McDonald’s Kinderhilfe

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Ronald-McDonald-Haus („Hundertwasser-Haus“) in Essen
Ronald-McDonald-Haus in Bad Oeynhausen
Ronald-McDonald-Haus in Tübingen
Ronald-McDonalds-Haus in Huddinge, Schweden

Die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung setzt sich seit 1987 für die Gesundheit und das Wohlergehen von Kindern in Deutschland ein. Die Stiftung betreibt bundesweit "Ronald McDonald Häuser" in der Nähe von Kinderkliniken als Zuhause auf Zeit für Familien schwer kranker Kinder. In den "Ronald McDonald Oasen" können sich Familien direkt in der Klinik zurückziehen und geborgen fühlen.

Die McDonald's Kinderhilfe arbeitet unter dem Dach der Stiftungsaufsicht der Regierung von Oberbayern. Drei getrennte Organe leiten, begleiten und kontrollieren die Stiftungsarbeit: Der Vorstand als hauptamtlich nur für die Stiftung tätige Geschäftsleitung, der Stiftungsrat als ehrenamtlich tätiges Kontroll- und Überwachungsorgan, für den Vertreter der Franchise-Nehmerschaft von McDonald's und auch der Lieferanten ehrenamtlich tätig sind. Dazu kommt das Kuratorium als überwiegend beratendes Organ, in dem Vertreter aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Franchise-Nehmer und Lieferanten ihr Wissen und ihre Verbindungen für die McDonald's Kinderhilfe Stiftung einsetzen. Die Stiftung wurde im Jahr 1987 als Ronald McDonald Kinderhilfe gegründet und erhielt im Jahr 1997 ihren heutigen Namen.

Die erste Aufsichtsratsvorsitzende war die SPD-Politikerin und frühere Bundestagspräsidentin Annemarie Renger. Ihre Nachfolgerin wurde im Jahr 1997 Rita Süssmuth.[1] Nachdem Süssmuth das Amt 2019 niederlegte, wurde 2020 mit Thomas Erler ein Mediziner in den Vorsitz des Kuratoriums berufen[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die McDonald's Kinderhilfe Deutschland wurde 1987 als Teil der international tätigen Ronald McDonald House Charities gegründet. 1990 öffnete das erste deutsche Ronald McDonald Haus in Kiel.

Heute finden jedes Jahr mehr als 6.000 Familien in 22 Ronald McDonald Häusern in ganz Deutschland Hilfe und Unterstützung, rund 9.000 Familien besuchen jedes Jahr eine der 6 Oasen. Die Idee, kranken Kindern die Nähe ihrer Eltern zu ermöglichen, war bereits 1973 in den USA entstanden, als Kim Hill, Tochter des amerikanischen Football-Spielers Fred Hill von den „Philadelphia Eagles“, 1973 an Leukämie erkrankte.

Die Eltern erlebten, was eine wochenlange Behandlung auf Leben und Tod für die Kinder und ihre Familien bedeutet. Als es Kim wieder besserging, wurde gemeinsam mit Kims behandelnder Ärztin, Dr. Audrey Evans, der Entschluss geboren, Familien in einer solchen Situation zu helfen. Gemeinsam mit seinen Football-Teamkameraden startete Fred Hill eine große Spendenaktion für ein kliniknahes Elternhaus.

McDonald's-Gründer Ray Kroc, der die „Philadelphia Eagles“ zu diesem Zeitpunkt unter Vertrag hatte, unterstützte diese Spendenaktion. Er versprach, nach dem Matching-Fund-Prinzip jeden eingeworbenen Dollar zu verdoppeln. Soziales Engagement war von Anfang an fester Bestandteil von Ray Krocs Unternehmensphilosophie. „Gebt der Gesellschaft einen Teil von dem zurück, was sie Euch gegeben hat“, lautete sein Appell, der ihm zugleich als Leitmotiv für sein eigenes Handeln diente.

1974 wurde das erste Ronald McDonald Haus in Philadelphia eingeweiht, schon 1977 folgte ein Elternhaus in Chicago. Heute gibt es weltweit 365 Ronald McDonald Häuser in 43 Ländern.[3]

Ronald McDonald Häuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem Ronald McDonald Haus finden Eltern und Geschwisterkinder schwer kranker Kinder ein Zuhause auf Zeit, das ihnen Geborgenheit und ein wenig Normalität gibt. Durch die unmittelbare Nähe zum Krankenhaus sparen sie Kräfte und sind ausgeruhter und entspannter, wenn sie sich um das kranke Kind kümmern. Die ständige Nähe zu den Eltern und Geschwistern, die trösten, vorlesen oder einfach nur da sind, unterstützt den Heilungsprozess des kranken Kindes. In Deutschland gibt es derzeit 22 dieser Elternhäuser[4].

Liste der Ronald McDonald Häuser in Deutschland:

Standort Eröffnung SchirmherrIn Apartments
Aachen 1991 Heike Meier-Henkel 12
Bad-Oeynhausen 2001 Ludger Burmann, Kerstin Kramer 12
Berlin-Buch 2012 Matthias Schweighöfer 13
Berlin-Wedding 1998 Eva Padberg 33
Cottbus 2003 Dagmar Frederic, Nele Schenker 15
Erlangen 1995 Barbara Hahlweg 16
Essen 2005 Henry Maske 17
Hamburg-Altona 2014 Petra van Bremen 11
Hamburg-Eppendorf 1997 Nova Meierhenrich 13
Homburg 2005 Miroslav Klose, Christian Schwarzer 14
Jena 1992 Ute Freudenberg 9
Kiel 1990 Bettina Tietjen 12
Köln 2009 Nazan Eckes, Fritz Schramma 14
Leipzig 2002 Sebastian Krumbiegel 18
Lübeck 1999 Sven Martinek 12
Mainz 2013 Dr. Eckart von Hirschhausen, Yvonne Ransbach 11
München-Großhadern 1997 Annemarie Carpendale 13
München-Herzzentrum 1995 Clarissa Käfer, Alexander Mazza 24
Oldenburg 2001 Ines Klemmer, Horst Milde 22
Passau 2015 Florian Silbereisen 5
Sankt-Augustin 2014 Oliver Pocher 24
Tübingen 2011 Florian König 37

Ronald McDonald Oasen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Familien bedeutet ein Oasenbesuch eine Auszeit vom Klinikalltag, denn die Kinder können in einer angenehmen und freundlichen Atmosphäre auf andere Gedanken kommen und die anstehende Behandlung für einen kurzen Moment vergessen. Auch die Eltern können in der Oase etwas zur Ruhe kommen, sich geborgen fühlen und entspannen. Da die Oase im Klinikgebäude liegt, sind die Wege zu den Ärzten kurz. Die Familien werden in der Oase zu ihren Behandlungsterminen aufgerufen und müssen die Wartezeit nicht auf dem Krankenhausgang verbringen. Stattdessen können sich die kleinen Patienten in der Spielecke austoben, im Internet surfen oder Musik hören. In der Küche gibt es kostenlosen Kaffee und Softgetränke, auch warme Mahlzeiten lassen sich zubereiten. Eltern haben die Möglichkeit, sich während der Behandlungszeit ihres Kindes im Ruheraum zu erholen.

Bisher gibt es Ronald McDonald Oasen im Universitätsklinikum Erlangen, der Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin, der Kinderklinik Amsterdamer Straße in Köln, dem Altonaer Kinderkrankenhaus in Hamburg-Altona, der Kinderklinik Dritter Orden in Passau und im HELIOS Klinikum Berlin-Buch.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die McDonald's Kinderhilfe finanziert sich hauptsächlich über Spenden. Die größte Summe erhält die gemeinnützige Stiftung dabei von McDonald's Deutschland, seinen Franchise-Nehmern, Lieferanten und Gästen. Darüber hinaus unterstützen zahlreiche Privatspender und Firmen die Arbeit für schwer kranke Kinder und deren Familien

Im Jahr 2019 nahm die McDonald’s Kinderhilfe Stiftung insgesamt 15,5 Millionen Euro ein. Die Gesamtsumme setzt sich aus Spenden, dem wirtschaftlichen Zweck- und Geschäftsbetrieb sowie den Erlösen aus kurz- und mittelfristigen Geldanlagen zusammen. Zu den Einnahmen der Stiftung haben McDonald’s Deutschland LLC sowie ihre Franchise-Nehmer, Lieferanten und Gäste mit 7,9 Millionen Euro beigetragen.

Transparenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spender und Stifter schenken der McDonald's Kinderhilfe Stiftung großes Vertrauen. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) bescheinigt der Stiftung den effizienten und transparenten Umgang mit den ihr anvertrauten Mitteln. Außerdem hat sich die Stiftung der „Initiative Transparente Zivilgesellschaft“ angeschlossen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gemeinnützigen Einrichtungen erfüllen auch einen werbestrategischen Nutzen. Dies wird bereits durch den Namensbezug und das Logo deutlich.[5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In den USA wurde unter der Schirmherrschaft der amerikanischen McDonald’s Kinderhilfe der Film Comic-Stars gegen Drogen produziert.
  • Bereits 1986 wurde in Gießen ein Ronald McDonald-Haus eröffnet.[6] Nachdem die Zusammenarbeit mit McDonalds beendet wurde, wird das Haus als Familienzentrum für krebskranke Kinder weitergeführt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willy Schneider: McMarketing – Einblicke in die Marketing-Strategie von McDonald’s. Gabler, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-8349-0160-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ronald McDonald House Charities – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Kuratorium der McDonald’s Kinderhilfe Stiftung (abgerufen am 28. Oktober 2012).
  2. Neuer Kuratoriumsvorsitz der McDonalds Kinderhilfe Stiftung / Das Kuratorium der McDonalds Kinderhilfe Stiftung hat Thomas Erler zu seinem neuen Vorsitzenden gewählt. Abgerufen am 19. Oktober 2020.
  3. McDonald's Kinderhilfe: Die Geschichte der McDonald's Kinderhilfe in Deutschland. Abgerufen am 16. November 2020.
  4. McDonald's Kinderhilfe Stiftung: Übersicht der Ronald McDonald Häuser in Deutschland. In: McDonald's Kinderhilfe. Abgerufen am 16. November 2020.
  5. Siegfried Pater: Zum Beispiel McDonald’s. Lamuv, 2. Auflage 2003, ISBN 3-88977-595-0, S. 32–34.
  6. Mehr als eine Übernachtungsmöglichkeit (abgerufen am 4. Februar 2017).