Mandlesmühle

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Mandlesmühle
Markt Pleinfeld
Koordinaten: 49° 7′ 30″ N, 10° 58′ 21″ O
Höhe: 375 m ü. NHN
Einwohner: (1987)[1]
Postleitzahl: 91785
Vorwahl: 09145
Karte
Mühlen im Brombachtal
Das Mühlenanwesen
Das Mühlenanwesen
Niederschlagsdiagramm von Mandlesmühle

Mandlesmühle ist ein unbewohnter (Stand: 1987) Ortsteil des Marktes Pleinfeld im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Die Einöde liegt auf einer Höhe von rund 375 Metern über NHN.

Die durch die Anstauung des Großen Brombachsees aufgegebene Mühle wurde vom Freistaat Bayern aufgekauft und wird vom Wasserwirtschaftsamt Ansbach als Informationszentrum „Fränkisches Seenland“ genutzt. Die Mühle wurde als einzige im Brombachtal nicht abgebrochen. Der Ort ist Sitz der Seemeisterstelle.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mandlesmühle liegt nordwestlich von Pleinfeld umgeben von Wäldern unterhalb des Staudamms des Großen Brombachsees. Der Ort und das ehemalige Mühlengelände liegen am Mandlesweiher, eine vom Brombach gespeiste Weiherkette. Eine Straße verbindet den Ort mit der Kreisstraße WUG 18.[2] Unweit befand sich die heute abgegangene Belzmühle. Das Gebiet nahe der Mandlesmühle ist im Rahmen der Sandachse Franken als bedeutender Lebensraum geschützt.

Das im 18. Jahrhundert errichtete Mühlengebäude (Mandlesmühle 9) wurde vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege unter der Nummer D-5-77-161-74 als Baudenkmal in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Ebenfalls denkmalgeschützt ist ein Nebengebäude der Mühle sowie eine kleine Wegkapelle des 18. Jahrhunderts am nördlichen Ortsrand mit der Denkmalnummer D-5-77-161-75.[3] Siehe auch die Liste der Baudenkmäler in Mandlesmühle.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1846 waren in Mandlesmühle ein Haus, eine Familie und neun Seelen verzeichnet.[4] 1875 lebten die acht Einwohner Mandlesmühles in vier Gebäuden; sie besaßen insgesamt vier Pferde und sieben Stück Rindvieh.[5] Vor der Gemeindegebietsreform in Bayern in den 1970er Jahren war Mandlesmühle ein Ortsteil von Allmannsdorf.[6]

Der Name Mandlesmühle kommt aus dem Mittelhochdeutschen = Mantelach = Föhrenwald[7]

Chunrad Hoholt erhielt 1315 das Erblehen an der damals noch Mantlachsmul genannten Mühle vom Bischof von Eichstätt. 1339 erhielt Dytreich von Wildenstein (ebenfalls vom Bischof von Eichstätt) die Weyerstat unterhalb der "Mantlachsmül an der Promac" als Lehen.

Es ist aufgezeichnet, dass der Besitzer der Mühle im Jahre 1407 ein Fastnachtshuhn als Abgabe nach Eichstätt leistete.

Im Jahre 1456 übernahm Heinrich Marsch die Mühle als Lehen.

1572 wurde die Mühle als alte Mandlesmühl bezeichnet (im Unterschied zur Belzmühle oder neuen Mandelmühle).

Die Zahlungen des Zehnten der Manttleßmill (Bezeichnung in den historischen Dokumenten) ging 1601 an die Pfarrei Pleinfeld.

Ab 1737 hatte das Kastenamt Sandsee die Fraisch über die Mandlesmühle inne.

Bei der Gemeindebildung im Jahr 1824 ging die Mandlesmühle in den politischen Verwaltungsbereich der Gemeinde Allmannsdorf über

1856 wurde Johann Zurwesten als Eigentümer der Mühle verzeichnet. Heinrich Christ erwarb die Mühle im Jahre 1909, anschließend wurde sie 1950 von dessen Sohn Georg Christ übernommen.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1856 wurde der technische Bestand wie folgt verzeichnet: Säg- und Mahlmühle mit 3 Mahlgängen, das Rad der Sägmühle lief unterschlächtig, das Rad der Mahlmühle oberschlächtig.

Seit ca. 1915 wurde eine eigene Stromerzeugung mittels Dynamo betrieben. 1934 fand der Einbau einer Francis- Schachtturbine statt.

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundbesitz etwa 54 ha, davon Ackerland 25 ha, Wald ca. 8 ha, Wiese ca. 12 ha Wasserfläche ca. 9 ha

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand: 25. Mai 1987. München (Beiträge zur Statistik Bayerns 450), 1991, S. 352
  2. Topographische Karten, Bayerisches Vermessungsamt (BayernAtlas)
  3. Pleinfeld in der Denkmalliste des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege
  4. Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken im Königreich Bayern, 1846, Seite 214
  5. Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. […] mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München, 1877, Spalte 1267
  6. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. München (Beiträge zur Statistik Bayerns 260), 1964, Spalte 831
  7. Auszug aus dem Buch: An der Mühlenstraße, mit dem Zeichenstift durchs Brombachtal