Martina Gercke

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Martina Gercke (* 14. September 1963 in Gelsenkirchen) ist eine deutsche Schriftstellerin und Purserin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martina Gercke studierte nach ihrem Abitur zwei Jahre lang an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe, bevor sie abbrach, um ab 1985 eine Ausbildung als Flugbegleiterin zu absolvieren. Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Mann kennen. Laut eigener Aussage schrieb sie während der Elternzeit die ersten zwei Geschichten, welche Kinder- und Jugendromane waren. Keines dieser Bücher wurde einem Verlag angeboten. Erst mit ihrem ersten Erwachsenenroman Holunderküsschen, welcher der Gattung der Chick lit zuzuordnen ist, ging Frau Gercke zu den Verlagen, jedoch wurde das Buch zunächst abgelehnt. Mit einem eigens entworfenen Cover stellte Gercke den Roman anschließend im November 2011 bei Amazon als E-Book online. Bereits nach vier Wochen war das Buch in den Top 100 der E-Books. Nach sechs Wochen war das Buch bereits auf Platz 1 der Kindle-Bestseller-Liste. Laut Amazon wurde es mit über 30.000 Downloads das erfolgreichste E-Book des ersten Halbjahres 2012.[1] Mit dem anhaltenden Erfolg wurde Gercke von der Münchner Verlagsgruppe unter Vertrag genommen, wodurch ihr Buch beim mvg Verlag verlegt wurde.[2]

Plagiatsaffäre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Erscheinen ihres zweiten Buches Champagnerküsschen wurden Vorwürfe laut, Gercke habe sich beim Schreiben ihrer Bücher bei Werken anderer Schriftsteller bedient.[3] Sprach sie anfangs noch davon, dies sei „unbewusst“ geschehen, reagierte sie später darauf, dass sie vergessen habe „Platzhalter“ zu beseitigen. In ihrem Debütroman Holunderküsschen, erschienen im November 2011, plagiierte und veränderte sie zahlreiche Textstellen aus neun Romanen: Sag’s nicht weiter, Liebling; Die Schnäppchenjägerin; Hochzeit zu verschenken; Göttin in Gummistiefeln und Charleston Girl von Sophie Kinsella; Schwerelos; Höhenrausch; Herzsprung und Endlich! von Ildikó von Kürthy. Für Champagnerküsschen, erschienen im Oktober 2012, kopierte und collagierte sie aus den Kinsella-Romanen Fast geschenkt und Sag’s nicht weiter, Liebling und aus den von-Kürthy-Romanen Schwerelos; Höhenrausch; Herzsprung und Freizeichen.[4] Da die Bücher Kinsellas beim Goldmann Verlag verlegt werden, wurde der Anwalt der Verlagsgruppe Random House eingeschaltet, um die Vorwürfe zu prüfen und Schadenersatz zu fordern.[5][6] Am 29. November 2012 kam es zu einem Lieferstopp der Bücher und Gerckes E-Books wurden aus dem Programm genommen.[7][8] Anfang Januar 2013 kam es zu einer Einigung zwischen Goldmann und Gercke. Die Details der Einigung wurden vertraulich behandelt. Mitte Mai 2013 erschienen Holunderküsschen und Champagnerküsschen als überarbeitete Neuausgabe bei Amazon im Kindle-Format. In der Neuausgabe von Holunderküsschen wurden erneut Plagiatstellen gefunden und dokumentiert.[9] Ende Juni 2013 wurden überarbeitete Neuausgaben der E-Books auf der Amazon-Plattform eingestellt.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martina Gercke: Holunderküsschen – Wie man ohne Verlag einen Bestseller schreibt – Interview, literaturcafe.de
  2. Martina Gercke (48) aus Eppendorf | Diese Stewardess hat einen Bestseller gelandet, bild.de
  3. FOCUSSIERT: Der Reiz fremder Schrumpeligkeiten, focus.de
  4. Martina Gerckes „Wiederholungsküsschen“ – der unendlichen Geschichte nächstes Kapitel
  5. Wirbel um Martina Gerckes Bestseller "Holunderküsschen" / Interview dazu mit Rainer Dresen, buchmarkt.de
  6. Plagiatsaffäre um Hamburger Autorin | Bestseller von Bestseller abgeschrieben, bild.de
  7. Ein Selfpublishing-Star verglüht, buchreport.de
  8. Disappearing Texts, copy-shake-paste.blogspot.de
  9. Martina Gerckes „Wiederholungsküsschen“ – der unendlichen Geschichte nächstes Kapitel