Michael Mietke

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Cembalo im Schloss Charlottenburg

Michael Mietke (* 1671; † 1729) war ein norddeutscher Cembalo- und Harfenbauer. Neben der verbreiteten Schreibung „Mietke“[1] existieren auch die Formen „Miethke“, „Miedecke“, „Midecke“, „Medicke“ und die als korrekt geltende Schreibung „Miedtke“.[2]

Offenbar lebte Michael Mietke sein ganzes Leben lang in Berlin; spätestens ab 1695 baute er dort Instrumente. „1697 wird er in der Friedrichwerderschen Kirche nach Aussage der Bücher mit Jungfrau Maria Wagenführer getraut. Schon bei dieser Gelegenheit wird er ‚Instrumentenmacher am Hof‘ genannt.“[3] 1707 folgte er Christoph Werner als preußischer Hoflieferant. 1718 baute er auf Bestellung von Johann Sebastian Bach ein Cembalo für den Köthener Hof – vielleicht das Instrument, für das Bach das 5. Brandenburgische Konzert komponierte. Bach gab das Cembalo nicht nur bei Mietke persönlich in Auftrag, sondern reiste 1719 erneut nach Berlin, um es persönlich abzuholen.[4]

Seine Söhne Michael (1702–1754) und Georg (1704–1770) wurden gleichfalls Instrumentenbauer, ebenso sein Enkel, Georgs Sohn Friedrich (1746–1805).

Drei der Instrumente Michael Mietkes sind bis heute erhalten. Zwei stehen im Schloss Charlottenburg, Berlin (ein einmanualiges Cembalo, unsigniert, ehemals Eigentum von Königin Sophie Charlotte, und ein zweimanualiges Cembalo, auch dieses unsigniert), das dritte im Hälsingland-Museum, Hudiksvall (ein einmanualiges Cembalo, signiert Berlin 1710).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. So in Curt Sachs: Musik und Oper am kurbrandenburgischen Hof. Berlin 1910 (Bard), S. 186 oder Paul Badura-Skoda: Bach-Interpretation. Die Klavierwerke Johann Sebastian Bachs. Laaber 1990 (Laaber), S. 150–152.
  2. Nachgewiesen in Werner Renkewitz: Geschichte der Orgelbaukunst in Ost- und Westpreußen von 1333 bis 1944. Band 1. Köln 1984 (Siebenquart), S. 219.
  3. Curt Sachs: Musik und Oper am kurbrandenburgischen Hof. Berlin 1910 (Bard), S. 186; Reprint Hildesheim 1977 (Olms); Digitalisat auf hu-berlin.de (Stand 19. April 2017).
  4. Hinweis auf bachueberbach.de (Stand 19. April 2017).