MDPI

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

MDPI (Multidisciplinary Digital Publishing Institute) ist ein Herausgeber von über 160 wissenschaftlichen Open Access-Fachzeitschriften mit Sitz in Basel, Schweiz. MDPI wird von Dr. Shu-Kun Lin geleitet und geht auf den Molecular Diversity Preservation International e.V. zurück, der das Ziel hatte, eine Sammlung von seltenen Naturstoffen aufzubauen. Dafür wurde 1996 zusammen mit dem Springer Verlag die Zeitschrift Molecules gegründet. Im darauffolgenden Jahr übernahm MDPI die alleinige Herausgeberschaft des Journals.[1] MDPI besitzt Büros in Peking, Wuhan, Barcelona und Belgrad.[2]

Alle Artikel in MDPI-Zeitschriften stehen unter einer freien Creative Commons-Lizenz.[3]

Molecular Diversity Preservation International[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sammlung und Aufbewahrung von Naturstoffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der eingetragene Verein Molecular Diversity Preservation International[4] wurde 1996 von Shu-Kun Lin und Benoit R. Turin in Basel gegründet. Das Ziel dieses Vereins war es, eine Sammlung von seltenen Naturstoffen aufzubauen und zu präservieren. Diese Sammlung wurde 2012 an die MDPI Sustainability Foundation[5] übergeben, wobei der Molecular Diversity Preservation International e.V. aufgelöst wurde. Die Sammlung und Aufbewahrung der seltenen Naturstoffe wird derzeit im Auftrag von der MDPI Sustainability Foundation von Molmall Sarl[6] beaufsichtigt.[7][8][9]

Fachzeitschrift Molecules[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fachzeitschrift Molecules wurde 1996 in Zusammenarbeit mit dem Springer-Verlag gegründet, um die Dokumentation der gesammelten Naturstoffe festzuhalten. Es ist die erste wissenschaftliche Fachzeitschrift des Open Access Verlags. Die Zeitschrift ist auf synthetisch-organische Chemie und Naturstoffe fokussiert.[10]

MDPI AG (Multidisciplinary Digital Publishing Institute)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MDPI AG, ein Verlag für Open Access-Fachzeitschriften, wurde aus der Molecular Diversity Preservation International Organization heraus gegründet. Es wurde offiziell im Mai 2010 in Basel, Schweiz von Shu-Kun Lin und Dietrich Rordorf registriert und betreibt mittlerweile neben der Zentrale in Basel drei Büros in China sowie zwei weitere Büros in Spanien und Serbien.[11]

MDPI stützt sich hauptsächlich auf die Artikelbearbeitungsgebühren, um die redaktionelle Qualitätssicherung und die solide Produktion der wissenschaftlichen Artikel zu gewährleisten.[12] MDPI wird von mehr als 12,800 aktiven Wissenschaftlern und akademischen Editoren unterstützt. Über 216,400 Autoren haben mit MDPI publiziert (Stand: August 2016). MDPI ist Mitglied von Committee on Publication Ethics (COPE), der International Association of Scientific, Technical, and Medical Publishers (STM), und der Open Access Scholarly Publishers Association (OASPA).[13][14]

Wissenschaftliche Fachzeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

MDPI publiziert über 160 akademische Zeitschriften aus verschiedenen Fachgebieten.[15] Mehr als die Hälfte der Zeitschriften sind mittlerweile in der wissenschaftlichen Datenbank Web of Science indexiert; in den Journal Citation Reports, die wie Web of Science von Thomson Reuters geführt werden, wird derzeit für 27 MDPI-Zeitschriften ein Impact Factor ausgewiesen.[16] Daneben sind 32 Zeitschriften aus dem Bereich der Biomedizin und der Life Sciences in PubMed Central archiviert[17], dem größten frei zugänglichen Archiv für biomedizinische Fachliteratur. Artikel aus 45 Zeitschriften werden zusätzlich in Scopus indexiert und 13 weitere in der auf Ingenieurwissenschaften spezialisierten Datenbank Ei Compendex.[18][19]

Im Einklang mit den OASPA-Richtlinien werden seit 2008 alle Artikel in MDPI-Zeitschriften unter der Lizenz CC-BY veröffentlicht und in den digitalen Archiven der Schweizerischen Nationalbibliothek und von CLOCKSS[20] aufgehoben.

Kontroverses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verlag wurde im Februar 2014 von Jeffrey Beall, einem Kritiker des open access publishing, als unseriös eingeschätzt. Diese Einschätzung wurde im November 2015 revidiert,[21] nachdem von verschiedenen Seiten Einsprüche gekommen waren. So nannte der Chemiker Peter Murray-Rust die Kritik von Beall verantwortungslos und nicht mit Fakten fundiert.[22] Eine als Reaktion auf Bealls Kritik durchgeführte Untersuchung der Open Access Scholarly Publishers Association sieht die Standards ihrer Organisation durch MDPI eingehalten.[23]

Zeitschriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]