Martin Kruse

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Martin Kruse (* 21. April 1929 in Lauenberg, heute Ortsteil der Stadt Dassel/Niedersachsen) ist ein lutherischer Theologe und ehemaliger Bischof.

Martin Kruse neben Hanna-Renate Laurien 1991 bei der Feierstunde in der Gedenkstätte Plötzensee

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Kruse wurde als zweites von sieben Kindern (fünf Brüder, eine Schwester) eines lutherischen Pfarrers geboren und wuchs von 1931 bis 1938 in Sülzhayn (Thüringen) von 1938 bis 1947 in Lingen im Emsland auf. Sein Bruder war der Kirchenmusiker Helmut Kruse.

Martin Kruse studierte von 1947 bis 1953 Evangelische Theologie an den Universitäten Mainz, Heidelberg, Bethel und Göttingen. Er trat in den Dienst der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und absolvierte das Vikariat in Adelheide (heute Stadtteil von Delmenhorst), Linz in Österreich und am Predigerseminar in Loccum.

1957 übernahm Kruse das Referat Jugendbildung an der Evangelischen Akademie Loccum und wurde dort Studienleiter und 1960 Stiftsprediger. Von 1964 bis 1970 war er Konventualstudiendirektor des Loccumer Predigerseminars. Mit einer Arbeit über Philipp Jacob Spener (1635–1705) promovierte er 1969 bei Heinrich Bornkamm in Heidelberg zum Doktor der Theologie. 1970 erhielt Kruse die Ernennung zum Landessuperintendenten des Sprengel Stade. Von 1975 bis 1976 war er zudem Vorsitzender des Evangelischen Dorfhelferinnenwerk Niedersachsen e.V.

Von 1977 bis 1994 war er Bischof der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, bis 1991 in der West-Region, danach für die gesamte Landeskirche. Außerdem war er von 1985 bis 1991 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Einem breiten Publikum wurde er als regelmäßiger Sprecher der ARD-Sendung Das Wort zum Sonntag bekannt,[1] u. a. der ersten Sendung nach dem „Mauerfall“.

Seit 1994 lebt Kruse im Ruhestand in Berlin. Sein Nachfolger im Bischofsamt wurde Wolfgang Huber.

Kruse ist seit 1959 verheiratet mit Marianne Kittel. Sie sind Eltern von zwei Töchtern und zwei Söhnen.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Speners Kritik am landesherrlichen Kirchenregiment und ihre Vorgeschichte. Luther-Verlag, Witten 1971 (= Arbeiten zur Geschichte des Pietismus, 10).
  • Hochwürden, 10%. Hannover 1984.
  • Wie geht es weiter mit der Kirche? Wetzlar 1985.
  • Verführung zur Güte. 5. Auflage. Hannover 1986.
  • Blumen am Dienstag. Berlin 1989.
  • Aufmerksamkeiten. 2. Auflage. Berlin 1991.
  • Die Evangelische Kirche in Deutschland und ihre Vereinigung. Wetzlar 1991.
  • Das Ganze im Blick behalten. Wetzlar 1991.
  • Die Stalingrad-Madonna. Das Werk Kurt Reubers als Dokument der Versöhnung. Hannover 1996.
  • Es kam immer anders. Erinnerungen eines Bischofs. Freiburg 2009, ISBN 978-3-7831-3411-7.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Krüger, Carola Wolf, Udo Hahn (Hrsg.): Wer ist wo in der evangelischen Kirche? Personen und Funktionen. Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-932194-29-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Sprecherinnen und Sprecher seit 1954.
VorgängerAmtNachfolger
(1) Kurt Scharf (Bereich West) und
(2) Gottfried Forck (bis 1991 Bereich Ost)
Bischof der Ev. Kirche in Berlin-Brandenburg
(bis 1991 nur noch für den Bereich West)
19761993
Wolfgang Huber