Manjaro Linux

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Manjaro Linux
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Bildschirmfoto
Manjaro 17.0 Gellivara.png
Manjaro Linux 17.0.1 Gellivara
Basisdaten
Entwickler Roland Singer, Guillaume Benoit, Philip Müller u. a.
Sprache(n) mehrsprachig, u. a. Deutsch
Erscheinungsdatum Juli 2011
Aktuelle Version 17.0 "Gellivara" (Rolling Release)
(5. April 2017)
Abstammung GNU/Linux
↳ Arch Linux
↳ Manjaro
Kernel Monolithischer Kernel
Architekturen i686, AMD64
Kompatibilität Linux, POSIX
Installations­medium DVD
Lizenz(en) GPL und andere Lizenzen
Sonstiges Desktop-Umgebung: Xfce, KDE Plasma, Cinnamon, MATE, Gnome, LXDE, Fluxbox, Openbox, Enlightenment und Andere
Paketverwaltung: Pacman
Website manjaro.org

Manjaro [manʃɑːro] ist eine auf Arch Linux basierende Linux-Distribution, die in Deutschland, Frankreich und Österreich entwickelt wird. Es ist in erster Linie ein freies Betriebssystem für Personal Computer, welches auf Benutzerfreundlichkeit ausgerichtet ist. Wie seine Basis, Arch Linux, nutzt es ein Rolling-Release-Modell.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit eigenem Installationsprogramm[1] und einem grafischen Frontend zur Paketverwaltung richtet es sich sowohl an Anfänger als auch fortgeschrittene Benutzer.[Anm. 1][2][3][4]

Die Entwickler bieten verschiedene Editionen an, welche sich durch die installierte Desktop-Umgebung und dazugehörige Programme unterscheiden. Als Standard-Oberflächen werden Xfce, KDE und Gnome bereitgestellt, jedoch stehen als Projekte der Manjaro-Benutzer auch Editionen mit Cinnamon, Enlightenment, LXDE, MATE, Openbox oder die minimale Net-Edition (ohne vorinstallierten Display-Manager) als Installations-Medium (DVD-Image) zum Herunterladen zur Verfügung. Manjaro Linux verwendet eigene Paket-Repositorien, die dazu dienen, stabile Schnappschüsse der Arch-Linux-Repositorien anzubieten. Die Pakete durchlaufen dabei den „unstable“- und „testing“-Zweig, bevor diese als stabile Schnappschüsse veröffentlicht werden. Als Anwender hat man jederzeit die Möglichkeit, zwischen den drei verschiedenen Zweigen umzuschalten. Der Anwender kann somit selbst entscheiden, wie wichtig ihm Aktualität oder Stabilität ist.

Das Installationsprogramm Calamares bietet sowohl automatische als auch manuelle Festplattenpartitionierung, sowie eine Hardwareerkennung, z. B. für Grafikkarten, und kann benötigte Treiber automatisch installieren.[5] Ein installiertes Manjaro Linux wird über Rolling Releases allein mit dem Paketmanager ohne Neuinstallation oder Systemupgrade aktuell gehalten.[Anm. 2] Manjaro bietet mit Octopi (KDE)[5] und Pamac (Xfce)[6] eigene Frontends für den Arch-Linux-Paketmanager Pacman; mit dem Tool Yaourt können Pakete aus dem Arch User Repository (AUR) installiert werden.[7]

Für den init-Prozess der Systeminitialisierung des Betriebssystems wird das Programm systemd verwendet[8], was einen schnellen Rechnerhochlauf ermöglicht.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 2016 zählt SourceForge im Durchschnitt monatlich etwa 130.000 Downloads der Release-Images.[9] Manjaro war auf den Coverdiscs der Ausgaben 167 und 172 der englischen Zeitschrift Linux Format enthalten.[10] Auf Distrowatch befindet sich Manjaro unter den fünf meist aufgerufenen Distributionsseiten.[11]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Blogeintrag[12] kritisiert Keith Curtis, dass für geringe Änderungen am Code die Arch-Repositorien dupliziert werden und schlägt vor, den Nutzern solle ermöglicht werden, die Arch-Repositorien zu nutzen, um einen Lock-in-Effekt zu vermeiden. Ebenso könnten die eigenen Wikiseiten im Arch-Wiki Platz finden. Allen McRae, der u. a. pacman für Arch Linux pflegt, lobt die seit Ende 2014 zügigere Aktualisierungsstrategie bei Sicherheitslücken.[13]

Veröffentlichungstabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Version 0.8.0 hat jede Version einen eigenen Codenamen. Die Codenamen folgen dem Alphabet, ihr Ursprung ist jedoch nicht immer eindeutig zuordenbar[14], auch wenn einige Namen von Himmelskörpern abgeleitet sind.[15]

Version Codename Veröffentlichung Kernel Anmerkung
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.1 2011-07-10
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.0[16][17] Ascella 2012-08-20 3.4.9 LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.1[18] Ascella 2012-09-21 3.4.x LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.2[19] Ascella 2012-11-10 3.4.x LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.3[20] Ascella 2012-12-24 3.4.x LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.4[21] Ascella 2013-02-25 3.7.x
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.5[22] Ascella 2013-04-13 3.8.5
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.6[23] Ascella 2013-06-02 3.9.x
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.7[24] Ascella 2013-08-26 3.4.59 LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.8[25] Ascella 2013-11-24 3.10.20 LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.9[26] Ascella 2014-02-23 3.10.30 LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.10[27] Ascella 2014-06-09 3.12.20 LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.11 Ascella 2014-12-01
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.12 Ascella 2015-02-06
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 0.8.13 Ascella 2015-06-14
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 15.09 Bellatrix 2015-09-27
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 15.12 Capella 2015-12-22
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 16.06 Daniella 2016-06-06 4.4.12 LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 16.06.1 Daniella 2016-06-11 4.4.13 LTS
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 16.08[28] Ellada 2016-08-31
Ältere Version; nicht mehr unterstützt: 16.10[29] Fringilla 2016-10-31
Aktuelle Version: 17.0[30][31] Gellivara 2017-03-07 4.9 LTS erste offizielle Version mit der Desktop-Umgebung Gnome[32]
Legende:
Ältere Version; nicht mehr unterstützt
Ältere Version; noch unterstützt
Aktuelle Version
Aktuelle Vorabversion
Zukünftige Version

Offizielle Manjaro-Editionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manjaro XFCE

Manjaro Xfce 17.0.1 Gellivara wird mit dem Manjaro-eigenen dunklen Theme sowie dem aktuellen Xfce 4.12 ausgeliefert. Der Standard-Kernel wurde auf linux49 4.9 LTS, der Xorg-Stack auf die 1.19 Serie aktualisiert.[30]

Manjaro KDE

Manjaro KDE 17.0.1 Gellivara wird mit dem Manjaro-eigenen dunklen KDE Theme sowie dem aktuellen KDE Plasma 5.9.3, KDE Apps 16.12.3 und dem KDE Framework 5.31.0 ausgeliefert. Der Standard-Kernel wurde auf linux49 4.9 LTS, der Xorg-Stack auf die 1.19 Serie aktualisiert.[31]

Manjaro Gnome

Mit Veröffentlichung von Manjaro 17.0 wurde die GNOME Edition als dritte offizielle Version angeboten.[32]

Manjaro Net

Die Net Edition wurde bisher noch nicht offiziell als Version 17.0 veröffentlicht. Im Download-Bereich der Manjaro-Website wird die Net Edition derzeit nicht mehr als offizielle Version geführt.

Manjaro Community Editionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cinnamon Edition
Screenshot of Manjaro 17.0 Cinnamon Edition
Deepin Edition
Enlightenment Edition
Fluxbox Edition
I3 Edition
Screenshot of Manjaro 17.0 i3 Edition
LXDE/LXqt Edition
MATE Edition
OpenBox Edition
OpenRC Edition

OpenRC wurde im Juni 2014 als Community Edition von Manjaro gestartet mit den Ziel ohne systemd auszukommen.[33] Dabei wird ConsoleKit2 anstelle von logind und eudev anstelle von systemd-udev verwendet. Dabei werden einige systemd Bibliotheken in einem eudev-systemdcompat Paket gebündelt.

PekWM Edition

Derivate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Netrunner Rolling[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gegensatz zu Blue Systems Netrunner, das auf Debian basiert, wurde 2014 die erste Version von Netrunner Rolling 2014.04 auf Basis von Manjaro 0.8.9 KDE veröffentlicht. Das Projekt wurde jedoch Ende 2016 wieder eingestellt. Die Letzte veröffentlichte Version war Netrunner Rolling 2016.01.

Sonar GNU/Linux[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Sonar GNU/Linux Projekt[34] verfolgt das Ziel ein Barrierefreies Linux bereitzustellen, dabei werden die beiden Desktops Gnome und Mate unterstützt. Die erste Version wurde im Februar 2015 veröffentlicht, die aktuelle und letzte Version wurde 2016 veröffentlicht.[35]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Manjaro Linux – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zitiert sei hier aus Manjaro Linux jetzt auch mit KDE und Gnome. heise.de, 4. September 2013, abgerufen am 30. November 2013: „Manjaro Linux senkt die Einstiegshürde für Arch Linux durch grafische Hilfsmittel und eine vorinstallierte grafische Oberfläche und macht so die Linux-Distribution breiteren Anwenderkreisen zugänglich.“
  2. Liane M. Dubowy. Kein Gramm zu viel. In c't - Magazin für Computertechnik, 24/2013, S. 168. Zitat: „Näher an Arch Linux [als Chakra Linux] sind Manjaro und Antergos, die ebenfalls einen Installationsassistenten, eine Desktop-Oberfläche und grafische Werkzeuge bereithalten, dabei aber dieselbe Paketbasis wie Arch Linux nutzen.“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Thomas Drilling: Manjaro Linux 0.8.5 mit grafischem Installer. pro-linux.de, 16. April 2013, abgerufen am 28. Dezember 2015.
  2. Liane M. Dubowy: Manjaro Linux mit Openbox-Desktop. heise.de, 15. Januar 2013, abgerufen am 30. November 2013.
  3. Selena Frye: Arch-based Manjaro Linux touts user-friendliness TechRepublic online, 15. Mai 2013 (englisch)
  4. Gary Newell: Everyday Linux User Review of Manjaro Linux. everydaylinuxuser.com, Januar 2013, abgerufen am 13. November 2016 (englisch).
  5. a b Liane M. Dubowy: Linux-Distribution Manjaro 16.06.1 veröffentlicht. heise.de, 14.06.2016, abgerufen am 31. März 2017.
  6. Jim Lynch: Manjaro 0.8.5. Desktop Linux Reviews, 22. April 2013, abgerufen am 31. Dezember 2015 (englisch).
  7. Neue Arch-Linux-Abkömmlinge In: c't - Magazin für Computertechnik, 20/2013, S. 52, Autor: Oliver Dietrich
  8. Karsten Günther: Kleine Tücken: Anwenderfreundliche Arch-Linux-Variante Manjaro. In: Linux User (ISSN 1615-4444) 14. Jg. (2013) H. 6, S. 8–9
  9. Download Statistics: release. sourceforge.net, abgerufen am 7. März 2017 (englisch).
  10. Ben Everard: Linuxformat.com. linuxformat.com, abgerufen am 2. Dezember 2013.
  11. DistroWatch.com: Put the fun back into computing. Use Linux, BSD. distrowatch.com, abgerufen am 15. Januar 2017.
  12. Keith Curtis: Manjaro, Arch, and Debian. keithcu.com, 8. Dezember 2013, abgerufen am 3. Januar 2014 (englisch).
  13. Allen McRae: Improvements on Manjaro Security Updates. 4. Februar 2015, abgerufen am 28. Februar 2015 (englisch).
  14. Philip Müller: codenames.md. 12. März 2017, abgerufen am 12. März 2017 (englisch).
  15. eugen-b (Manjaro Team): From central Greek to a finch to an asteroid: How any Manjaro release name is chosen? 4. November 2016, abgerufen am 14. März 2017 (englisch).
  16. Philip Müller: Finally! Manjaro XFCE edition is released. Manjaro, 20. August 2012, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  17. Philip Müller: Last but not least! Manjaro KDE! Manjaro, 20. August 2012, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  18. Philip Müller: Manjaro 0.8.1 XFCE edition released. Manjaro, 21. September 2012, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  19. Philip Müller: Manjaro 0.8.2 has been released! Manjaro, 10. November 2012, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  20. Philip Müller: Manjaro 0.8.3 has been unleashed! Manjaro, 24. Dezember 2012, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  21. Philip Müller: Manjaro 0.8.4 has been released! Manjaro, 25. Februar 2013, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  22. Philip Müller: Manjaro 0.8.5 released. Manjaro, 13. April 2013, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  23. Philip Müller: Manjaro 0.8.6 got unleashed! Manjaro, 2. Juni 2013, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  24. Philip Müller: Manjaro 0.8.7 hits the Wild! Manjaro, 26. August 2013, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  25. Philip Müller: Manjaro 0.8.8 lands on our servers. Manjaro, 24. November 2013, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  26. Philip Müller: Manjaro 0.8.9 hit our Servers. Manjaro, 23. Februar 2014, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  27. Philip Müller: Manjaro 0.8.10 is online! Manjaro, 9. Juni 2014, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  28. Philip Müller: Manjaro Ellada finally released. Manjaro, 31. August 2016, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  29. Philip Müller: Manjaro Fringilla finally released. Manjaro, 31. Oktober 2016, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  30. a b Philip Müller: Manjaro XFCE 17.0 released. Manjaro, 7. März 2017, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  31. a b Philip Müller: Manjaro KDE 17.0 released. Manjaro, 7. März 2017, abgerufen am 8. März 2017 (englisch).
  32. a b Bernhard Landauer: Manjaro GNOME 17.0 released. Manjaro, 7. März 2017, abgerufen am 10. März 2017 (englisch).
  33. Booting with OpenRC: An alternative to systemd. 6. Juni 2014, abgerufen am 14. März 2017 (englisch).
  34. Sonar GNU/Linux. Abgerufen am 12. März 2017 (englisch).
  35. Sonar 2016.03 released - an accessible OS focused on assistive technology. 6. März 2016, abgerufen am 14. März 2017 (englisch).