Martin Vosseler

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Martin Vosseler (* 4. Oktober 1948 in Basel) ist ein Schweizer Arzt, Friedens- und Umweltaktivist und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vosseler besuchte die Primar- und Mittelschule in Basel. Sein Medizinstudium in Basel schloss er 1976 mit der Dissertation ab. Von 1974 bis 1979 war er Assistenzarzt am Kantonsspital Basel und anschliessend Research Fellow an der Harvard Medical School in Boston, USA. Von 1982 bis 1995 hatte er eine Praxis für Innere Medizin und Psychosomatik in Basel.[1][2]

Nachdem er sich bereits 1975 an den Protesten gegen das geplante Kernkraftwerk Kaiseraugst beteiligt hatte, schloss er sich der Internationalen Ärztevereinigung zur Verhinderung eines Atomkrieges an und gründete 1981 deren Schweizer Sektion.[2][3] Er initiierte 1985 die Ärzteaktion «Luft ist Leben», Vorläufer der 1987 gegründeten Organisation Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz.[4] Nach einem Besuch des Friedensmuseums Hiroshima Ende der 1980er Jahre verweigerte er den Dienst als Hauptmann der Schweizer Armee und büsste dies 1990 mit einer Gefängnisstrafe von 30 Tagen in Halbgefangenschaft ab.[2]

Vosseler engagiert sich intensiv für den Naturschutz. 1993 beteiligte er sich mit seinem Freund Bruno Manser an einer Fastenaktion vor dem Bundeshaus in Bern und fastete 41 Tage als Protest gegen Importe von Tropenholz.[2] Im Jahr 2004 war Vosseler – in Zusammenarbeit mit der Organisation «Regio ohne Zollfreistrasse» (RoZ) – die Hauptfigur eines Protestcamps am Fluss Wiese in Riehen gegen den Bau einer Zollfreistrasse zwischen Weil am Rhein und Lörrach. Nach der Räumung des Camps trat er 2006 in den Hungerstreik.[5][6] Nach einer Abstimmung im gleichen Jahr hatten Vosseler und die RoZ die Mehrheit der Stimmbevölkerung des Kantons Basel-Stadt hinter sich. Dennoch konnte der Bau der Strasse nicht verhindert werden.[7][8]

1993 gründete Vosseler die Stiftung SONNEschweiz und 1997 die Organisation Sun21, die jährlich ein Internationales Energieforum zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien ausrichtet.[9] Von Oktober 2006 bis Mai 2007 überquerten er und seine Crew, darunter Beat von Scarpatetti, zum ersten Mal in der Geschichte den Atlantischen Ozean mit einem solarbetriebenen Boot, dem Solarkatamaran Sun21. 2007 wurde er für seinen Einsatz für die Förderung der Sonnenenergienutzung sowohl mit dem Schweizer als auch mit dem Europäischen Solarpreis ausgezeichnet.[10][11][12][13]

Mit grossen Wanderungen warb Vosseler für Solarenergie und Erneuerbare Energien. 2003 reiste er zu Fuss von Basel nach Jerusalem,[2] von Januar bis August 2008 durchwanderte Vosseler die Vereinigten Staaten von Los Angeles nach Boston[14] und 2011 wanderte er von Basel nach Sankt Petersburg.[15]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strandgut. Strichgeschichtgedichte und andere Kritzeleien. Emu-Verlag, Lahnstein 2013, ISBN 978-3-89189-207-7.
  • Asien. Auf den Spuren der Herzenswärme. Mit Gedichten von Rainer Maria Rilke. Emu-Verlag, Lahnstein 2012, ISBN 978-3-89189-201-5.
  • Der Sonne entgegen. Zu Fuss von Basel nach Jerusalem für 100 Prozent erdverträgliche Energie. Emu-Verlag, Lahnstein 2010, ISBN 978-3-89189-190-2.
  • Mit Solarboot und Sandalen. Leise um die halbe Welt – die erdverträgliche Entdeckung Amerikas. SunKalinago, Transatlantic21, SunWalk 2008. Emu-Verlag, Lahnstein 2010, ISBN 978-3-89189-191-9.
  • ’s Wölggli. Die kleine Wolke. Le petit nuage. The little cloud. Schudel, Riehen 1985, ISBN 3-85895-852-2.
  • Was soll’s? D’Gschicht vom Wunderli. Schudel, Riehen 1982, ISBN 3-85895-821-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie Martin Vosseler (Memento des Originals vom 11. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.martinvosseler.ch, Website von Martin Vosseler
  2. a b c d e Üsé Meyer: Mann mit einer Mission, Porträt Martin Vosseler, Zeitschrift Natürlich der AZ Medien, 6/2004
  3. Organisation, Schweizer Sektion der IPPNW
  4. Bruno Züst: Zündung aus Basel, in: Oekoskop – Fachzeitschrift der Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz 3/2007, S. 7–10; online
  5. Ruedi Suter: "Ich faste, bis der Wahnsinn der Vernunft gewichen ist", OnlineReports, 20. Februar 2006
  6. Interview: «Ich faste bis ich ein Zeichen sehe», Schrot & Korn Naturkostmagazin 5/2006
  7. Martina Rutschmann: Zollfreistrasse in Riehen: Ein ungewolltes Geschenk zum 65. Geburtstag, TagesWoche, 4. Oktober 2013
  8. Sedrik Eichkorn: Martin Vosseler: «Wehmut und Dankbarkeit», Schweizer Radio und Fernsehen, 3. Oktober 2013
  9. Peter Knechtli: Schrittmacher auf dem Weg zur Sonne, OnlineReports, 18. September 2000
  10. Europäischer Preis für das Schweizer Boot Sun 21, swissinfo, 29. November 2007
  11. Würdigung Martin Vosseler (Memento des Originals vom 11. Januar 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.eurosolar.de, Europ. Solarpreise 2007, Eurosolar
  12. Schweizer Solarpreis 2007: 1. Solare Atlantiküberquerung von sun21 & M. Vosseler/BS, Solaragentur.ch
  13. Christoph Pfluger: Was «Enthusiasmus» bedeutet, und was er bewirkt: Martin Vosseler, Träger des Europäischen Solarpreises 2007, Zeitschrift Zeitpunkt Ausgabe 92, November/Dezember 2007, S. 32 ff.
  14. Peter Knechtli: Staatsempfang für Planet-Botschafter Martin Vosseler, OnlineReports, 25. September 2008
  15. Eugen von Arb: Martin Vosseler: Ein Mann marschiert für Sonne und Wind, Sankt Petersburger Herold, 26. Juli 2011