracer / PracT)
  • Phosphorgranaten (Phosphorus / PH)
  • Phosphorgranaten mit Leuchtspur (Phosphorus – Tracer / PHT)

Weiterentwicklungen[Bearbeiten]

Nachdem sich der M103 als Fehlschlag erwiesen hatte, versuchte man, trotz des sehr erfolgreichen Nachfolgemodells M60, weiterhin einen schweren Kampfpanzer zu entwickeln. Es wurden noch folgende Prototypen gebaut:

  • Kampfpanzer T54 (in drei verschiedene Ausführungen)
  • Kampfpanzer T57 (auf T43 Fahrgestell mit 105-mm-Kanone)
  • Kampfpanzer T58 (auf T43 Fahrgestell mit 155-mm-Kanone)
  • Kampfpanzer T69 (auf T43 Fahrgestell mit 105-mm-Kanone)
  • Kampfpanzer T77 (keine Informationen erhältlich – wahrscheinlich Nuklearbewaffnung)
  • Kampfpanzer T110 (keine Informationen erhältlich – wahrscheinlich Nuklearbewaffnung)

Keines dieser Fahrzeuge kam über das Versuchsstadium hinaus.

Noch existierende Exemplare[Bearbeiten]

Bergepanzer M51

Bergepanzer M51[Bearbeiten]

Für diese Gewichtsklasse reichten die vorhandenen Bergepanzer leistungsmäßig nicht aus. Es musste daher ein Bergepanzer gebaut werden, der den Anforderungen des M103 entsprach. Der M51 (Prototypenbezeichnung T6 und T6E1) hatte eine Besatzung von vier Mann, einen Kran mit 30 Tonnen Leistungsfähigkeit und eine Bergewinde mit 60 Tonnen Zugkraft. Sie wurden ebenfalls bei Chrysler gebaut und später zusammen mit den M103 ausgesondert. (Über die gefertigten Stückzahlen gibt es widersprüchliche Angaben.)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Michael Green: Tanks. Zenith Imprint, 2008, ISBN 9781616732707, American Tanks, S. 126 (Leseprobe, abgerufen am 15. Juli 2015).
  2. Wehrwissenschaftliche Rundschau - Zeitschrift für die europäische Sicherheit, E.S. Mittler & Sohn, 1955, S.515

Literatur[Bearbeiten]

  •  Kenneth Estes, Richard Chasemore: M103 Heavy Tank 1950–74. Oxford 2013, ISBN 978-1-84908-981-4.
  •  R. P. Hunnicutt: Firepower. A History of the American Heavy Tank. New York 1988, ISBN 0-89141-304-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: M103 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien