Cinnamon (Desktop-Umgebung)

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Cinnamon

Logo
Bildschirmfoto von Cinnamon 4.2.3
Cinnamon 4.2.3
Basisdaten

Maintainer Linux Mint Entwickler
Entwickler Linux Mint Entwickler
Erscheinungsjahr 2011
Aktuelle Version 4.4.5[1]
(12. Dezember 2019)
Betriebssystem GNU/Linux
Programmiersprache C[2], JavaScript, Python
Kategorie Desktop-Umgebung
Lizenz GPL v2
deutschsprachig ja
github.com/linuxmint/Cinnamon

Cinnamon (englisch für „Zimt“) ist eine freie Desktop-Umgebung für Linux. Das Projekt startete als Abspaltung der Gnome Shell, also als grafische Shell, um unter Linux Mint eine Benutzeroberfläche zu schaffen, die moderne Konzepte von Gnome 3 mit der traditionellen Bedienung von Gnome 2 verbindet. Inzwischen ist Cinnamon auch für andere Linux-Distributionen verfügbar.

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Veröffentlichung der Desktop-Umgebung Gnome 3 wurde ein neues Design- und Bedienkonzept eingeführt, das nicht zu den Vorstellungen der Linux-Mint-Entwickler passte. Daher wurde die Gnome-2-Abspaltung MATE unter dem Dach von Linux Mint entwickelt. Um den Benutzern dennoch die Möglichkeit zu geben, die Distribution mit modernen Gnome-3-Features zu benutzen, stand auch diese Oberfläche zur Verfügung, wurde aber durch die Mint Gnome Shell Extensions (MGSE) äußerlich angepasst. Die Anpassungsfähigkeit der Gnome Shell durch Erweiterungen ist jedoch begrenzt, daher entschlossen sich die Entwickler schließlich, eine eigene Gnome-3-Abspaltung nach ihren Vorstellungen zu entwickeln, den sie Cinnamon nannten, nach dem englischen Wort für Zimt.[3] Die auffälligste Änderung ist die Wiedereinführung der Taskleiste, deren Fehlen in Gnome 3 oft kritisiert wurde.

Ab Version 1.2 verwendet Cinnamon den Window Manager Muffin, eine Abspaltung von Mutter.[4] Auch der von Gnome bekannte Dateimanager Nautilus wurde abgespalten und kommt ab Cinnamon 1.6 unter dem Namen Nemo zum Einsatz.[5] Ebenfalls neu ab dieser Version ist der Darstellungsmodus Cinnamon 2D, mit dem die Desktopumgebung auch auf Systemen ohne 3D-Beschleunigung funktioniert.[6]

Ab Version 1.8 kommt das Cinnamon-Control-Center zum Einsatz, das die bis zu diesem Zeitpunkt „gedoppelten“ Einstellungsmanager des Gnome-Control-Centers mit den bis dato separierten Cinnamon-Settings zu einem Tool vereint. Auch die Verwaltung der Bildschirmschoner wird mit dieser Fassung in eine eigenständige Abspaltung der Gnome-Screensaver ausgelagert.

Die im November 2013 veröffentlichte Version 2.0 gilt allgemein als der große Schritt zur eigenständigen Desktop-Umgebung. Zwar basiert sie immer noch auf Gnome-Technologie, benötigt ab diesem Zeitpunkt aber keine Installation des Grundsystems von Gnome mehr. Ab diesem Zeitpunkt ist Cinnamon mehr als nur ein Frontend, wie zum Beispiel das mittlerweile eingestellte Unity von Ubuntu.

Die Version 4.0 vom Dezember 2018 brachte unter anderem neben der „klassischen Ansicht“ die sogenannte „moderne Ansicht“, die sich mehr an der bekannten Taskleiste von Windows 7 bzw. 10 orientiert. Man setzt auf Symbole statt Texte und eine Gruppierung mehrerer gleichzeitig geöffneter Fenster desselben Programms. Die Auswahl der Ansicht geschieht über den Begrüßungsbildschirm von Linux Mint 19.1. Nutzer von Cinnamon anderer Distributionen wie zum Beispiel Arch oder Manjaro müssen das Icing Task Manager genannte Desklet selber installieren, um die „moderne Ansicht“ zu erhalten. Durch die vollständige Migration auf Python 3 wurde der Cinnamon-eigene Nautilus-Fork Nemo zudem erheblich beschleunigt.[7]

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Bisherige Versionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cinnamon bietet viele Funktionen:

  • Desktop-Effekte, einschließlich Animationen und Übergangseffekten
  • Panels mit Hauptmenü, Programmlauncher, Fensterliste und Taskleiste, die links, rechts, oben oder unten angebracht werden können
  • Applets in der Taskleiste
  • Übersicht mit Funktionen ähnlich wie in der GNOME Shell, und einen
  • Konfigurations-Editor für die einfache Anpassung von Panel, Kalender, Themes, Desktop-Effekten, Applets und Extensions

Konfigurierbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cinnamon bietet viele Einstellungen, um das Aussehen der Oberfläche anzupassen. Außerdem erbt es von Gnome 3 die Fähigkeit, Erweiterungen und Themes einzurichten, verliert aber die Kompatibilität zu bereits bestehenden GNOME Shell Extensions.

Zusätzlich führt Cinnamon das in ähnlicher Weise von Gnome 2 bekannte Konzept der Applets ein. So ist jede Komponente der Taskleiste ein Applet, das vom Benutzer hinzugefügt oder entfernt werden kann. Im Gegensatz zu herkömmlichen Erweiterungen profitieren sie von einer API, um die Taskleiste unkompliziert um weitere Funktionalität zu erweitern und mit zukünftigen Versionen von Cinnamon kompatibel zu bleiben. Letzteres ist bei normalen Erweiterungen nicht sichergestellt. Das Entwicklerteam rät, Erweiterungen nur für kompliziertere Aufgaben einzusetzen, die von Applets nicht erfüllt werden können.[11] Auf der Website des Projekts können einige Themes, Applets und Erweiterungen heruntergeladen werden.

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cinnamon ist unter anderem für Linux Mint ab Version 13 verfügbar. Auf der Projekthomepage stehen neben dem Quelltext auch installierbare Pakete für einige Linux-Distributionen wie Ubuntu oder auch openSUSE bereit. Außerdem ist Cinnamon inzwischen in den offiziellen Paketquellen von Ubuntu (ab 13.04),[12] Fedora, Gentoo Linux, Arch Linux[13], Manjaro und Debian enthalten.[14][15] Seit 2012 verwendet Antergos (ehemals Cinnarch), ein Arch-Linux-Derivat, Cinnamon.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cinnamon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Release 4.4.5. 12. Dezember 2019 (abgerufen am 13. Dezember 2019).
  2. The 589388 Open Source Project on Open Hub: Languages Page. In: Open Hub. (abgerufen am 14. Juli 2018).
  3. Clement Lefebvre: Introducing Cinnamon. In: The LinuxMint Blog. 2. Januar 2012, abgerufen am 14. März 2015 (englisch).
  4. Clement Lefebvre: Cinnamon 1.2 Released. 23. Januar 2012, abgerufen am 14. März 2015 (englisch).
  5. Clement Lefebvre: Introducing Nemo. 4. September 2012, archiviert vom Original am 5. September 2012; abgerufen am 14. März 2015 (englisch).
  6. Clement Lefebvre: Cinnamon 1.6 Released. 18. September 2012, abgerufen am 14. März 2015 (englisch).
  7. Wolfgang sagt: Linux Mint 19.1 Tessa (Beta) mit Cinnamon 4.0 - die Neuerungen. Abgerufen am 31. Dezember 2018 (deutsch).
  8. Cinnamon 1.4 Released. The GNOME Project. 3. März 1999. Abgerufen am 8. Juni 2014.
  9. cinnamon in Fedora repositories. In: fedoraproject.org.
  10. cinnamon in Debian repositories. In: debian.org.
  11. Clement Lefebvre: How to make a Cinnamon applet (Force Quit applet tutorial). 31. Januar 2012, abgerufen am 14. März 2015 (englisch).
  12. Ubuntu - Ergebnisse der Debian-Paketsuche -- cinnamon. In: Ubuntu Paketsuche. Abgerufen am 14. März 2015.
  13. Cinnamon 2.4.6-1. In: Archlinux PackageRepositorium. Abgerufen am 14. März 2015 (englisch).
  14. Download. Abgerufen am 14. März 2015 (englisch).
  15. Debian -- Package Search Results -- cinnamon. In: Debian Paketliste. Abgerufen am 14. März 2015 (englisch).