Magaria

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Stadtgemeinde Magaria
Stadtgemeinde Magaria (Niger)
Stadtgemeinde Magaria
Stadtgemeinde Magaria
Koordinaten 13° 0′ N, 8° 54′ OKoordinaten: 13° 0′ N, 8° 54′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Zinder
Departement Magaria
Einwohner 103.019 (2010)

Magaria ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Magaria in Niger.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magaria liegt in der Großlandschaft Sudan an der Staatsgrenze zu Nigeria. Das Ortsbild ist von großen, Schatten spendenden Niembäumen geprägt. Das Stadtgebiet ist in elf Stadtviertel, 82 administrative Dörfer, 28 traditionelle Dörfer, 33 Weiler und 29 Lager gegliedert. Die elf Stadtviertel sind Administratif, Dan Tchifinni, Gawon Kollia, Ghana, Kitari, Maida Moussa Haoussa, Maidamoussa Aboubacar Kodé, N’Wala, Nassaraoua, Sabongari und Toudoun Wada.[1]

Magaria grenzt im Süden an Nigeria, im Westen an die Gemeinden Kwaya und Yékoua, im Norden an die Gemeinde Bandé und im Osten an die Gemeinde Dantchiao.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magaria in Stielers Hand-Atlas (1891)

Magaria wurde von Massabaki gegründet, einem Prinzen des Hausastaats Daura, und fiel später in den Herrschaftsbereich von Zinder.[2] Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Magaria als Festung ausgebaut.[3] Der Ort und die umliegenden Dörfer kamen Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst unter britische Kontrolle und wurden erst 1906 Frankreich zugeschlagen.[4] In den 1950er und 1960er Jahren waren Magaria und sein Umland ein bedeutendes Zentrum für den Anbau von Erdnüssen. Kurz vor der Unabhängigkeit Nigers von Frankreich im Jahr 1960 war der Ort eine Hochburg der linken Partei Sawaba von Djibo Bakary.[2] Magaria erhielt 1988 zugleich mit neun weiteren nigrischen Orten den Status einer eigenständigen Gemeinde. Bis dahin hatte es landesweit zwölf Gemeinden gegeben.[5]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1977 hatte Magaria 7856 Einwohner, bei der Volkszählung 1988 11.723 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 17.444 Einwohner.[6] Für das Jahr 2010 wurden, nach einer Vergrößerung des Gemeindegebiets, 103.019 Einwohner berechnet.[7] Die wichtigsten Volksgruppen in der Stadt sind Hausa, Fulbe, Kanuri und Tuareg.[8] Die Hausa betreiben vor allem Ackerbau, die Fulbe sind auf Agropastoralismus spezialisiert.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Magaria liegt an der Nationalstraße 11, die Teil der internationalen Fernstraße Algier-Lagos-Highway ist, sowie an der nach Matamèye führenden Nationalstraße 12 und an der nach Dogo-Dogo führenden Nationalstraße 13. Das Gebiet um die Stadt wird auf Grund der für Niger vergleichsweise günstigen klimatischen Verhältnisse landwirtschaftlich stark genutzt.[10] Magaria liegt in jener schmalen Zone entlang der Grenze zu Nigeria, die von Tounouga im Westen bis Malawa im Osten reicht und in der Bewässerungsfeldwirtschaft für Cash Crops betrieben wird.[11] Am Markt von Magaria wird insbesondere mit Zuckerrohr gehandelt, das bis in die Hauptstadt Niamey verkauft wird.[12] Magaria ist der Sitz eines Tribunal d’Instance, eines der landesweit 30 Zivilgerichte, die unterhalb der zehn Zivilgerichte der ersten Instanz (Tribunal de Grande Instance) stehen.[13]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Magaria. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 10. Altenburg 1860, S. 687 (zeno.org).
  • John Davison Collins: Government and groundnut marketing in rural Hausa Niger: the 1930’s to the 1970’s in Magaria. Dissertation. Johns Hopkins University 1976.
  • Ali Abdou Moussa: Impacts des banques céréalières sur la sécurité des conditions de vie de ménages. Cas de la zone de Magaria. Faculté d’Agronomie, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2008.
  • Maman Sani Maman Abdou: Inventaire de produits forestiers non ligneux en vente dans le marché de la ville de Magaria. Faculté d’Agronomie, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2016.
  • Mato Zakari Yaou Ousmane: Pratiques de gestion de fertilité dans les champs exploités sous culture pluviale dans la commune de Magaria (Région de Zinder). Faculté d’Agronomie, Université Abdou Moumouni de Niamey, Niamey 2012.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Magaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. a b Abdourahmane Idrissa und Samuel Decalo: Historical Dictionary of Niger. 4. Aufl., Scarecrow, Plymouth 2012, ISBN 978-0-8108-6094-0, S. 310.
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 134.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 250.
  5. Historique de la décentralisation au Niger (PDF; 93 kB). Website des Programme nigéro-allemand de lutte contre la pauvreté dans les zones de Tillabéri et Tahoua-Nord, veröffentlicht im Mai 2008, abgerufen am 21. Januar 2012.
  6. World Gazetteer: Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/www.bevoelkerungsstatistik.deMagaria, abgerufen am 8. Januar 2010.
  7. Institut national de la statistique (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendence du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 57.
  8. Présentation de la commune de Magaria. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 27. Januar 2011.
  9. Ministère de l’élevage et des industries animales / République du Niger (Hrsg.): La mobilité pastorale dans la Région de Zinder. Stratégies et dynamisme des sociétés pastorales. Niamey 2009 (Online-Version; PDF; 11,3 MB), S. 30 und 33.
  10. Jean-Paul Labourdette, Dominique Auzias: Niger 2009. Nouvelle édition de l’Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S. 146.
  11. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  12. Livelihoods Zoning “Plus” Activity In Niger (Memento vom 28. September 2013 im Internet Archive) (PDF; 2,5 MB). S. 30, Website des Famine Early Warning Systems Network, veröffentlicht im August 2011, abgerufen am 19. Januar 2012.
  13. Bachir Talfi: Note sur l’organisation judiciaire. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.