Max Schlosser (Sänger)

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Schlosser (vor 1877)

Max Karl Schlosser (* 17. Oktober 1835 in Amberg; † 2. September 1916 in Utting am Ammersee) war ein deutscher Opernsänger (Tenor/Bariton).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Max Schlosser fungierte die meiste Zeit seiner Karriere als Tenor. Später wechselte er ins Baritonfach und ist heute für seine Charakterrollen in Richard Wagners Opern in Erinnerung.

Er wurde in Amberg in der Oberpfalz als Sohn eines Stadtschreibers geboren. Seiner Begabung und schönen Stimme wegen erhielt er einen Freiplatz im Seminar St. Emmeram in Regensburg. Mit 17 Jahren wechselte er nach Bayreuth und hatte Unterricht bei dem Opernsänger (Tenor) und Theaterdirektor Anton Bömly. Erste Engagements hatte Schlosser in Bamberg und Bayreuth, weiter in Bad Kissingen (in Johann Nestroys Zaubersingspiel Der böse Geist Lumpacivagabundus), in Hildburghausen (Fra Diavolo) und Rudolstadt. Es folgten Auftritte in Dillingen an der Donau, Zürich, St. Gallen und Augsburg.

Eben dort verliebte er sich in die Tochter eines Bäckermeisters, der es vor einer Vermählung zur Bedingung machte, dass der künftige Schwiegersohn ein „anständiges Handwerk“ erlerne. Deswegen ging Schlosser bei einem Meister in Regensburg in eine Bäckerlehre, durfte dann heiraten und übte diesen Beruf vier Jahre lang in Augsburg aus.[1]

Auf Empfehlung seines Freundes Rüthling sang er 1868 Richard Wagner und Hans von Bülow vor, die die Besetzung für die Uraufführung der Meistersinger zusammen stellten und wurde sofort engagiert. Er wirkte am 21. Juni 1868 als David in der Uraufführung der Meistersinger von Nürnberg mit,[2] desgleichen am 22. September 1869 als Mime in der Uraufführung von Das Rheingold[3] und 1888 als Bote in der posthumen Uraufführung von Wagners früher Oper Die Feen. Schlosser gab den Mime in der ersten vollständigen Aufführung des Zyklus Der Ring des Nibelungen 1876 bei den Bayreuther Festspielen und 1882 in London.[4] Weitere Rollen seines Repertoires waren Graf Almaviva in Rossinis Der Barbier von Sevilla, Max in Carl Maria von Webers Der Freischütz, Lionel in Friedrich von Flotows Martha und die Bariton-Rolle des Beckmesser in den Meistersingern.

Max Schlosser blieb dem Münchener Theater bis 1902 treu, als er als Abschiedsvorstellung den Nachtwächter in den Meistersingern spielte. Er starb in Utting am Ammersee, kurz vor seinem 80. Geburtstag.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Artur Kreiner: Ein Wagnersänger als Bäckermeister. In: Die Oberpfalz. Kallmünz 1951, S. 128ff.
  2. wagnerportal.de: Die Oper Die Meistersinger von Nürnberg von Richard Wagner (Memento des Originals vom 20. November 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wagnerportal.de, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  3. wagnerportal.de: Die Oper Das Rheingold von Richard Wagner (Memento des Originals vom 20. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wagnerportal.de, abgerufen am 9. Oktober 2015.
  4. Elizabeth Forbes: Schlosser, Max (Karl). In: The New Grove Book of Opera Singers. Oxford University Press, New York 2008.