Manfred Esser

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Manfred Esser (* 1938 in Wormersdorf; † 1995 auf Fuerteventura) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1938 in Wormersdorf in der Voreifel geboren, studierte Manfred Esser Philosophie und Sprachen in Bonn, Dublin und Freiburg. Nachdem er mit 23 seinen ersten Roman „Duell“ veröffentlicht hatte, kam er 1962 nach Stuttgart, wo ihn der damalige Süddeutsche Rundfunk (SDR) als Hörspieldramaturg beschäftigte. Er gehörte dort bald zu einem Künstlerzirkel unter anderem mit Max Bense, Reinhard Döhl, Wolfgang Kiwus (mit dem zusammen er 1981 einen Gedichte-Band von Bernd Fischle in der „Edition Künstlerhaus“ herausgab) und Wolfgang Dauner. 1963 schrieb Manfred Esser mit Reinhard Döhl das Manifest der „Stuttgarter Schule“ rund um Max Bense, als deren eigentlicher Namensgeber er gilt, indem er 1963 auf einer Tagung der französischen Gruppe Tel Quel in der Normandie über die Theorien dieser Schule in Stuttgart sprach, wonach in französischen und deutschen Zeitungen diese Bezeichnung aufgegriffen wurde.[1][2]

Nach den Büchern „Duell“, „Leben + letzte Erkenntnis“ und „Ich-Geschichten“ gilt als sein zentrales literarisches Werk der „Ostend-Roman“, erstmals 1978 in einer Ausgabe des März-Verlags erschienen und 1983 bei Klett-Cotta neu herausgebracht.[3][4][5] Daneben publizierte er Gedichte, Hörspiele und Theaterstücke. — 1981 wurde er als Erster mit dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet, einem Literaturpreis, der seitdem jedes Jahr durch den Förderkreis deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg e. V. öffentlich verliehen wird. Das Staatstheater Stuttgart hat den „OSTEND“-Roman von Manfred Esser 2007 in einer eigenen Bearbeitung auf die Bühne gebracht.[6][7]

Manfred Esser u. a. / im Verlag für zeitige Dramatik

Manfred Esser hatte sich 1961 an der soeben von Gerd Hergen Lübben in der Universität Bonn gegründeten Bühne für sinnliche Wahrnehmung – KONZIL mit einer (vom Künstler Gerhard Finke gestalteten) „TEXTE“-Ausstellung beteiligt.[8] Er wirkte in Stuttgart mit an der Gründung eines „Sozialistisch-Katholischen Künstlerbundes“ und des Clubs Voltaire (1964–1971) sowie 1966 an der Gründung des „Verlags für zeitige Dramatik“,[9] worin er eigene Texte neben Stücken beispielsweise von Apollinaire, Harig, Jarry, Lübben, Mon und Sanguineti veröffentlichte, und nahm 1993 in der Essener Folkwang-Hochschule am „Ersten Kongress der Theaterautoren“ teil.[10]

Auf Fuerteventura 1995 gestorben,[11] ist Manfred Esser in Vischel,[12][13] nahe seinem Heimatort, beerdigt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Duell. Roman. Olten, Freiburg i.Br. 1961.
  • mit Jean-Pierre Arend: 1. Scientific Biographia Romancee – Leben + letzte Erkenntnis. Melzer Verlag, Darmstadt 1969.[14]
  • Ostend-Roman. März bei Zweitausendeins, Frankfurt am Main 1978.
  • mit Wolfgang Kiwus (Hrsg.): In memoriam Helmut Mader. Edition Künstlerhaus, Stuttgart/ Hamburg 1979, ISBN 3-922702-00-7.
  • Zeilen 78/79. Edition Künstlerhaus, Stuttgart 1980, ISBN 3-922702-05-8.
  • Ostend-Roman. Klett-Cotta, Stuttgart 1983, ISBN 3-608-95170-9.
  • Ich-Geschichten. Klett-Cotta, Stuttgart 1987, ISBN 3-608-95503-8.
  • D(ich)t. Walter, 1994, ISBN 3-87451-053-0.
  • Logo poeia Frühes, vor Stuttgart. (Graphiken: Wolfgang Kiwus). Schlack, Stuttgart 1996.
  • mit Elger Esser: Nach Italien : Reisebeschreibungen und Fotografien. Kehrer, Heidelberg 2000, ISBN 3-933257-20-4.[15]

Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Monika Jörg-Rössler: Ästhetik an der Technischen Hochschule — „Stuttgarter Impulse - Wie das "Schöne" in Stuttgart Einzug hielt“, Universität Stuttgart (abgerufen am 28. Januar 2016).
  2. Stadtbibliothek Stuttgart: Esser, Manfred.
  3. Der "Ostend-Roman" des Stuttgarter Schriftstellers Manfred Esser in: DER SPIEGEL 31/1983 (1. August 1983).
  4. MANFRED ESSER UND SEIN WERK in: Stuttgarter Nachrichten, 16. September 2011.
  5. Der Osten war relativ derb... in: Stuttgarter Zeitung. 16. September 2011.
  6. „OSTEND“ nach dem Roman von Manfred Esser, Uraufführung: 8. März 2007, Depot; Herausgeber Schauspiel Stuttgart. (Abgerufen am 30. Januar 2016.)
  7. Vgl. auch das Programmheft OSTEND; Premiere im Rahmen des Festivals DEPOT X MEMO des Staatstheaters Stuttgart. (Abgerufen am 23. Januar 2016.)
  8. Gerd Hergen Lübben: Bühne für sinnliche Wahrnehmung – KONZIL. Bonn 1961/2012, S. 8 f. u. 20. (Abgerufen am 22. Januar 2016.)
  9. Verlag für zeitige Dramatik, Stück für Stück im Kommen, Stuttgart o.J. (1966/1967; Flyer)
  10. Stiftung Kunst und Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.): Erster Kongress der Theaterautoren. Berlin 1993, ISBN 3-923854-88-9.
  11. Vgl. MUSE-O (mit Texten von Helmut Böttiger), Ausstellung über „Ostend-Roman“-Autor Manfred Esser, gefördert vom Kulturamt der Stadt Stuttgart, veröffentlicht am 17. September 2013. (Abgerufen am 22. Januar 2016.)
  12. General Anzeiger Bonn. 23. April 2011, „GA-Frühlingswanderung: Im Vischeltal ...“: Auf dem Friedhof in Vischel wurde seit 1956 nur noch der Wormersdorfer Dichter Manfred Esser auf dessen eigenen Wunsch begraben. (Abgerufen am 22. Januar 2016.)
  13. Der Grabstein von Manfred Esser auf dem Friedhof in Vischel. (Bildnachweis; abgerufen am 24. April 2016.)
  14. Helmut Salzinger: KRITIK IN KÜRZE. In: Die Zeit. 5. September 1969. (Abgerufen am 22. Januar 2016.)
  15. Helmut Böttiger, Elger Esser, Wolfgang Kiwus: Hochzeit Ostend - Manfred Esser. — Die Ausstellung (14. September–11. November 2011), kuratiert von Helmut Böttiger, zeigt die künstlerische Entwicklung des Autors (1938–1996) wie auch das Milieu, in dem er in Stuttgart wirkte.
  16. Villa Massimo Stipendiaten 1970/1969 (Abgerufen 22. Januar 2016).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]