Liste der Stolpersteine in Aachen

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Die Aktion Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig stieß im Jahr 2008 in Aachen auf reges Interesse. Der Rat der Stadt Aachen beschloss, die Erinnerung an ehemalige Bürger, die im Dritten Reich deportiert, ermordet oder zur Flucht aus Deutschland gezwungen wurden, mit einem solchen Gedenkstein zu ehren. Diese kleinen Messingquader mit der Gravur des Namens, der Lebensdaten und des Schicksals befinden sich vor dem zuletzt frei bewohnten Haus der betreffenden Person und sind vom Künstler persönlich in den Bürgersteig eingesetzt worden.

An dieser Aktion, die es seit 2003 in mehr als 300 Ortschaften Deutschlands, Österreichs, Ungarns und den Niederlanden gibt, haben sich in Aachen unter der organisatorischen Gesamtleitung der Volkshochschule Aachen neben einigen Privatpersonen und dem Gedenkbuchprojekt[1] vor allem viele Aachener Schulen intensiv beteiligt. Im Rahmen ihres Unterrichtsplanes recherchierten sie die Lebensgeschichte der betroffenen Personen, knüpften Kontakte zu Überlebenden und spendeten nicht zuletzt die Kosten von derzeit 120,- Euro je Stein aus dem Erlös der so genannten „Friedensläufe“. Darüber hinaus übernahmen einige Schule sowie Vereine Patenschaften für ausgewählte Stolpersteine.

Seit 2008 folgten an folgenden acht Terminen 66 Stolpersteinverlegungen an 39 Adressen:

  • 16. Januar 2008: neun Steine an fünf Adressen
  • 15. Juni 2009: vierzehn Steine an fünf Adressen
  • 3. Dezember 2010: ein Stein an eine Adresse
  • 18. Oktober 2011: zwei Steine an eine Adresse
  • 17. Dezember 2012: sieben Steine an fünf Adressen
  • 15. Juni 2016: achtzehn Steine an neun Adressen
  • 1. Februar 2018: acht Steine an zwei Adresse
  • 6. Februar 2019: sieben Steine an sieben Adressen

Zu den bisher mit Stolpersteinen geehrten Personen gehören Juden bzw. Personen jüdischer Abstammung sowie zwei politisch Verfolgte und ein behindertes Kind.

Übersicht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortsbilder zeigen das Wohnumfeld 2019 an. Mehrere Häuser haben vor 1945 noch nicht existiert f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM | WikiMap

Adresse Name und Details Verlegedatum und Patenschaft Bild
Adalbertstraße 33
(Standort)
Adalbertstraße 33 - Aachen.JPG
Lina Levano, geb. Bauer (geb. am 12. November 1887 in Weilburg an der Lahn), war das zehnte von zwölf Kinder eines Viehhändlers. Sie arbeitete als Schuhverkäuferin und übernahm nach ihrer Heirat mit Eduard Levano (1883–1933) im Jahr 1912 zusammen mit ihm und ihrer Schwester Clementine Katzenstein, geb. Bauer (geb. am 1875), das Schuhgeschäft Louis Berg in Aachen, welches sie bis 1928 führten. Danach eröffnete die Familie Levano unter der Firmierung Bauer Schuh & Co. ein neues Schuhgeschäft. 1942 wurde Lina Levano nach Riga deportiert und dort ermordet[2]

Ihr Sohn Günter Levano (geb. am 2. Mai 1927 in Aachen), wurde 1942 zunächst ebenfalls nach Riga deportiert, anschließend ins KZ Stutthof überführt und 1944 im Außenlager Magda des KZ Buchenwalds in Magdeburg ermordet[3].

17. Dezember 2012
Stolperstein Günter und Lina Levano - Aachen.JPG
Adalbertstraße 43
(Standort)
Adalbertstraße 43 - Aachen.JPG
Clementine Katzenstein, geb. Bauer (geb. am 25. Mai 1875 Weilburg an der Lahn), war die Schwester von Lina Levano und übernahm als Schuhverkäuferin zusammen mit ihrer Schwester und deren Mann Eduard Levano das Schuhgeschäft Louis Berg in Aachen, welches sie bis 1928 führten. Danach eröffnete die Familie Levano/Katzenstein unter der Firmierung Bauer Schuh & Co. ein neues Schuhgeschäft. 1939 flüchtete sie nach Belgien, wo sie verhaftet und in das Sammellager Mechelen interniert wurde. Am 10. Oktober 1942 wurde Katzenstein in das KZ Auschwitz deportiert und dort ermordet[4]. 17. Dezember 2012
Stolperstein Clementiene Katzenstein - Aachen.JPG
Alt-Haarener Straße 20,
Aachen-Haaren
(Standort)
Alt-Haarener Straße 20 - Aachen-Haaren.JPG

(ursprünglich lt. Stadtbeschluss vorgesehen für die Weißenburger Straße 40)

Hugo Hartog (geb. am 30. Januar 1886 in Aachen), Sohn des Metzgers Abraham Hartog und seiner Gattin Sara geb. Kamp, wohnte in Aachen und arbeitete als Viehhändler. Am 12. Januar 1939 flüchtete er mit seiner Familie nach Rotterdam, wurde im Mai 1939 als Deutscher interniert und kam 1940 beim Bombenangriff auf Rotterdam ums Leben.

Seine Ehefrau Emma Hartog, geb. Moses (geb. am 1. März 1886 in Weilerswist), Tochter von Tobias Moses und Josephina, geb. Schweitzer, wohnte zunächst in Haaren. Sie emigrierte am 12. Januar 1939 mit ihrem Mann nach Rotterdam und wurde am 18. Januar 1944 ab dem Durchgangslager Westerbork in das KZ Theresienstadt deportiert, schließlich am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz verlegt und verstarb dort am 30. Oktober 1944. Ihre drei Kinder Fritz (1913–1985), Kurt (1919–2005) und Edith († 2009) überlebten, wobei Fritz in der Liste von Schindlerjuden aufgeführt war.[5]

15. Juni 2016
Stolperstein Hugo Hartog - Aachen.JPG

Stolperstein Emma Hartog - Aachen.JPG

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Alt-Haarener Straße 191,
Aachen-Haaren
(Standort)
Alt-Haarener-Straße 191 - Aachen-Haaren.JPG
Albert Levy (geb. am 15. März 1885 in Aachen-Haaren) war der Sohn des Viehhändlers Jacob Levy (1844–1928) und der Sibylla, geb. Breuer (1856–1940) sowie Vetter von Albert Levy (geb. am 24. Dezember 1883) aus der Friedensstraße und Wilhelm Sigismund Levy (geb. am 14. Februar 1871) aus der Straße An den Frauenbrüdern. Albert Lvy war in Aachen als Handelsmann und Viehhändler tätig. Um 1940 wurde er in das Zwangsarbeiterlager Rhenaniastraße in Stolberg eingewiesen, welches am 15. Juni 1942 aufgelöst wurde. Levy wurde daraufhin wie alle Insassen nach Osten das Vernichtungslager Sobibor deportiert, wo er ermordet wurde.

Albert Levys Ehefrau Selma Levy, geb. Simon (geb. am 19. Jahrhundert) kam mit ihren Kindern Helga Levy (geb. am 23. Februar 1930 in Haaren) und Else Levy (geb. am 28. März 1931 in Haaren), die zuvor die Städtische Israelitische Volksschule in Aachen besucht hatten, und mit Alberts Schwester Henriette Levy (geb. am 11. Oktober 1888 in Haaren), die bei ihnen im Haus wohnte, zunächst in das Lager Hergelsmühle in Haaren. Von dort aus wurden sie am 25. Juli 1942 in das KZ Theresienstadt deportiert und dort ermordet.

15. Juni 2016
Stolpersteine Fam. Albert Levy - Aachen-Haaren.JPG

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An den Frauenbrüdern 4
(Standort)
An den Frauenbrüdern 4-6.JPG
Sibylla (Bella) Levy, geb. Rubens (geb. am 22. November 1876 in Pannesheide), Tochter von Andreas Rubens und Regina Marx, war die Ehefrau von Wilhelm Sigismund Levy (geb. am 14. Februar 1871 in Jülich). Er war der Sohn von Bernhard Levy (geb. am 31. August 1838) und Clara Pinnes (geb. am 4. September 1830) sowie Vetter von Albert Levy (geb. am 15. März 1885) aus der Alt-Haarener Straße und Albert Levy (geb. am 24. Dezember 1883) aus der Friedensstraße in Haaren. Von ihm ist nur bekannt ist, dass er 1938 Invalide war. Sibylla wurde am 25. Juli 1942 ab Düsseldorf in das KZ Theresienstadt deportiert und am 21. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka verlegt. Das Amtsgericht Aachen erklärte sie am 19. November 1957 für tot und legte den Zeitpunkt des Todes auf den 31. Dezember 1945 fest.

Nur ihre jüngste Tochter Else (geb. am 1915) entkam nach England, während die beiden anderen Töchter Cläre (geb. am 11. April 1910; gest. am 11. Februar 1944 in Auschwitz) und Erna (geb. am 15. März 1911; gest. 1943 in Lublin) Opfer der Shoa wurden.

15. Juni 2016
Stolperstein Sibylla Levy - Aachen.jpg
Aretzstraße 7
Rehmviertel

(Standort)
Aretzstraße 7 - Aachen.JPG
Hans Max Silberberg (geb. am 24. Mai 1927 in Aachen), Sohn des Metzgers Hermann Silberberg (1891–1942 in Sobibor) und der Sophie, geborene Hirsch (1893–1942 in Sobibor), war Fußballspieler bei Alemannia Aachen. Am 4. Mai 1942 wurde er festgenommen und als Zwangsarbeiter in das Lager Rhenaniastraße in Stolberg verlegt. Von dort wurde er am 15. Juni 1942 über Koblenz, Köln und Düsseldorf zunächst in das Vernichtungslager Sobibor und anschließend weiter in das Konzentrationslager Majdanek deportiert, wo er am 8. August 1942 ermordet wurde. 6. Februar 2019

IG der Alemannia Fans und Fan Club e.V.
Stolperstein Hans Silberberg- Aachen.JPG
Augustastraße 37,
Steffensviertel
(Standort)
Augustastraße 37 - Aachen.JPG
Helene Hornberg, geb. Levi (geb. am 1. November 1878 in Ratingen), Tochter des Metzgers Joseph Levy (1843–1937) und der Sophia, geborene Heumann (1844–1928), war verheiratet mit dem Metzger und Fleischgroßhändler Siegmund Hornberg (geb. am 4. August 1864 in Aachen), Sohn des Metzgermeisters Joseph Nathan Hornberg (geb. am 15. Juli 1825) aus Elsdorf und der Klara, geborene Vitten (geb. am 23. Februar 1820) aus Jülich. Beide wurden am 25. Juli 1942 ins KZ Theresienstadt und am 26. September 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo sie umgekommen sind. 18. Oktober 2011
Stolperstein Siegmund Hornberg -Aachen.JPG

Stolperstein Helene Hornberg - Aachen.JPG

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Bismarckstraße 92,
Frankenberger Viertel
(Standort)
Bismarckstraße 92.JPG
Robert Salomon (geb. am 7. September 1898 in Aachen), Bruder von Max Salomon, war ebenfalls seit März 1925 Fußballer bei Alemannia Aachen. 1933 flüchtete er über Vaals nach Amsterdam. Dort geriet er in Gefangenschaft und wurde ab dem 20. Juli 1943 im Durchgangslager Westerbork festgesetzt. Am 25. Januar 1944 wurde er nach Auschwitz deportiert, wo er am 28. Januar 1944 für tot erklärt wurde. 6. Februar 2019

IG der Alemannia Fans und Fan Club e.V.
Stolperstein Robert Salomon - Aachen.JPG
Bismarckstraße 153,
Frankenberger Viertel

(Standort)
Bismarckstraße 153 - Aachen.JPG
Julius Berg (geb. am 13. August 1879 in Grevenberg), Sohn des Metzgers Joseph Berg (geb. 1846) und der Katharina Voß (1851–1915), war Maler- und Anstreichermeister in Aachen. Er war verheiratet mit Josephine Schmitz (geb. am 1879) aus Bonn, die wenige Jahre nach der Heirat starb. Julius Berg wurde am 22. März 1942 über Koblenz in das Ghetto Izbica deportiert, wo er ums Leben kam. 15. Juni 2016
Stolperstein Julius Berg - Aachen (2).JPG
Brabantstraße 46,
Frankenberger Viertel

(Standort)
Brabantstraße 46 - Aachen.JPG
Hugo Cahn (geb. am 23. April 1881 in Aachen), Handelsvertreter, und seine Frau Frieda Cahn, geb. Philipp (geb. am 15. Oktober 1889 in Aachen) wurden zunächst in das Sammellager Grüner Weg in Aachen eingewiesen und 1942 in den Osten Deutschlands deportiert, wo sie verstarben. Ihren Kindern Ruth und Werner gelang die Flucht nach England bzw. Palästina. 15. Juni 2016
Stolperstein Fam. Cahn - Aachen.JPG

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Freunder Landstraße 60, Aachen-Brand
(Standort)
(Verlegestelle Freunder Landstraße 58)

Freunder Landstraße 58 - Aachen.JPG
Netta Heumann, geb. Kaufmann (geb. am 11. Oktober 1877 in Aachen-Brand), Tochter von David Kaufmann (1848–1917) aus Kornelimünster und Lisete Löb († 1926), wuchs auf dem elterlichen Viehhof in Brand auf und wurde zusammen mit ihrer Tochter Hilde Borkowski, geb. Heumann (geb. am 3. Februar 1908 in Aachen-Brand) und ihrer Enkelin Ingeborg Lisette Borkowski (geb. am 15. November 1935 in Aachen-Brand) zunächst ins Lager Hergelsmühle in Aachen-Haaren einquartiert. Anschließend wurden sie gemeinsam am 15. Juni 1942 ins Vernichtungslager Sobibor deportiert und am 8. Mai 1945 für tot erklärt.

Der Ehemann von Hilde, Simon Borkowski (geb. am 20. Dezember 1903 in Baku), Sohn des Kaufmanns Naftali Borkowski (geb. am 22. April 1876 in Zgierz; gest. 1942 vermutlich in Treblinka) und der Rachel Lea Hecht (geb. am 5. Februar 1884; gest. 1942 vermutlich in Treblinka), war kaufmännischer Angestellter in Aachen. Er wurde am 27. Oktober 1941 von Düsseldorf aus, wo er während der Woche arbeitete und wohnte, ins polnische Ghetto Litzmannstadt deportiert und am 8. Mai 1945 für tot erklärt[6].

15. Juni 2009

Evangelisches Kinderheim Brand e.V.
Stolpersteine Fam. Borkowskis - Aachen.JPG

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Friedenstraße 8,
Aachen-Haaren
(Standort)
Friedensstraße 8 - Aachen-Haaren (2).JPG
Albert Levy (geb. am 24. Dezember 1883 in Aachen-Haaren) war der Sohn des Viehhändlers Isaak Levy (1849–1909) und der Sibilla, geborene Hirtz (1861–1926) sowie Vetter von Albert Levy (geb. am 15. März 1885) aus der Alt-Haarener Straße und Wilhelm Sigismund Levy (geb. am 14. Februar 1871) aus der Straße An den Frauenbrüdern. Albert Levy war Bankbeamter und Offizier im Ersten Weltkrieg. 1938 emigrierte er zunächst in die Niederlande, wurde in Belgien verhaftet und nach Frankreich ins Sammellager Drancy deportiert. Von dort aus wurde er am 4. September 1942 zunächst in das Camp de Gurs und am 9. Oktober 1942 weiter nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Sein Bruder Bernhard (Benno) Levy (geb. am 9. November 1886 in Aachen-Haaren), Kaufmann, war schwerkriegsbeschädigter Soldat im Ersten Weltkrieg und befand sich von 1915 bis 1920 in Kriegsgefangenschaft. Er kam 1941 ins Haarener Lager Hergelsmühle und wurde am 18. August 1941 am Bahnübergang Friedenstraße erschlagen aufgefunden. Ihm zu Ehren wurde in Haaren eine Straße in Benno-Levy-Weg umbenannt.

Deren jüngster Bruder Emil Levy (geb. am 22. Dezember 1895 in Aachen-Haaren), ebenfalls Kaufmann und Soldat im Ersten Weltkrieg, wurde 1936 zunächst in Aachen inhaftiert und anschließend in das alte Kölner Gefängnis Klingelpütz überführt. Von dort wurde Levy 1938 ins KZ Oranienburg deportiert. Dabei gelang ihm die Flucht und er konnte nach Mexiko emigrieren, wo er in Saltillo ein Lederwarengeschäft eröffnete. Er verstarb am 9. März 1951 in Mexiko-Stadt. Die weiteren Brüder Hermann (geb. am 1885) und Heinrich Levy (geb. am 1888) wurden ebenfalls Opfer der Shoa.

16. Januar 2008

Alkuin Realschule (Bernhard Levy)
Einhard Gymnasium (Albert und Emil Levy)
Stolperstein Albert Levy - Aachen.JPG

Stolperstein Bernhard Levy - Aachen.JPG

Stolperstein Emil Levy - Aachn.JPG

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Friedrichstraße 50,
Steffensviertel
(Verlegestelle Friedrichstraße 48)
(Standort)
Stolpersteine Aachen, Wohnhaus Friedrichstraße 48.jpg
Adolph Dahl (geb. am 15. September 1880 in Hünshoven), Tuchgroßhändler und Sohn des Viehhändlers Cappel Dahl (1838–1887) und der Helena Meyer (1846–1939) war verheiratet mit Olga Dahl (geb. am 1. April 1884 in Gürzenich), Tochter des Schlossers David Meyer (1848–1930) und der Sophie Plaat (1851–1938) aus Wesel. Das Ehepaar Dahl sowie deren beider Sohn Rudolf Dahl (geb. am 9. März 1926 in Aachen) wurden zunächst in das jüdische Ghetto in Aachen einquartiert und 1941 nach Treblinka deportiert sowie später in Sobibor ermordet.[7]

Die gemeinsame Tochter Vera Bier, geb. Dahl (geb. am 1. Oktober 1921 in Aachen) musste im Frühjahr 1937 das St. Ursula-Gymnasium in Aachen verlassen und ging bis zu ihrer Schließung nach den Novemberpogromen 1938 an eine englisch-jüdische Schule in Köln. Im Mai 1939 emigrierte sie nach England ins Exil, wo sie aufgrund fehlender finanzieller Mittel kein Medizinstudium, sondern nur eine Ausbildung zur Krankenschwester absolvieren konnte.[8]

1. Februar 2018
Stolperstein Adolf Dahl - Aachen(2).jpg

Stolperstein Aachen - Olga Dahl.jpg

Stolperstein Rudolf Dahl - Aachen (2).jpg

Stolperstein Vera Bier, geb. Dahl - Aachen.jpg

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Gottfriedstraße 4,
(Standort)
Gottfriedstraße 4 - Aachen (2).JPG
Fritz Felsenthal (geb. am 4. August 1869 in Aachen), Kaufmann, war der Sohn von Max Felsenthal und Ida, geborene Gütchen. Am 20. März 1941 kam er zwangsweise ins jüdische Altersheim Kalverbenden in Burtscheid und wurde von dort aus ins KZ Buchenwald deportiert, wo er am 28. Mai 1942 angeblich an Herzversagen verstarb. Seine Urne konnte nach Aachen überführt und auf dem jüdischen Friedhof Lütticher Straße beigesetzt werden. Im Jahr 1952 wurde er endgültig für tot erklärt. 3. Dezember 2010
Stolperstein Fritz Felsenthal - Aachen (2).JPG
Heinrichsallee 59
(Standort)
Heinrichsallee 59 - Aachen (2).JPG
Heinrich Levy (geb. am 3. April 1888 in Aachen-Haaren), Kaufmann und Bruder der Geschwister aus der Friedenstraße 8, war verheiratet mit Selma Levy, geb. Baum (geb. am 3. Januar 1887 in Gindorf). Das Ehepaar wurde zusammen mit ihrer Tochter Ruth Levy (geb. am 18. Mai 1924 in Aachen-Haaren), Schülerin des St.-Ursula-Gymnasiums in Aachen, das sie im November 1938 auf Grund staatlicher Anordnung verlassen musste, im Jahr 1942 ins KZ Theresienstadt deportiert und dort ermordet. 16. Januar 2008

Einhard Gymnasium,
GGS Schönforst,
GHS Aretzstraße,
GHS Drimborn
Stolpersteine Heinrich, Ruth, Selma Levy - Aachen.jpg

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Jülicher Straße 2
(Standort)
Jülicher Straße 2 - Aachen.JPG
Josef Müller (geb. 1876), war Ratspolitiker und engagierter Gewerkschafter. Er weigerte sich, in die NSDAP einzutreten, und ging stattdessen in den Widerstand. Er beteiligte sich an der Verbreitung geheimer Schriften und verhalf Juden bei der Flucht ins Ausland. 1941 wurde Müller zum ersten Mal wegen staatsfeindlicher Aktivitäten festgenommen, kam jedoch aus Mangel an Beweisen wieder auf freiem Fuß. Im August 1944 folgte seine zweite Festnahme wegen Widerstand und als politischer Staatsfeind und diesmal wurde er in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Von dort wurde er Anfang 1945 ins KZ Bergen-Belsen überführt, wo er im März des gleichen Jahres an Unterernährung starb.[9] 17. Dezember 2012
Stolperstein Josef Müller - Aachen (2).jpg
Jülicher Straße 80
(Standort)
Aachen-Juelicher01.jpg
Fritz Moses (geb. am 10. Mai 1901 in Langweiler), Sohn des Metzgers David Moses (geb. 1863) und der Rosa, geborene Leven (1866–1933), war ebenfalls Fußballspieler der Alemannia Aachen und von Beruf Kaufmann. Zu Kriegsbeginn flüchtete er in die Niederlande, wo er in Gefangenschaft geriet und von 1940 bis 1944 in das Durchgangslager Westerbork festgesetzt wurde. Am 4. September 1944 wurde er in das KZ Theresienstadt und am 29. September 1944 in das Außenlager Gleiwitz des KZ Auschwitz deportiert, wo er am 4. November 1944 für tot erklärt wurde. 6. Februar 2019

IG der Alemannia Fans und Fan Club e.V.
Stolperstein Fritz Moses - Aachen.JPG
Krefelder Straße 16
(Standort)
Stolpersteine Aachen, Wohnhaus Krefelder Straße 16 (2).jpg
Werner Josef Walbaum (geb. am 31. Januar 1899 in Aachen), Sohn des Tuchgroßhändlers Sigmund Walbaum (geb. 1862) und der Amelie, geborene Kaufmann (1878–1943 in Auschwitz), war promovierter Kaufmann und Tuchgroßhändler in Aachen. Zusammen mit seiner Ehefrau Anna Walbaum, geb. Kaufmann (geb. am 15. Februar 1906 in Aachen), sowie ihren Kinder Gisela Walbaum (geb. am 14. November 1928 in Aachen) und Klaus Sigmund Walbaum (geb. am 14. August 1933 in Aachen) emigrierte er um 1938 in die Gegend um Vaals in den Niederlanden. Dort wurden sie verhaftet und zunächst in das Durchgangslager Westerbork verlegt und später nach Auschwitz deportiert. Die Angaben killed 28. Februar 1945 in Midden-Europa bei Werner Josef und Gisela Walbaum lassen darauf schließen, dass sie auf der Fahrt ins Konzentrationslager umgekommen sind. Anne Walbaum und ihr Sohn Klaus Sigmund verstarben bereits zuvor am 6. Oktober 1944 in Auschwitz. 15. Juni 2016
Stolpersteine Aachen, Verlegestelle Krefelder Straße 16 (1).jpg

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Krefelder Straße 33
(Standort)
Krefelder Straße 33 - Aachen.JPG
Wally Hirtz, geb. Edenfeld (geb. am 17. November 1878 in Würzburg), Tochter von Leopold Edenfeld und Anna Neuberger aus Würzburg, war die Ehefrau des Tuchfabrikanten Otto Hirtz (1868–1939), Sohn der Eheleute Julius Hirtz (1834–1909) und Bertha Cohen (1840–1923) und Inhaber der Firma Gebr. Hirtz, Aachen, Wilhelmstraße 87. Als Witwe wurde sie zwangsweise in das israelitische Altersheim Kalverbenden in Burtscheid verbracht, von wo aus sie am 15. Juni 1942 über Koblenz, Köln, Düsseldorf in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und dort ermordet wurde. 15. Juni 2016
Stolperstein Wally Hirtz - Aachen.jpg
Laurensberger Straße 20,
Aachen-Laurensberg
(Standort)
Laurensberger Straße 20 - renoviert.jpg
Siegfried Randerath (geb. am 18. April 1905 in Oidtweiler) war als Melker auf dem Großen Niersteiner Hof in Vetschau tätig. Im Frühsommer 1937 wurde er wegen Rassenschande verhaftet und später nach Düren verlegt. Am 21. Juni 1938 fand seine Verlegung als „Arbeitsscheuer Jude“ in das Konzentrationslager Sachsenhausen statt. Dort wurde er am 2. März 1939 „offiziell“ entlassen, jedoch im November 1941 erneut verhaftet und als Zwangsarbeiter in das Lager Rhenaniastraße in Stolberg einquartiert. Am 15. Juli 1942 fand seine Deportation zunächst nach Sobibor und anschließend nach Majdanek statt, wo er am 15. August 1942 seinen Tod fand. 6. Februar 2019

Dorfgemeinschaft Vetschau
Stolperstein Siegfried Randerath - Aachen.JPG
Leydelstraße 7
(Standort)
Leydelstraße 7 - Aachen.JPG
Selma Meyer, geb. Wolf (geb. am 15. April 1882 in Aachen), Tochter eines Kaufmanns, war verheiratet mit Axel Meyer, der im Geschäft der Familie Wolf arbeitete und 1930 verstarb. Das Ehepaar hatte zwei Kinder: Ernst und Edith. 1935 zogen sie gemeinsam nach Palästina, wobei Selma Meyer später wieder allein nach Deutschland zurückkehrte. 1942 wurde sie gefangen genommen und ins Ghetto Izbica deportiert und dort ermordet. Zwei ihrer drei Geschwister, Änne und Fritz, wurden ebenfalls Opfer der Shoa.[10] 17. Dezember 2012
Stolperstein Selma Meyer - Aachen (3).JPG
Lothringer Straße 107,
Steffensviertel

(Standort)
Lothringer Straße 105-107.JPG
Hermann Levy (geb. am 1. Juni 1885 in Aachen-Haaren), Bruder der Geschwister aus der Haarener Friedenstraße 8, Kaufmann und Handelsvertreter, war Handelskaufmann und Soldat im Ersten Weltkrieg und saß von 1915 bis 1920 in Kriegsgefangenschaft. Er flüchtete 1938 über Belgien nach Frankreich, wo er aufgegriffen und in verschiedenen Lagern, darunter Drancy und Camp de Concentration de Saint-Cyprien einquartiert wurde. Am 4. Juni 1943 wurde er nach Sobibor deportiert und dort ermordet. 16. Januar 2008

Einhard Gymnasium
Stolperstein Hermann Levy - Aachen (2).jpg
Moltkestraße 15,
Frankenberger Viertel

(Standort)
Moltkestraße 15 - Aachen.JPG
Elly Ortmanns (geb. am 12. Februar 1939 in Aachen), Tochter von Leo und Rosa Ortmanns, kam 1943 als spastisch behindertes Mädchen zunächst in das Heim der Schwestern vom armen Kinde Jesus in Eupen. Von dort wurde sie am 11. November 1943 in die Rheinische Landesklinik für Jugendpsychiatrie in Bonn und schließlich am 24. März 1944 in die NS Heilerziehungsanstalt Kalmenhof in Idstein überführt, wo sie am 7. April 1944 vergiftet wurde. 16. Januar 2008

Maria Montessori Gesamtschule
Stolperstein Elly Ortmann - Aachen (2).JPG
Mozartstraße 21
(Standort)
Mozartstraße 21 - Aachen.JPG
Trude Lenneberg, geb. Löwenstein (geb. am 18. Juni 1900 in Stuttgart) und ihr Ehemann Karl Lenneberg (geb. am 18. Februar 1894 in Rheydt), Subdirektor der Victoria-Versicherungen, flüchteten 1934 mit ihrer Familie nach Brüssel. Dort wurden sie 1944 in ihrem Versteck denunziert und anschließend gefangen genommen und ins Sammellager Mechelen verschickt. Im gleichen Jahr wurden beide nach Auschwitz deportiert, wo Trude Lenneberg ermordet wurde. Karl Lenneberg selbst wurde über das KZ Buchenwald nach Bergen-Belsen verlegt und ermordet. Die Kinder der Familie Lenneberg überlebten die Verfolgung. 17. Dezember 2012
Stolpersteine Trude und Karl Lenneberg - Aachen (2).JPG
Muffeter Weg 57
(Standort)
Muffeter Weg 57 - Aachen.JPG
Arthur May (geb. am 21. Dezember 1902 in Kloster Veilsdorf), Sohn des Korbmachers Franz Friedrich May (1874–1918) und der Antonio Alma, geborene Bohsecker (geb. 1882), arbeitete bis 1932 als Redakteur und Journalist in Köln bei der kommunistischen Tageszeitung Sozialistische Republik. Anschließend zog er nach Aachen und arbeitete für die Aachener Arbeiter-Zeitung der KPD. Wegen seiner politischen Ausrichtung und seiner Arbeit wurde er verfolgt und musste im Untergrund arbeiten. Am 16. Juni 1933 wurde er von der Aachener Polizei verhaftet und bei den Verhören schwer misshandelt. In der Nacht vom 21. auf den 22. Juni 1933 sollte er zwecks Zeugengegenüberstellung nach Jülich überführt werden, doch kurz vor dem Ziel wurde er angeblich wegen eines Fluchtversuchs durch die SS erschossen. 6. Februar 2019

Bertram-Wieland-Archiv Düren e.V.
Stolperstein Arthur May - Aachen.JPG
Neumarkt 5,
Frankenberger Viertel
(Standort)
Stolpersteine Aachen, Wohnhaus Neumarkt 5.jpg
Max Blankenstein (geb. am 26. Januar 1867 in Aachen), Sohn des Kaufmanns Philipp Blankenstein und der Julia, geborene Waldheim, war Textilkaufmann und Prokurist der Aachener Textilfirma Alfred Hoeber. Er und seine Gattin Gertrud Blankenstein, geborene Jacoby (geb. am 28. Oktober 1872 in Berlin), Tochter von Gustav Jacoby und Clara Waldheim, gehörten beide der Aachener Synagogengemeinde an. März 1939 flohen sie zu ihren Kindern Erna und Alfred nach Arnheim, die bereits einige Jahre zuvor dorthin emigriert waren.

Erna Blankenstein (geb. am 9. Mai 1897 in Aachen), war Damenschneiderin und ebenfalls Mitglied der Synagogengemeinde. 1936 emigrierte sie zunächst nach Zevenaar und schließlich nach Arnheim. Ihr Bruder Alfred Blankenstein (geb. am 11. Mai 1901) studierte Chemie in Aachen und München und promovierte 1929 in Frankfurt am Main. Anschließend fand er eine Anstellung zunächst im Labor des Rheuma-Forschungsinstituts Landesbad Aachen in Burtscheid und ab 1932 an der TH Aachen. 1934 emigrierte er in die Niederlande, wurde am 28. Juni 1940 in Arnheim von einem Einsatzkommando der deutschen Gestapo verhaftet und nach Emmerich gebracht. Wenige Monate später wurde er zunächst nach Aachen überstellt und kurz darauf mangels Anklagepunkte aus der Haft entlassen. Daraufhin zog er wieder zu seinen Eltern und seiner Schwester nach Arnheim.

Am 11. Dezember 1942 wurden im Rahmen einer Razzia alle vier aus ihrer Wohnung geholt und in das Durchgangslager Westerbork gebracht. Von dort aus wurden sie am 11. Januar 1943 nach Auschwitz verlegt und wenige Tage später ermordet.[11]

1. Februar 2018
Stolperstein Max Blankenstein - Aachen.JPG

Stolperstein Gertrud Blankenstein - Aachen.JPG

Stolperstein Erna Blankenstein - Aachen.JPG

Stolperstein Alfred Blankenstein - Aachen.JPG

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Ottostraße 77
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Ottostraße 77 - Aachen.JPG
Gustav Hartog (geb. am 23. Dezember 1887 in Aachen) war der Sohn des Viehhändlers Albert Hartog (1857–1938) und der Eva, geborene Holländer (1871–1956). Er war kaufmännischer Angestellter und mit dem EK 1 ausgezeichneter Teilnehmer des Ersten Weltkriegs. Später schloss er sich dem kommunistischen Widerstand an und wurde deswegen nach der Machtergreifung der Nazis in den Jahren 1933/1934 für 17 Monate zunächst in Stettin, später im KZ Esterwegen inhaftiert. Dort wurde er am 19. März 1934 entlassen und konnte zunächst nach Holland und später illegal in die Schweiz flüchten. Von dort wurde er wegen illegaler Einreise nach Spanien ausgewiesen, wo er mit den Internationalen Brigaden am spanischen Bürgerkrieg teilnahm. 1939 wurde Hartog mit anderen Spanienkämpfern in Frankreich interniert und anschließend an die deutschen Besatzer ausgeliefert, die ihn in das Sammellager Drancy einwiesen. Von dort aus wurde Hartog am 12. August 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er ermordet wurde. 15. Juni 2016
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Pastorplatz 1,
Frankenberger Viertel

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Edith Frank, geb. Holländer (geb. am 16. Januar 1900 in Aachen) war die Tochter von Abraham Holländer (1860–1927) und Rosa Stern (1866–1942 in Amsterdam) sowie die Nichte von Caroline Holländer aus der Roonstraße. Edith Frank ging 1933 ins niederländische Exil nach Amsterdam, wo bereits ihr Mann Otto Heinrich Frank sich beruflich niedergelassen hatte. Dort wurde sie am 4. August 1944 verraten und verhaftet und über das Durchgangslager Westerbork ins KZ Auschwitz-Birkenau deportiert, wo sie am 6. Januar 1945 an Hunger und Erschöpfung starb.

Ihre Töchter Margot Frank (geb. am 16. Februar 1926 in Frankfurt am Main) und Anne Frank (geb. am 12. Juni 1929) folgten ihrer Mutter Weihnachten 1933 bzw. Februar 1934 nach Amsterdam und fielen dort ebenfalls dem Verrat zum Opfer und wurden zusammen mit ihrer Mutter nach Auschwitz deportiert. Dort wurden sie von ihr getrennt und nach Bergen-Belsen verlegt, wo Margot Anfang März 1945 und wenige Tage später Anne Frank jeweils an Typhus und Erschöpfung starben.

15. Juni 2009

Anne Frank Gymnasium
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Richardstraße 7
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Fredy Hirsch (geb. am 11. Februar 1916 in Aachen), Sohn des Metzgers und Lebensmittelgroßhändlers Heinrich Hirsch (geb. 1881 in Aachen; gest. am 5. Februar 1926 in Aachen) und dessen Frau Olga, geb. Heinemann (* in Grevenbroich), war Funktionär des Jüdischen Pfadfinderbundes. Er flüchtete 1935 in die Tschechoslowakei, wo er seinen zukünftigen Lebenspartner, den Medizinstudenten Jan (Jenda) Mautner kennenlernte.[12]

Hirsch wurde 1941 gefangen genommen und im Aufbaukommando für das Lager Theresienstadt eingesetzt. Von dort wurde er am 6. September 1943 nach Auschwitz deportiert, wo er als Lehrer wirkte. Bei einem missglückten Fluchtversuch wurde er am 8. März 1944 ermordet[13] Jan Mautner überlebte das KZ und starb am 2. September 1951 in Prag.

16. Januar 2008

Maria Montessori Gesamtschule
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Roonstraße 23,
Frankenberger Viertel

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Roonstraße 23 - Aachen (2).JPG
Caroline Holländer (geb. am 28. Februar 1869 in Eschweiler) war die Tochter des Kaufmanns Benjamin Holländer (1803–1927) und Sara, geborene Menken (1832–1910) und Tante von Edith Holländer vom Pastorplatz. Mit ihrem Ehemann, dem Kaufmann Joseph Holländer (1871–1935), Sohn der Eheleute Moises Holländer (1832–1911) und Tina Hartog (1835–1900), lebte sie zuletzt in der Aachener Roonstraße. Ihre Kinder Erich (1897–1972 in Heerlen), Dina (1900–1985 in San Franzisko) und Eugen (geb. 1902) hatten sich zu dieser Zeit bereits ins Ausland abgesetzt.

Einige Jahre nach dem Tod ihres Mannes zog Caroline Holländer in das israelitische Altersheim Kalverbenden in Burtscheid. Dort wurde sie 1942 festgenommen und über Düsseldorf zunächst nach Theresienstadt und zwei Monate später nach Treblinka deportiert, wo sie schließlich ermordet wurde.[14]

15. Juni 2016
Stolperstein Caroline Holländer - Aachen.JPG
Salierallee 7
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Anna Amberg, geb. Philip (geb. am 9. September 1886 in Aachen), war verheiratet mit dem Elektrochemiker Richard Amberg, mit dem sie vier Kinder hatte. 1913 konvertierte die Familie zum evangelischen Glauben und lebte bis zum Tod von Richard Amberg im Jahr 1928 überwiegend in Nürnberg. Danach kehrte die Familie nach Aachen zurück und Anna Amberg wurde als Hauseigentümerin der Salierallee 7 geführt. Im Jahr 1939 emigrierten ihre vier Kinder und Anna Amberg musste am 30. März 1941 ihr Haus aufgeben. Kurzzeitig konnte sie noch beim Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Aachens unterkommen, bevor sie am 15. Juni 1942 nach Sobibor deportiert und ermordet wurde. 15. Juni 2009

Einhard Gymnasium
Stolperstein Aachen Amberg, Aachen.JPG
Stephanstraße 55
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Karola Weil (geb. am 8. August 1924 in Aachen) besuchte das St.-Ursula-Gymnasium in Aachen, das sie im November 1938 auf Grund staatlicher Anordnung verlassen musste. Sie wurde zusammen mit ihren Eltern Josef Weil (geb. am 27. Juli 1878 in Köln; gest. am 8. Mai 1945 in Sobibor), Textilhändler, und Henriette Weil, geb. Hartog (geb. am 23. Januar 1889 in Aachen), Tochter von Emanuel Hartog (1844–1927) und Eva Wolff (1860–1932), am 12. April 1942 zunächst in das Ghetto Grüner Weg eingewiesen und am 15. Juni 1942 nach Sobibor deportiert, wo alle ermordet wurden.[15] 15. Juni 2016
Stolperstein Familie Weil, Aachen (2).JPG

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Thomashofstraße 15
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Thomashofstraße 15-17.JPG
Max Salomon (geb. am 29. Oktober 1906 in Aachen), Bruder von Robert Salomon, spielte bereits als Jugendlicher in der Fußballmannschaft von Alemannia Aachen. 1933 musste er den Verein verlassen und floh in die Niederlande und anschließend nach Belgien. Zwecks Arbeitssuche kehrte er kurzfristig nach Aachen zurück, wurde dabei wegen Rassenschande verhaftet und zu fünf Monaten Zuchthaus verurteilt und floh anschließend erneut über Belgien nach Frankreich. Dort wurde er 1940 interniert und 1942 in Richtung Auschwitz-Birkenau deportiert, wo er allerdings nie ankam und sich seine Spuren verlieren. 6. Februar 2019

IG der Alemannia Fans und Fan Club e.V.
Stolperstein Max Salomon - Aachen.JPG
Thomashofstraße 17
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Erich Daniel André (geb. am 27. Juli 1904 in Aachen), Sohn des Metzgers Norbert André (1869–1942 in Theresienstadt) und der Helene, geborene Mayer, war seit 1919 Mitglied der Alemannia Aachen. Er war Gründungsmitglied der Jugendabteilung und später unter anderem als Mitglied des Spielausschusses tätig. Beruflich arbeitete er in Aachen als Bankkaufmann und emigrierte 1939 zunächst nach Antwerpen und später nach Frankreich, wo er im Mai 1940 in das Internierungslager von Saint-Cyprien geriet. Von dort wurde er 1942 in das Camp de Rivesaltes und wenig später in das Sammellager Drancy überstellt. Von dort aus erfolgte am 4. November 1942 seine Deportation nach Auschwitz, wo er am 4. Dezember 1942 ermordet wurde. 6. Februar 2019

IG der Alemannia Fans und Fan Club e.V.
Stolperstein Erich André - Aachen.JPG
Triebelstraße 2,
Frankenberger Viertel

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Lili Frankenstein (geb. am 9. November 1889 in Aachen), war promovierte Archäologin und Kunsthistorikerin. Als Gymnasiallehrerin war sie unter anderen an der Viktoriaschule in Aachen, in Berlin, an der Odenwaldschule in Ober-Hambach, in Krefeld, in Rheydt, in Essen und zuletzt als Studienrätin an der damaligen Auguste-Viktoria-Schule in Düsseldorf tätig. Im Jahr 1933 wurde sie auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums in den Ruhestand versetzt. Sie kehrte daraufhin nach Aachen zurück, wo sie im Haus ihrer Eltern unterkam. Nachdem ihr Vater 1938 und ihre Mutter 1941 verstorben waren, wurde sie am 19. September 1941 zunächst in das jüdische Altersheim Kalverbenden einquartiert, von wo aus sie am 22. April 1942 über Düsseldorf ins Ghetto Izbica deportiert wurde und dort verstarb. 1948 wurde sie vom Amtsgericht Aachen offiziell für tot erklärt.[16] 15. Juni 2009

Einhard Gymnasium
Stolperstein Lili Frankenberg, Aachen.JPG
Trierer Straße 723, Aachen-Brand
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Joseph Mathes (geb. am 30. August 1881 in Aachen), Bäckermeister und Sohn der Eheleute Israel Mathes und Eva Kaufmann, sowie seine Ehefrau Tina Mathes, geb. Daniel (geb. am 21. Juni 1882 in Drove), Tochter von Alexander Daniel (geb. am 3. Februar 1834) und Eva Kaufmann (1841–1911), kamen zusammen mit ihrem Sohn Erich Mathes (geb. am 10. April 1926 in Aachen-Brand)[17] zunächst in das Sammellager Hergelsmühle in Haaren, von wo aus sie am 15. Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert wurden. Am 8. Mai 1945 wurden alle drei für tot erklärt.

Die Tochter Else Elkan, geb. Mathes (geb. am 8. März 1913 in Aachen-Brand)[18], Schneiderin, war verheiratet mit dem Schneider Ernst Elkan (geb. am 15. April 1908 in Setterich), Sohn der Eheleute Ludwig Elkan (geb. am 5. April 1874) aus Aldenhoven und Bertha Lucas (geb. am 16. Januar 1871; gest. am 2. Oktober 1944 in Theresienstadt). Beide flüchteten nach Sint-Joost-ten-Node, in Belgien, wo sie gefangen genommen und in das Sammellager Mechelen gesteckt wurden. Von dort aus wurden Else Elkan am 25. August 1942 und Ernst Elkan am 31. Oktober 1942 nach Auschwitz deportiert, wo Else am 14. September 1942 ermordet und Ernst Elkan am 8. Mai 1945 für tot erklärt wurde.

Lediglich der älteste Sohn, Alexander Mathes (geb. am 10. Mai 1911; gest. am 1. August 2006 in Philadelphia), überlebte die Judenverfolgung. Nach seiner Flucht nach Belgien geriet er in Gefangenschaft und wurde zunächst nach Saint-Cyprien und von dort nach Gurs deportiert. Von dort gelang ihm mittels eines von einem Vetter besorgten Visums über das Transitlager Camp des Milles in der Nähe von Marseille die Ausreise in die Dominikanische Republik. Schließlich wanderte er 1947 in die USA aus.

15. Juni 2009

Städtische Gesamtschule Aachen-Brand
Stolpersteine Fam. Mathes - Aachen (2).JPG

weitere Bilder

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stolpersteine in Aachen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage Gedenkbuchprojekt Aachen
  2. Kurzbiografie Lina Levano auf Gedenkbuchprojekt
  3. Kurzbiografie Günter Levano auf Gedenkbuchprojekt
  4. Kurzbiografie Clementine Katzenstein auf Gedenkbuchprojekt
  5. Stolpersteine für Hugo und Emma Hartog
  6. Kurzbiografie Fam. Borkowski auf Gedenkbuchprojekt
  7. Stolpersteine für Familie Dahl, Ratsbeschluss vom 22. November 2017 der Stadt Aachen
  8. Vera Bier: restitution claim papers
  9. Annika Duncklenberg: Ein Stolperstein für den Ur-Ur-Opa, in: General-Anzeiger vom 12. September 2016
  10. Kurzbiografie Selma Meyer auf Gedenkbuchprojekt
  11. Vorlage - E 42/0039/WP17, Ratsbeschluss der Stadt Aachen vom 29. Juni 2016
  12. Anna Hájková: Jung, schwul – und von den Nazis ermordet, in: Der Tagesspiegel vom 31. August 2018
  13. Kurzbiografie Fredy Hirsch auf Gedenkbuchprojekt
  14. Kurzhinweis Caroline Holländer, auf wgdv.de vom 15. Juni 2016
  15. Beschluss der Stadt Aachen vom 22. Oktober 2014
  16. Kurzbiografie Lili Frankenstein auf Gedenkbuchprojekt
  17. Kurzbiografie Erich Mathes auf Gedenkbuchprojekt
  18. Kurzbiografie Else Elkan auf Gedenkbuchprojekt