Miłki

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Miłki
Wappen von Miłki
Miłki (Polen)
Miłki
Miłki
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Powiat: Giżycko
Geographische Lage: 53° 57′ N, 21° 53′ OKoordinaten: 53° 56′ 35″ N, 21° 52′ 57″ O
Einwohner: 580
Postleitzahl: 11-513
Telefonvorwahl: (+48) 87
Kfz-Kennzeichen: NGI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 63: (Russland–) PerłyGiżyckoPiszŁomżaSławatycze (–Weißrussland)
Drozdowo/DK 16Marcinowa Wola → Miłki
Czyprki/DW 656 → Miłki
Schienenweg: kein Bahnanschluss
Nächster int. Flughafen: Danzig
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 27 Ortschaften
16 Schulzenämter
Fläche: 169,43 km²
Einwohner: 3838
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2806062
Verwaltung (Stand: 2007)
Gemeindevorsteher: Stanisław Wąsiakowski
Adresse: ul. Mazurska 2
11-513 Miłki



Miłki [ˈmʲiwkʲi] (deutsch Milken) ist ein Dorf und Sitz der Landgemeinde Miłki in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren und gehört zum Powiat Giżycki (Kreis Lötzen).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miłki liegt 14 Kilometer südöstlich von Giżycko (Lötzen) im ehemaligen Ostpreußen am Ostufer des Wobel-Sees (polnisch Jezioro Miłkowskie) in der Masurischen Seenplatte.

Blick auf den Wobel-See/Jezioro Miłkowskie mit dem Kirchturm von Miłki (Milken)

Das Dorf Miłki (Milken)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Milken[2] wurde 1475 erstmals urkundlich erwähnt. Etwa 1481 wurde die Kirche erbaut[3]. Im Jahre 1625 waren die Einwohner des Dorfes ausschließlich polnisch, 1656 fielen die Kosaken in Milken ein.

Zwischen 1818 und 1945 war Milken zum preußischen Kreis Lötzen im Regierungsbezirk Gumbinnen der Provinz Ostpreußen zugehörig. Der Ort wurde am 29. März 1874 Amtsdorf und namensgebend für einen Amtsbezirk[4], der bis 1945 bestand.

Im Jahre 1910 waren in Milken 591 Einwohner registriert[5]. Ihre Zahl stieg bis 1933 auf 871 und belief sich 1939 bereits auf 953[6].

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam der Ort mit dem gesamten südlichen Ostpreußen zu Polen und erhielt die polnische Namensform „Miłki“. Im Dorf leben etwa 580 Einwohner. Es stellt eine Ortschaft in der Gmina Miłki dar und gehört zum Powiat Giżycki (Kreis Lötzen), vor 1998 der Woiwodschaft Suwałki, seither der Woiwodschaft Ermland-Masuren zugeordnet.

Amtsbezirk Milken (1874–1945)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1874 und 1945 bildete Milken einen Amtsbezirk im Kreis Lötzen. Ihm gehörten ursprünglich acht Dörfer an, am Ende waren es noch sieben[4]:

Name Änderungsname
1938 bis 1945
Polnischer
Name
Bemerkungen
Czyprken (ab 1928:)
Freiort
Czyprki
Lipiensken (ab 1927):
Lindenwiese
Lipińskie
Marczinawolla (ab 1929:)
Martinshagen
Marcina Wola
Milken Miłki
Mniechen (ab 1928:)
Münchenfelde
Miechy
Ogrodtken Ogródek nach Wissowatten eingemeindet
Sczepanken Tiefen Szczepanki
Wissowatten Wyszowate

Am 1. Januar 1945 waren noch Freiort, Lindenwiese, Martinshagen, Milken, Münchfelde, Tiefen und Wissowatten in den Amtsbezirk eingegkliedert.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirchengebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits in vorreformatorischer Zeit war Milken ein Kirchdorf. Die Grundmauern der Kirche, die man zu den ältesten Kirchen Masurens zählt, stammen aus dem zu Ende gehenden 15. Jahrhundert[3]. Nach einem Brand im Jahre 1656 wurde das Gotteshaus 1669 wieder aufgebaut[7]. Nach 1945 wurde es eine katholische Pfarrkirche mit dem Namen „Kirche der Mutter Gottes, der Königin von Polen“ (Muttergotteskirche), die nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten[8] nun in der Ausstattung und Gestaltung der römisch-katholischen Liturgie angepasst ist.

Kirchengemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Evangelisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Reformation bis zum Jahre 1945 war die Milkener Kirche ein evangelisches Gotteshaus[9]. Das weitflächige Kirchspiel, das 1925 insgesamt 6058 Gemeindeglieder in nahezu 30 Orten, Ortschaften und Wohnplätzen zählte, gehörte bis 1945 zum Kirchenkreis Lötzen in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Aufgrund von Flucht und Vertreibung der einheimischen Bevölkerung brach 1945 das kirchliche Leben ein. In Miłki jetzt lebende evangelische Kirchenglieder sind in die evangelische Pfarrkirche in Giżycko (Lötzen) mit der Filialgemeinde Wydminy (Widminnen) innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen eingepfarrt.

Römisch-katholisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1945 waren die zahlenmäßig wenigen katholischen Einwohner Milkens in die Pfarrkirche St. Bruno in Lötzen integriert. Seit 1945 ist die vorher evangelische Kirche in Miłki katholische Pfarrkirche. Sie ist Teil des Dekanats Giżycko - św. Krzystofa im Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Jakub Hoynowius (* 1652 in Milken), evangelischer Pastor, Schriftsteller, Kantor und Übersetzer von Kirchenliedern († 1698)
  • Joachim Kaiser (* 18. Dezember 1928 in Milken), deutscher Kunstwissenschaftler und -kritiker

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miłki liegt an der bedeutenden Nord-Süd-Verkehrsachse der polnischen Landesstraße DK 63 (Teilstück der früheren deutschen Reichsstraße 131), die von der Polnisch-russischen Grenze bis zur polnisch-weißrussischen Grenze führt. Zwischen 1905 und 1945 war Milken Bahnstation an der Bahnstrecke Lötzen–Arys (–Johannisburg), die kriegsbedingt aufgegeben und abgebaut wurde.

Gmina Miłki[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindegebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landgemeinde Miłki erstreckt sich über ein Gebiet von 169,43 km² rund um das Dorf Miłki mit zentralem Amtssitz. 65 % der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich, 14 % forstwirtschaftlich genutzt. Die Gemeindefläche entspricht 15,14& des Umfanges des Powiat Giżycki (Kreis Lötzen), in dessen südöstlichem Bereich sie liegt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Miłki gehören der Ort selbst und die folgenden kleineren Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
polnischer Name deutscher Name
(bis 1945)
Bielskie Bilsken
1938–1945 Billsee
Lipowy Dwór Lindenhof
Borki Borken Marcinowa Wola Marczinawolla
1929–1945 Martinshagen
Czyprki Czyprken
1928–1945 Freiort
Miechy Mniechen
1928–1945 Münchenfelde
Danowo Dannowen
1938–1945 Dannen
Miłki Milken
Jagodne Małe Klein Jagodnen
1938–1945 Kleinkrösten
Paprotki Paprodtken
1938–1945 Goldensee
Jagodne Wielkie Groß Jagodnen
1938–1945 Großkrösten
Przykop Przykopp
1938–1945 Hessenhöh
Jedamki Jedamken
1938–395 Stenzeln
Ruda Ruhden
1938–1945 Eisenwerk
Jedamki (osada) Rydzewo Rydzewen
1927–1945 Rotwalde
Kąp Staświny Staßwinnen
1938–1945 Eisermühl
Kleszczewo Kleszewen
1928–1945 Brassendorf
Staświny-Osada
Kleszczewo-Osada Wierciejki Wierczeyken
1928–1945 Gregerswalde
Konopki Małe Klein Konopken
1929–1945 Waldfließ
Wyłudki Willudtken
1938–1945 Heydeck
Konopki Wielkie Groß Konopken
1938–1945 Hanffen
Wyszowate Wissowatten
Lipińskie Lipiensken
1928–1945 Lindenwiese

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden der Gmina Miłki sind:

Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gebiet der Landgemeinde Miłki waren am 30. Juni 2015 insgesamt 3838 Einwohner gemeldet. Die Einwohnerstruktur spiegelt die Alterspyramide aus dem Jahre 2014 wider[10]: Einwohner-Alterspyramide der Gmina Miłki aus dem Jahre 2014 (Kobiety = Frauen, Mężczyźni = Männer)

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Gemeindegebiet von Miłki gibt es seit 1945 keine evangelische Kirche mehr. Die Kirchenglieder orientieren sich an die Kirchen in der Stadt Giżycko (Lötzen) sowie in Wydminy (Widminnen) bzw. Orzysz (Arys), die zur Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen gehören.

Katholischerseits gibt es im Gemeindegebiet zwei Pfarrkirchen mit insgesamt drei Filialkirchen: Miłki mit Ruda (Ruhden, 1938 bis 1945 Eisenwerk) und Marcinowa Wola (Marczinawolla, 1938 bis 1945 Martinshagen) sowie Rydzewo (Rydzewen, 1927 bis 1945 Rotwalde) mit Paprotki (Paprodtken, 1938 bis 1945 Goldensee). Sie sind in das Bistum Ełk (Lyck) der Römisch-katholischen Kirche in Polen einbezogen.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der weithin sichtbare Sendemast Miłki im Hintergrund des Jezioro Niegocin (Löwentin-See)

Sendeanlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Nordwesten von Miłki nahe der Straße nach Przykop Przykopp, 1938 bis 1945 Hessenhöh, befindet sich bei 53°56'16" nördlicher Breite und 21°50'41" östlicher Länge eine Sendeanlage für UKW und TV mit einem 327 Meter hohen Sendemast.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gebiet der Gmina Miłki zieht sich in Nord-Süd-Richtung die verkehrspolitisch bedeutende Landesstraße DK 63 (ehemalige deutsche Reichsstraße 131). Auf sie trifft bei Staświny (Staßwinnen) die von Ełk (Lyck) über Zelki (Neuhoff) kommende Woiwodschaftsstraße DW 656. Im Übrigen sind alle Orte der Gemeinde durch ein gut ausgebautes Straßen- und Landwegenetz miteinander verbunden.

Schienen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Bahnanbindung der Gmina Miłki besteht nicht. Durch das Gebiet der Gemeinde verlief bis 1945 die Bahnstrecke Lötzen–Johannisburg mit den Bahnstationen Ruhden/Eisenwerk (Ruda), Milken (Miłki) und Groß Konopken/Hanffen (Konopki Wielkie). Die Strecke wurde nach Kriegszerstörung 1945 stillgelegt und abgebaut.

Luft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächstgelegene internationale Flughafen ist der in Danzig, der jedoch nur über eine lange Anfahrtstrecke zu erreichen ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Miłki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Gmina Miłki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Milken
  3. a b Miłki - Milken
  4. a b Rolf Jehke: Amtsbezirk Milken
  5. Uli Schubert: Gemeindeverzeichnis, Landkreis Lötzen
  6. Michael Rademacher: Deutsch-österreichisches Ortsbuch, Landkreis Lötzen
  7. Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens. Band 2: Bilder ostpreussischer Kirchen. Göttingen 1968, S. 121–122
  8. Bild der kriegsbeschädigten Kirche in Milken
  9. Walther Hubatsch, Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen, 1968, S. 492
  10. Kobiety = Frauen, Mężczyźni = Männer