Mandya (Distrikt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Distrikt Mandya
ಮಂಡ್ಯ ಜಿಲ್ಲೆ
Lagekarte des Distrikts
Bundesstaat Karnataka
Division: Mysore
Verwaltungssitz: Mandya
Fläche: 4.955 km²
Einwohner: 1.808.680 (2011)
Bevölkerungsdichte: 365 Ew./km²
Website: mandya.nic.in

Der Distrikt Mandya (Kannada: ಮಂಡ್ಯ ಜಿಲ್ಲೆ) ist ein Distrikt des indischen Bundesstaates Karnataka. Verwaltungszentrum ist die namensgebende Stadt Mandya.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Shivanasamudra-Fälle des Kaveri-Flusses

Der Distrikt Mandya liegt im Süden Karnatakas im südlichsten Teil des Dekkan-Plateaus. Nachbardistrikte sind Mysore im Südwesten, Hassan im Nordwesten, Tumkur im Norden, Ramanagara im Osten und Chamarajanagar im Süden.

Die Fläche des Distrikts Mandya beträgt 4.955 Quadratkilometer. Das Distriktgebiet bildet eine Hochebene mit einer durchschnittlichen Höhe von 700 bis 900 Metern über dem Meeresspiegel. Dadurch sind die Temperaturen gemäßigt. Bei einer Jahresniederschlagsmenge von rund 700 Millimetern ist das Klima trocken, die Wassermassen des Kaveri-Flusses, der durch den Süden des Distriktes fließt, ermöglichen aber, die Hälfte des Distriktgebiets künstlich zu bewässern. Daher kann im Distrikt Mandya ertragreiche Landwirtschaft betrieben werden. Hauptanbauprodukte sind Reis und Zuckerrohr. An der Grenze zum Distrikt Mysore ist die Kaveri zum Krishnarajasagara-Stausee aufgestaut. An der Grenze zum Distrikt Chamarajanagar befinden sich im Kaveri-Fluss die Shivanasamudra-Fälle.

Der Distrikt Mandya ist in die sieben Taluks Mandya, Malavalli, Maddur, Pandavapura, Krishnarajpet, Shrirangapattana und Nagamangala unterteilt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während der britischen Kolonialzeit gehörte das Gebiet des heutigen Distrikts Mandya zum Fürstenstaat Mysore. Ursprünglich war Mandya ein Teil des Distrikts Mysore, ehe der Distrikt Mandya 1939 als eigenständiger Distrikt abgespalten wurde. Nach der indischen Unabhängigkeit vollzog Mysore 1949 den Anschluss an die Indische Union. Durch die Neuordnung der indischen Bundesstaaten wurde der Distrikt Mandya 1956 zu einem Teil des nach den Sprachgrenzen des Kannada gebildeten Bundesstaates Mysore (1973 umbenannt in Karnataka).

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der indischen Volkszählung 2011 hat der Distrikt Mandya 1.808.680 Einwohner. Das Bevölkerungswachstum ist niedrig: Zwischen 2001 und 2011 wuchs die Einwohnerzahl nur um 2,6 Prozent und damit deutlich niedriger als im Mittel Karnatakas (15,7 Prozent). Die Bevölkerungsdichte ist mit 365 Einwohnern pro Quadratkilometer höher der Durchschnitt des Bundesstaates (319 Einwohner pro Quadratkilometer). Dabei ist der Distrikt deutlich ländlich geprägt: Nur 17,1 Prozent der Bevölkerung lebt in Städten. Der Urbanisierungsgrad gehört damit zu den niedrigsten Karnatakas und liegt weit unter dem Mittelwert von 38,6 Prozent. Die Alphabetisierungsquote ist mit 70,4 Prozent niedriger als der Durchschnitt des Bundesstaates (76,1 Prozent).[1]

Unter den Einwohnern des Distrikts stellen Hindus nach der Volkszählung 2001 mit 94,6 Prozent eine große Mehrheit. Zum Islam bekennt sich eine kleine Minderheit von 4,0 Prozent.[2]

Nach der Volkszählung 1991 spricht von den Einwohnern des Distrikts Mandya eine große Mehrheit von 91,0 Prozent Kannada als Muttersprache. Daneben gibt es Minderheiten von Sprechern des Urdu (3,9 Prozent), Tamil (2,2 Prozent), Telugu (1,7 Prozent) und anderen Sprachen (1,2 Prozent).[3]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sri-Ranganathaswamy-Tempel in Shrirangapattana

Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Distrikts Mandya ist das auf einer Flussinsel der Kaveri gelegene Shrirangapattana (Srirangapatna). Die Kleinstadt war von 1610 bis 1799 Hauptstadt des Königreichs Mysore. Hieran erinnern heute noch die Festungsanlage, der 1784 von Tipu Sultan erbaute Sommerpalast (Daria Daulat Bagh) sowie das im selben Jahr erbaute Gumbaz-Mausoleum mit den Gräbern Hyder Alis und Tipu Sultans. Ferner beherbergt Shrirangapattana mit dem Sri-Ranganathaswamy-Tempel eine wichtige hinduistische Wallfahrtsstätte; der Tempel geht auf das 9. Jahrhundert zurück und ist einer von drei Gott Vishnu geweihten Tempeln auf Inseln im Kaveri-Fluss.

Selten besucht ist der nur etwa 15 km südwestlich von Shravanabelagola gelegene Rameshvara-Tempel bei der Ortschaft Kikkeri.

Ebenfalls im Distrikt Mandya beim Krishnarajasagara-Staudamm liegen die Brindavan-Gärten. Die rund 60 Hektar große Gartenanlage wurde zwischen 1927 und 1932 für den Maharaja von Mysore fertiggestellt. All diese Sehenswürdigkeiten können vom nahen Mysore aus erreicht werden, sodass nur wenige Touristen im Distrikt Mandya übernachten.

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadt Einwohner
(2001)[4]
Krishnarajasagara 8.510
Krishnarajpet 22.473
Maddur 26.456
Malavalli 35.800
Mandya 131.211
Nagamangala 16.050
Pandavapura 18.236
Shrirangapattana 23.448

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Distrikt Mandya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals: Data Sheet (PDF; 1,7 MB) und Population and decadal growth rate by residence Persons. (PDF; 1,3 MB)
  2. Census of India 2001: Basic Data Sheet. District Mandya (22), Karnataka (29). (PDF; 55 kB)
  3. Mandya District Gazetteer, 2009, S. 184. (Memento des Originals vom 3. März 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.karunadu.gov.in (PDF; 248 kB)
  4. Census of India 2001: Population, population in the age group 0-6 and literates by sex - Cities/Towns (in alphabetic order) (Memento vom 16. Juni 2004 im Internet Archive)