Pleinfeld

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Pleinfeld
Pleinfeld
Deutschlandkarte, Position des Marktes Pleinfeld hervorgehoben
49.10638888888910.987222222222382Koordinaten: 49° 6′ N, 10° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Weißenburg-Gunzenhausen
Höhe: 382 m ü. NHN
Fläche: 72,22 km²
Einwohner: 7464 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 103 Einwohner je km²
Postleitzahl: 91785
Vorwahlen: 09144, 09177 (Birklein, Engelreuth, Mannholz, Regelsberg, Roxfeld), 09148 (Walting)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: WUG, GUN
Gemeindeschlüssel: 09 5 77 161
Marktgliederung: 35 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 11
91785 Pleinfeld
Webpräsenz: www.pleinfeld.de
Bürgermeister: Markus Dirsch (CSU)
Lage des Marktes Pleinfeld im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
Gunzenhausen Absberg Alesheim Muhr am See Bergen (Mittelfranken) Burgsalach Dittenheim Ettenstatt Haundorf Heidenheim (Mittelfranken) Höttingen Langenaltheim Markt Berolzheim Meinheim Nennslingen Pappenheim Pfofeld Polsingen Solnhofen Theilenhofen Treuchtlingen Weißenburg in Bayern Westheim (Mittelfranken) Raitenbuch Pleinfeld Gnotzheim Ellingen Landkreis Donau-Ries Landkreis Roth Landkreis Ansbach Landkreis EichstättKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Pleinfeld ist ein Markt mit 7.464 Einwohnern (Stand: 31. Dezember 2013) im mittelfränkischen Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Der Ort liegt am Großen Brombachsee und ist neben Gunzenhausen ein wichtiger touristischer Ort im Fränkischen Seenland sowie der größte Ort am Großen Brombachsee. Von Norden her betrachtet gilt Pleinfeld als das Tor zum Naturpark Altmühltal.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Pleinfeld liegt in der Region Westmittelfranken, etwa 45 km südlich von Nürnberg.

Flüsse[Bearbeiten]

Pleinfeld wird von der Schwäbischen Rezat durchflossen. Im Gemeindegebiet wird diese von Arbach, Brombach, Rotem Graben, Iglseebach und Banzerbach gespeist.

Ortsteile[Bearbeiten]

Pleinfeld hat 35 amtliche Ortsteile:[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Pleinfeld liegt nördlich des Obergermanisch-Raetischen Limes und lag damit im römischen Ausland. Die Schwäbische Rezat bildete im Frühmittelalter die Grenze zwischen dem Sualafeldgau und dem Nordgau.[3] Der Ort entstand rechts der Rezat, damit im bayerischen Nordgau, während im Laufe des Mittelalters sich der heutige Ortskern links der Rezat entwickelte. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Pleinfeld 770/780 in einer Schenkungsurkunde. Darin übereignet Kunigund von Blienfeld dem Kloster Fulda Besitztümer in Ettenstatt. Im 12. Jahrhundert wird Wolfram von Eschenbach als „mein Freund von Bleienfelden" bezeichnet, wodurch Pleinfeld als ein möglicher Geburtsort des Parzivaldichters in Frage kommt.[3]

1302 kam Pleinfeld zum Hochstift Eichstätt. Wilhelm von Reichenau erwirkt 1483 bei Friedrich III. das Marktrecht. Spätestens 1486 folgte das Wappen- und das Befestigungsrecht. Letzteres Recht wurde durch Einsprüche des Fürstentums Ansbach, der Burggrafschaft Nürnberg und der Reichsstadt Weißenburg behindert; erst 1540 begann der Bau der Stadtmauer.[3] 1500 gehörte der Ort zum Hochstift Eichstätt im Fränkischen Reichskreis. Eine Pferdepoststelle wurde 1635 erstmals erwähnt, eine Hauptzollstätte um 1690.[3] Pleinfeld war stark vom Dreißigjährigen Krieg betroffen, 1634 versieht selbst der Pfarrer aus Mangel an Einwohnern seinen Dienst. Um 1700 blühten jedoch der Ort wieder auf: die Nepomukbrücke entstand 1695, das Rathaus 1702. Seit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 gehört der Ort wie weite Teile Frankens zu Bayern (Siehe auch Geschichte Frankens).[4] Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eine neue Blüte erlangte Pleinfeld durch die Eröffnung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Durch das Brombachspeicherprojekt in den 1990er Jahren veränderte sich das Landschaftsbild erheblich.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform wurde am 1. April 1971 die bis dahin selbständige Gemeinde Allmannsdorf eingegliedert. Am 1. Januar 1972 kamen Mannholz, St. Veit und Teile der aufgelösten Gemeinde Dorsbrunn hinzu. Mischelbach, Stirn und Walting folgten am 1. Juli 1972.[5] Mit der Eingliederung von Ramsberg und Teilen der aufgelösten Gemeinde Thannhausen wurde am 1. Mai 1978 die Reihe der Eingemeindungen abgeschlossen.[6]

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • 1972 bis 2002 - Otto Feil (CSU) - während seiner Amtszeit entwickelte sich Pleinfeld zu einem aufstrebenden Fremdenverkehrsort.
  • 2002 bis 2014 - Josef Miehling (FW) - bei den Kommunalwahlen in Bayern 2014 am 16. März 2014 wurde er nicht wiedergewählt.
  • seit 1. Mai 2014 Markus Dirsch (CSU)

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat setzte sich seit der Wahl 2014 aus neun Vertretern der CSU, sieben Vertretern der Freien Wähler und vier Vertretern der SPD zusammen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: Unter rotem Schildhaupt, darin ein waagrechter silberner Bischofsstab, geviert; 1 und 4: silbern, 2: schwarz, 3: rot.

Der Wappenbrief Datum vom 24. Februar 1486 und wird mit kaiserlichem Siegel vom 29. November 1486 gültig. Der Bischofsstab weist auf das Hochstift Eichstätt hin und erinnert an die lang währende Herrschaft bis zur Säkularisation 1802. Über die Farben des Wappens herrschte lange Zeit Ungewissheit. Schildhaupt und Bischofsstab wechseln von Rot, Gold und Silber; die Vierung abwechselnd silbern und schwarz oder silbern und rot, im 19. Jahrhundert aufgrund der Zugehörigkeit zu Bayern silber und blau. 1984 wurde der Wappenbrief entdeckt, aus dem die originalen und heutige Filmen hervorgingen.[7]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Mittelständische Bauunternehmer, traditionsreiche Handwerksbetriebe und diverse Einzelhändler prägen den gewerblichen Teil Pleinfelds. In mehreren Ortsteilen sowie den Mühlen findet sich eine ausgeprägte Landwirtschaft. Der Ort verfügt über mehrere Gewerbegebiete mit ausreichend Erweiterungsflächen für bestehende wie neue Unternehmen. Im Zuge der touristischen Erschließung des Fränkischen Seenlandes entstanden in Pleinfeld neue Arbeitsplätze in der Gastronomie.

Seit den späten 1980er Jahren betreibt W. L. Gore & Associates ein Werk für die Fertigung von Spezialkabeln. Die Firma ist ein bedeutender Arbeitgeber in Pleinfeld. Seit 2007 ist der Textilvertrieb Camano in Pleinfeld ansässig.

Pleinfeld verfügt über mehrere Unternehmen, die im Sandabbau tätig sind. Der hier abgebaute Quarzsand ist weltberühmt, sowohl wegen seiner roten Farbe als auch wegen der Zusammensetzung. Unter anderem wird der Bayerische Volleyball-Verband mit Sand für Beachvolleyballfelder beliefert. Für Transportzwecke gab es früher eine mehrere Kilometer lange Feldbahn von den Sandgruben zum Bahnhof, wo der Sand schließlich über eine Abfüllanlage in Eisenbahnwaggons verladen wurde. Von der Feldbahn zeugen heute nur noch zwei Denkmäler in der Nähe des Bahnhofes und bei den Sandgruben.

Hauptartikel: Sandbahn Pleinfeld

Verkehr[Bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten]

Siehe hierzu die Liste der Straßennamen von Pleinfeld.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Pleinfelder Bahnhof

Die Bundesstraße 2 (Nürnberg-Augsburg) schließt Pleinfeld in nördlicher Richtung an den Großraum Nürnberg und in südlicher Richtung an die Große Kreisstadt Weißenburg i.Bay. an. Fünf Kilometer entfernt mündet bei Ellingen die Bundesstraße 13 in die Bundesstraße 2.

In westlicher Richtung führt die Staatsstraße 2222 nach Gunzenhausen, durch Pleinfeld führt die St 2224 mit Anbindung an die Bundesstraße 466 (Nördlingen–Nürnberg) und die Bundesstraße 13 (MünchenWürzburg).

Pleinfeld gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und hat einen Bahnhof an der Eisenbahnstrecke Nürnberg-Treuchtlingen mit stündlichem (in der Hauptverkehrszeit halbstündlichem) Halt. Darüber hinaus ist der Ort östliche Endhaltestelle der Nebenstrecke nach Gunzenhausen (Seenlandbahn) mit stündlichem Halt.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dieser Artikel oder Abschnitt besteht hauptsächlich aus Listen, an deren Stelle besser Fließtext stehen sollte. Bitte hilf Wikipedia, das zu verbessern. Mehr zum Thema ist hier zu finden.

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Spalter Tor

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Archäologische Stätten[Bearbeiten]

Sakralbauten[Bearbeiten]

Aus dem 12. Jahrhundert stammt die von Bischof Otto geweihte katholische St.-Nikolaus-Kirche. Neben dieser ist die evangelische Petruskirche der einzige Kirchenbau im Hauptort. In den Ortsteilen befinden sich noch folgende katholische Bauten: die Laurentiuskirche in Allmannsdorf, die St.-Otto-Kirche in Mischelbach, die St.-Nikolaus-Kirche in Dorsbrunn, die Deutschordenskirche St. Vitus in St. Veit, die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Walting, die Pfarrkirche Mariä Heimsuchung in Stirn, die Ortskapelle Hohenweiler, die Josefskirche in Ramsberg und die Johann-Baptist-Kirche in Walkerszell. Es gibt es in Pleinfeld einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas.

Bildung & Kindergärten[Bearbeiten]

Hochschulen[Bearbeiten]

Am Südost-Ufer des Großen Brombachsees, direkt am Pleinfelder Hafen, befindet sich das 2003 eingeweihte Wassersportzentrum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Schulen[Bearbeiten]

Volksschule Pleinfeld mit:

  • Grundschule Pleinfeld
  • Brombachsee-Mittelschule

Kindergärten[Bearbeiten]

  • St. Franziskus-Kindergarten
  • Abt-Maurus-Kindergarten
  • Kindergarten Dorsbrunn
  • Kindergarten Stirn

Erwachsenenbildung[Bearbeiten]

Die „Pleinfelder Bürgerwerkstatt“ bietet Hobbykurse für Erwachsene an.

Mehrgenerationenhaus[Bearbeiten]

Im Alten Vogteischloss ist ein Mehrgenerationenhaus mit verschiedenen Kursen und Bürgertreff untergebracht.

Freizeitangebote[Bearbeiten]

  • Sommerrodelbahn Pleinfeld
  • Freibad mit Spielplatz und Wasserrutsche
  • Minigolfplatz bei der Sommerrodelbahn
  • Radwanderwege
  • Tretbootverleih am Brombachsee (Ramsberg)
  • Sportvereine mit vielen Spartenangeboten
  • Fitnessclub Brombachsee
  • Segeln, Kitesurfen, Tauchen am Brombachsee
  • Seit 2012 Soccer-Golf
  • Seit 2013 ein Bowling-Center

In Pleinfeld gibt es über 80 Vereine.

Feste[Bearbeiten]

Pleinfeld hat folgende Feste zu bieten:

Das Pleinfelder Volksfest, das Hummel-Remmidemmi, den Mischelbacher Faschingszug, den Sankt-Veits-Markt, das Bürgerfest, den Weihnachtsmarkt Pleinfeld, mehrere Feuerwehrfeste und Kirchweihen in Pleinfeld und in den Ortsteilen. Von 1997 bis 2011 gab es die Pleinfelder Folk-Blues Night.[8]

Rekorde[Bearbeiten]

In Pleinfeld befindet sich nach Firmenangaben die kleinste Öko-Brauerei der Welt.[9] Ramsberg am Großen Brombachsee besitzt den größten Binnensegelhafen Deutschlands.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Bayerische Landesbibliothek Online
  3. a b c d e Pleinfelder Geschichte, www.pleinfeld.eu, abgerufen am 7. Februar 2015
  4. Johannes Neumann: Der Reichsdeputationshauptschluss von 1803: Voraussetzungen und Folgen (PDF-Datei; 179 kB)
  5.  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 592.
  6.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 730.
  7. Wappen des Marktes Pleinfeld, Haus der Bayerischen Geschichte, abgerufen am 7. Februar 2015
  8. WebSite der Pleinfelder Folk-Blues Night. Abgerufen am 17. Mai 2014.
  9. Landhotel Sonnenhof. Abgerufen am 17. Mai 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pleinfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien