Miri Regev

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Miri Regev, 2010

Miriam "Miri" Regev (hebräisch ‏מרים "מירי" רגב‎‎, * 26. Mai 1965 als Miriam Siboni[1] in Kirjat Gat) ist eine israelische Politikerin und frühere Brigadegeneralin. Sie war von Juni 2005 bis Juli 2007 Pressesprecherin der IDF. Sie ist Abgeordnete der Knesset für den Likud und derzeitig Kulturministerin des Staates Israel.[2]

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Regev trat mit 18 Jahren in die Armee ein und dient in den frühen 1980er-Jahren in der Gadna-Einheit. Ab 1986 war sie Pressesprecherin des israelischen Südkommandos und stieg kontinuierlich in der Rangordnung der Public-Relations-Abteilung auf. Im Jahre 2002 wurde sie zur stellvertretenden Pressesprecherin der israelischen Streitkräfte befördert.

2004 wurde sie Chefzensorin der Presse und der Medien, eine von der Kommandokette unabhängige Position, die auch nicht dem Kabinett untersteht. Im Juni 2005 wurde sie in den Rang einer Brigadegeneralin befördert und bekleidete seitdem den Posten der IDF-Pressesprecherin. Da ihr Englisch nicht fließend ist, hat sie den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf die inländische Presse gelegt. Ihr war deswegen vorgeworfen worden, sie habe die Kontakte mit internationalen Medien vernachlässigt, da sie diesen zu wenige Interviews gegeben habe. Im Juli 2007 wurde sie von dem Posten abberufen.

2008 trat sie Likud bei und gewann in Vorwahlen den Listenplatz 27 für Knesstwahl im März 2009. Likud gewann 27 Sitze und Regev zog in die Knesset ein.[1] Bei den Wahlen im Januar 2013 sowie im März 2015 wurde sie erneut für Likud in die Knesset gewählt.

Seit Mai 2015 ist sie Kulturministerin. Ihre Aufgabe sieht sie darin, "dem Volk Brot und Spiele zu geben." Sollte aber jemand Israel delegitimieren, so werde sie zensieren. "Wenn ich zensieren muss, zensiere ich".[3]

Rassistische Äußerungen[Bearbeiten]

Im Zusammenhang mit gewalttätigen Ausschreitungen israelischer Jugendlicher bei einer Demonstration gegen sudanesische Flüchtlinge in Tel Aviv, erklärte Regev, „die Sudanesen sind wie ein Krebs in unserem Körper.“[4] Zunächst bestritt diese Aussage Regev im Nachhinein, Videos der Demonstration belegten jedoch eindeutig ihre rassistischen Äußerungen.[5] Am folgenden Tag entschuldigte sie sich, aber nicht bei den Sudanesen, die sie als "Krebsgeschwür" bezeichnet hatte, sondern bei israelischen Krebskranken, dafür, dass sie ihr Leiden herabgewürdigt hätte, indem sie es mit Afrikanern verglichen hätte.[6] In einem Fernsehinterview erklärte Regev im November 2012 sie sei „glücklich Faschistin zu sein“.[1]

Zensur[Bearbeiten]

Als im August 2015 bekannt wurde, dass die Berliner Staatskapelle zusammen mit dem Star-Dirigenten Daniel Barenboim in Teheran einen Auftritt plant, kündigte Regev einen Protestbrief an Deutschlands Bundesregierung an. Barenboim, der israelischer Staatsbürger ist, verfolge eine anti-israelische Linie und schwärze Israel bei jeder Gelegenheit an. [7]

Erst wenige Monate zuvor wurde Regev vorgeworfen, Bühnenkünstler offen unter Druck zu setzen. Nachdem sich der israelische Schauspieler Norman Issa weigerte, vor Siedlern im Jordantal aufzutreten, drohte sie mit Mittelkürzung. Sie rechtfertigte ihre Vorgehensweise damit, dass sie die Kriterien festlege und entscheide, wo das Geld hingeht. Wenn Zensur notwendig sei, werde sie zensieren.[8]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Miri Regev – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c How Likud MK Miri Regev talked her way to the top. Haaretz, 21. Dezember 2012
  2. Regevs Webseite in der Knesset
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatIsraels neue Kulturministerin Regev. In: tagesschau. 17.06.2015, abgerufen am 17.06.2015.
  4. Israelis machen Jagd auf Migranten in Tel Aviv. Welt, 24. Mai 2012.
  5. When your racism goes viral on Facebook. Haaretz, 28. Mai 2012
  6. Israeli MK: I didn't mean to shame Holocaust by calling African migrants a 'cancer'. Haaretz, 27. Mai 2012.
  7. Berliner Morgenpost - Barenboim bestätigt Konzertpläne in Teheran
  8. www.tagesschau.de - "Wenn ich zensieren muss, zensiere ich"