Mendelbahn

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Mendelbahn
Mendelbahn (2009)
Länge 2,37 km
Maximale Steigung 64 %
Höhendifferenz 854 m
Tiefster Punkt St. Anton 510 m s.l.m.
Höchster Punkt Mendelpass 1364 m s.l.m.
Betriebsart elektrisch
Spurweite 1000 mm
Eröffnung 1903
   
12,850 ehem. Überetscher Bahn von Bozen
   
0,000 St.Anton 510 m s.l.m.
   
   
Kalterer Höhenweg (nur zum Aussteigen)
   
1,185 Ausweichstelle in der Streckenmitte
   
Viadukt
   
   
   
2,370 Mendelpass 1364 m s.l.m.
   
23,549 ehem. Lokalbahn Dermulo–Mendel nach Dermulo

Die Mendelbahn (italienisch Funicolare della Mendola) ist eine Standseilbahn in Südtirol. Sie führt von der Fraktion St. Anton in Kaltern hinauf auf den Mendelpass.

Anfangs bestand die Bahn aus zwei Teilen. Denn neben der heutigen Standseilbahn wurde auch die Verbindungsstrecke vom Bahnhof Kaltern nach St. Anton als Mendelbahn bezeichnet. Dieser Teil wurde 1963 zusammen mit der Überetscher Bahn aufgelassen.

Die Bahn überwindet heute auf ihrer rund 2.370 Meter langen und 12 Minuten dauernden Fahrt einen Höhenunterschied von 854 Meter. Sie beginnt auf einer Höhe von 510 Metern und führt hinauf auf 1364 m. Die Steigung liegt zwischen 57 und 64 Prozent.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 19. Oktober 1903 ging die Mendelbahn offiziell in Betrieb. Der wohl berühmteste Gast der Bahn war Kaiser Franz Josef, der 1905 zu den großen Militärmanövern in das Nonstal unterwegs war. Ab 1916 stand die Mendelbahn ausschließlich für militärische Aufgaben zur Verfügung. Nach der Angliederung Südtirols an Italien blieben die österreichischen Gäste, vor allem aus den höheren Gesellschaftskreisen, aus. Dadurch verlor die Mendel als Luftkurort der „höheren Kreise“ stark an Bedeutung. Bis 1934 gab es die Möglichkeit, auf der Passhöhe in die Lokalbahn Dermulo–Mendel umzusteigen und weiter Richtung Nonstal und Trient zu fahren.

Bemerkenswert ist, dass sich die Mendelbahn trotz des Baus der Autostraße behaupten konnte: Während die Adhäsionsstrecke 1963 zusammen mit der Überetscher Bahn aufgelassen wurde, blieb die Standseilbahn weiter in Betrieb. 1983 erfolgte eine Schließung der Bahn wegen gravierender sicherheitstechnischer Mängel. Erst 1988 wurde der Verkehr nach einer Totalsanierung der Strecke wieder aufgenommen.

Die Mendelbahn befindet sich seit 1993 im Eigentum der Südtiroler Transportstrukturen AG (STA) und wird durch die SAD Nahverkehr AG betrieben.[1]

2009 wurden neue Kabinen mit gläsernem Panoramadach erworben, barrierefreie Zugänge sowie eine Bedarfshaltestelle auf halber Höhe als direkte Anbindung zum Kalterer Höhenweg geschaffen. An Wochenenden und in der Tourismussaison können Fahrgastzahlen von weit über 1000 beförderten Personen täglich verbucht werden.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Mit der Mendelbahn in einer historischen Abbildung auf einer Sonderpostmarke im Wert von 65 Cent, Erscheinungsdatum: 8. Mai 2010, würdigte die Österreichische Post die ursprüngliche Pionierleistung.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Alexander von Egen, Arnold Dissertori, Martin Sölva, Verein für Kultur und Heimatpflege Kaltern (Hrsg.): Die Mendelbahn in Kaltern. Athesia, Bozen 1988, ISBN 88-7014-492-5.
  •  Martin Sölva, Gotthard Andergassen: Die Mendel. Athesia, Bozen 2003, ISBN 8882662152.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Mendelbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Martin Sölva, Gotthard Andergassen: Die Mendel. Athesia, Bozen 2003, ISBN 8882662152, S. 94.
  2. Die neue Mendelbahn feiert ihr 5-jähriges Jubiläum. Pressedienst der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol, 7. Mai 2014, abgerufen am 16. Mai 2014.

46.412511.219444444444Koordinaten: 46° 24′ 45″ N, 11° 13′ 10″ O