Mława

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Mława
Mława
Mława (Polen)
Mława
Mława
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Masowien
Powiat: Mławski
Fläche: 35,50 km²
Geographische Lage: 53° 7′ N, 20° 22′ OKoordinaten: 53° 7′ 0″ N, 20° 22′ 0″ O
Einwohner: 31.149
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 06-500 bis 06-501
Telefonvorwahl: (+48) +48 023
Kfz-Kennzeichen: WML
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 7
DW 544
DW 563
Schienenweg: Nasielsk–Działdowo
Gmina
Gminatyp: Stadtgemeinde
Einwohner: 31.149
(31. Dez. 2016)[1]
Gemeindenummer (GUS): 1413011
Verwaltung
Adresse: Stary Rynek 19
06-500 Mława
Webpräsenz: www.mlawa.um.gov.pl



Mława [ˈmwava] (deutsch 1941–1945 Mielau) ist eine Stadt im Powiat Mławski in der Woiwodschaft Masowien, Polen. Die Stadt ist Sitz des Powiat Mławski.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mława liegt 107 Kilometer nordwestlich von Warschau, 74 Kilometer südlich der ostpreußischen Stadt Olsztyn (Allenstein) und 30 Kilometer nordöstlich von Ciechanów. Die Stadt nimmt eine Fläche von 24,35 km² ein, davon werden 58 % landwirtschaftlich genutzt und 7 % sind bewaldet.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die polnische Stadt Mława südlich der ostpreußischen Städte Allenstein und Neidenburg sowie südlich der Grenze Ostpreußens auf einer Landkarte von 1908.

Bis 1913[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1426 trafen sich in Mława die Herzöge Siemowit V, Trojden II und Władysław I. 1429 erhielt Mława die Stadtrechte nach Kulmer Recht. 1521 wurde die Stadt von Truppen geplündert und Teile der Stadt brannten nieder. 1545 gab Sigismund I. Zuschüsse zum Bau des Rathauses. Bei der ersten beschriebenen Pestepidemie 1572 und 1573 starben ca. 1300 Menschen. 1659 brannten schwedische Truppen die Stadt nieder. 1661 und 1662 ereignete sich eine zweite Pestepidemie. 1689 zerstörte ein Feuer die Stadt abermals. Zwischen 1708 und 1712 gab es wieder einen Pestausbruch. 1776 wurden wieder Teile der Stadt durch ein Feuer zerstört. Das neue Rathaus wurde 1782 fertiggestellt. 1795 kam Mława nach der dritten Teilung Polens zu Preußen. 1797 wurde erstmals ein Ghetto eingerichtet. 1806 standen französische Truppen in der Stadt. Von 1807 bis 1815 wurde die Stadt Teil des Herzogtums Warschau. 1815 kam sie zum Königreich Polen und blieb bis zum Ersten Weltkrieg Teil des russischen Kaiserreichs. 1837 trat die Cholera in der Stadt auf. 1863 wurde bei Mława während des Januaraufstandes gekämpft. Infolgedessen wurden das Kloster und die Schule in der Stadt geschlossen. 1877 wurde die Stadt an die Eisenbahn angeschlossen. 1898 trat erneut eine Choleraepidemie auf.

Rathaus

1914 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1914 nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die Stadt im August und September abwechselnd von russischen und deutschen Truppen 14-mal besetzt. 1920 fanden Kämpfe um Mława während des Polnisch-Sowjetischen Krieges statt.

Zu Beginn des Polenfeldzugs, vom 1. bis 4. September 1939, fand die Schlacht von Mława zwischen deutschen und polnischen Truppen statt. Mława wurde dem Großdeutschen Reich angegliedert, in Mielau umbenannt und Sitz des Landkreises Mielau. Am 18. Januar 1945 kam es in Kalkówka zu einer Massenerschießung von Häftlingen aus Mława. Am selben Tag wurde das im Waldgebiet bestehende Ausbildungslager des Reichsarbeitsdienstes fluchtartig geräumt. Am 19. Januar 1945 wurde Mielau von der Roten Armee eingenommen und fiel wieder an Polen.

1945 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1975 bis 1998 gehörte Mława der Woiwodschaft Ciechanów an.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachfolgend die graphische Darstellung der Einwohnerentwicklung von 1995 bis 2008.[4][5]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz mit Dreifaltigkeitskirche und Rathaus

Mława verfügt über vier Kindergärten (przedszkole), fünf Grundschulen (szkoła podstawowa), vier Mittelschulen (gimnazjum), vier allgemeinbildenden Gymnasien (liceum ogólnokształcące) sowie mehrere Grundberufsschulen (zasadnicza szkoła zawodowa) und eine Kunstschule (Szkoły Artystyczne). Es gibt noch einige weitere Schulen von privaten Trägern.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Mława verläuft die Droga krajowa 7 und die DWs (Droga wojewódzka) 544, 563 und 615. Die Stadt liegt an der Bahnstrecke Warszawa–Gdańsk. Die Schmalspurbahn Mława–Zamość Mazowiecki ist stillgelegt.

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mława, in: Guy Miron (Hrsg.): The Yad Vashem encyclopedia of the ghettos during the Holocaust. Jerusalem : Yad Vashem, 2009 ISBN 978-965-308-345-5, S. 487–489.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mława – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. regioset.pl (polnisch)
  3. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (Memento vom 8. April 2009 auf WebCite) (polnisch)
  4. Webseite der Stadt
  5. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ – STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“ (Memento vom 15. Mai 2011 im Internet Archive) Stand vom 30. Juni 2010