Marcel Eckardt

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Marcel Eckardt 2013 beim German Masters

Marcel Eckardt (* 27. Oktober 1989 in Gera) ist ein deutscher Snookerschiedsrichter.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marcel Eckardt stammt aus Töppeln bei Gera.[1] Als er etwa 13 Jahre alt war, erwachte sein Interesse am Snooker durch die Übertragungen im deutschsprachigen Fernsehen bei Eurosport.[2] Da es in seiner unmittelbaren Heimat wenig Gelegenheiten zum Billardspielen gab, kam er erst spät zum Spielen und war vor allem im Poolbillard aktiv.[3] Seinen ersten Schiedsrichterlehrgang machte er 2008 in Hohenstein-Ernstthal. Er erwarb die C-Lizenz des Landesverbands Thüringen und danach die nationale B-Lizenz. 2010 leitete er erstmals Spiele mit Snookerprofis während eines Exhibition-Turniers in Brügge, unter anderem mit Stephen Hendry und Steve Davis.[4] Im selben Jahr bewarb er sich als Schiedsrichter auf der damals neu gegründeten Players Tour Championship und sammelte Erfahrung bei den europäischen Turnieren und in der Main-Tour-Qualifikation. Beim Paul Hunter Classic 2011 leitete er erstmals das Finale eines PTC-Turniers.[1] Beim German Masters 2012 wurde er erstmals bei einem vollwertigen Weltranglistenturnier eingesetzt.[2]

Für die Saison 2013/14 wurde Eckardt mit 23 Jahren als bis dahin jüngster Schiedsrichter in den 12-köpfigen A-Kader der Snookerschiedsrichter berufen.[2] Er gehört damit zum festen Stamm der Unparteiischen, die bei den Endrunden aller Ranglisten-Turnieren auf der World Snooker Main Tour, und dabei insbesondere auch bei den im Fernsehen übertragenen Partien, eingesetzt werden.[5]

Neben der Tätigkeit als Hauptschiedsrichter am Tisch kann der Einsatz auch im Hintergrund am Monitor als ein sogenannter Marker erfolgen. Die Aufgaben hierbei sind die Eingabe der Spielstände an den Anzeigetafeln und die Unterstützung des Tischschiedsrichters, insbesondere in Situationen, wo nach einem Foul and a Miss das vorangegangene Spielbild wieder hergestellt werden muss.[5]

Als bisher jüngster Schiedsrichter leitete Eckardt beim German Masters 2015 im Berliner Tempodrom das Finale eines Weltranglistenturniers. Sein erstes Maximum Break in der Funktion als Schiedsrichter erlebte er im Viertelfinale desselben Turniers; es wurde von Judd Trump erzielt. Bisher war er bei fünf Maximum Breaks jeweils unterschiedlicher Spieler Schiedsrichter der Partie (Stand: Januar 2019).[6]

Eckardt begleitete 2019 zum fünften Mal als Schiedsrichter die Snookerweltmeisterschaft,[7] bei der er bis zum Halbfinale eingesetzt wurde.

Er lebt in Berlin und studiert Politikwissenschaften, Verwaltungswissenschaften und Soziologie im Fernstudium.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Marcel Eckardt schiedst Finale der PHC 2011. In: pbc-erfurt.de. PBC Erfurt, 2011, abgerufen am 18. Februar 2015.
  2. a b c Katharina Schneider: Snooker – Marcel Eckardt – in der Weltspitze zu Hause. In: de.eurosport.yahoo.com. Eurosport, 22. März 2014, archiviert vom Original am 19. Februar 2015; abgerufen am 18. Februar 2015.
  3. Rachael Rodgers: Meet Marcel. (PDF; 3,34 MiB) In: Fast & Furious Snooker, March Issue 1. Fast & Furious Snooker and DN5 Media, 22. März 2012, S. 2 f., abgerufen am 18. Februar 2015 (englisch).
  4. Snookerstars in Erfurt. In: pbc-erfurt.de. PBC Erfurt, Mai 2010, abgerufen am 18. Februar 2015.
  5. a b Rolf Kalb: Snooker – Marcel Eckardt jetzt A-Kader-Schiri. In: de.eurosport.yahoo.com. Eurosport, 21. Mai 2013, archiviert vom Original am 19. Februar 2015; abgerufen am 18. Februar 2015.
  6. Hans Moritz: Weltkarriere hinterm Grünen Tisch. Märkische Oderzeitung vom 19. Januar 2019.
  7. Fabian Nitschmann: Im feinen Zwirn zur WM: Deutscher richtet über die Snooker-Profis. In: n-tv.de. n-tv Nachrichtenfernsehen, 26. April 2018, abgerufen am 29. April 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marcel Eckardt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien