Kabinett Netanjahu VI
| Kabinett Netanjahu VI | |
|---|---|
| 37. Regierung des Staates Israel | |
| Ministerpräsident | Benjamin Netanjahu |
| Legislaturperiode | 25. Knesset |
| Beginn | 29. Dezember 2022 |
| Dauer | 2 Jahre und 352 Tage |
| Vorgänger | Kabinett Bennett-Lapid |
| Zusammensetzung | |
| Partei(en) | Likud Schas (bis 16.07.2025) Mafdal – HaTzionut HaDatit Noam (bis 28.02.2023; 25.05.2023–24.03.2025) Vereinigtes Thora-Judentum (bis 15.07.2025) Otzma Jehudit (bis 21.01.2025; seit 19.03.2025) HaMahane HaMamlachti (12.10.2023–09.06.2024) Tikwa Chadascha (13.–25.03.2024; seit 29.09.2024) aktuelle Zusammensetzung: Likud, Mafdal – HaTzionut HaDatit, Otzma Jehudit, Tikwa Chadascha |
| Minister | 31 |
| Stellvertretende Minister | 8 |
| Repräsentation | |
| Knesset | initial: 64/120 aktuell: 49/120 11/120 |
Das Kabinett Netanjahu VI bildet nach der Parlamentswahl in Israel 2022 seit Dezember 2022 die israelische Regierung.[1][2] Sie wurde am 29. Dezember 2022 vereidigt.[3] Die Regierung gilt als die am weitesten rechts stehende und religiöseste, die Israel je hatte.
Am 15. und 16. Juli 2025 gaben die ultraorthodoxen Parteien Vereinigtes Thora-Judentum und Schas ihren Austritt aus der Regierungskoalition bekannt.[4][5]
Kriegsregierung 2023
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel 2023 einigte sich Regierungschef Netanjahu in einem als historisch eingeordneten Kompromiss mit der Opposition auf die Bildung einer Kriegsregierung (auch „Notstandsregierung“).[6] In diesem Zuge wurde am 12. Oktober ein Kriegskabinett gebildet, das ausschließlich den Krieg gegen Hamas und Hisbollah organisieren und leiten sollte.[7] Unter dieser Voraussetzung stimmte das Oppositionsbündnis National Unity zu, mit fünf Ministern ohne Geschäftsbereich in die 37. Regierung unter der Leitung von Netanjahu als Ministerpräsident einzutreten: Gideon Sa’ar, Hili Tropper, Yifat Shasha-Biton (die auch dem Sicherheitskabinett beitrat), der ehemalige Oberbefehlshaber der IDF Benny Gantz und Gadi Eizenkot (die dem Kriegskabinett angehörten).
Das Kriegskabinett bestand aus Benjamin Netanjahu, Yoav Gallant (Verteidigungsminister) und dem Leiter des Generalstabs, Benny Gantz. Gadi Eizenkot und Ron Dermer gehörten ihm als Beobachter und Berater an.
Nachdem Gantz und Eizenkot das Kriegskabinett am 9. Juni 2024 verlassen hatten, löste Netanjahu das Kriegskabinett am 17. Juni 2024 auf.[8]
Austritt der charedischen Parteien 2025
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am 15. Juli 2025 kündigte die Partei Vereinigtes Thora-Judentum den Austritt aus der Regierungskoalition an. Grund sei, dass das Parlament einen Gesetzentwurf zur Befreiung von charedischen Tora-Studenten vom Militärdienst nicht angenommen habe.[9] Am Folgetag annoncierte auch die Schas-Partei ihren Rückzug und begründete ihn ebenfalls mit Meinungsverschiedenheiten bei der Wehrpflicht.[10]
Die Regierung verlor dadurch ihre Parlamentsmehrheit.
Mitglieder des Kabinettes Netanjahu VI
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Minister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Stellvertretende Minister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Amt | Bild | Name | Partei |
|---|---|---|---|
| Stellvertretender Minister für nationale jüdische Identität im Büro des Premierministers | Avi Maoz (Dezember 2022 bis Februar 2023 und Mai 2023 bis März 2025) | Noam | |
| Stellvertretende Ministerin für Nationale Missionen im Büro des Premierministers | May Golan | Likud | |
| Stellvertretender Wirtschaftsminister | Almog Cohen | Otzma Jehudit | |
| Stellvertretender Innenminister Stellvertretender Gesundheitsminister |
Moshe Arbel (bis Januar 2023) | Schas | |
| Stellvertretender Minister für soziale Gleichheit Stellvertretender Verkehrsminister |
Uri Maklev (bis 17. Juli 2025) | VTJ | |
| Stellvertretender Minister für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung | Moshe Abutbul (bis 20. Juli 2025) | Schas | |
| Stellvertretende Finanzministerin | Michal Waldiger | Tkuma | |
| Stellvertretender Minister für Arbeit, Soziales und Soziale Dienste Stellvertretender Kulturminister |
Ya’akov Tessler (bis 17. Juli 2025) | VTJ |
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ tagesschau.de: Netanyahu kann rechts-religiöse Regierung bilden. Abgerufen am 24. Dezember 2022.
- ↑ Hanno Hauenstein: Israel: Die neue rechtsextreme Regierung verspricht Eskalation. 22. Dezember 2022, abgerufen am 24. Dezember 2022.
- ↑ Neue Regierung Israels vereidigt: Netanjahu und die Macht der Rabbis, Der Standard, 29. Dezember 2022.
- ↑ faz.net (Zitat: "Dem Schritt liegt der Konflikt über die Wehrdienstbefreiung für ultraorthodoxe Religionsstudenten zugrunde, der die Koalition seit Monaten belastet.")
- ↑ Israel: Netanjahu verliert Regierungsmehrheit – Schas verlässt Koalition - WELT. Abgerufen am 16. Juli 2025.
- ↑ Ruth Michaelson, Harriet Sherwood: Netanyahu sets up emergency Israeli unity government and war cabinet. In: The Guardian. 11. Oktober 2023, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 12. Oktober 2023]).
- ↑ Israel's new war cabinet vows to wipe Hamas off the earth. In: Reuters. 11. Oktober 2023 (reuters.com [abgerufen am 12. Oktober 2023]).
- ↑ Netanyahu löst israelisches Kriegskabinett auf. Abgerufen am 18. Juni 2024.
- ↑ Netanjahus Koalition: Ultraorthodoxe Partei kündigt Austritt an. In: religion.ORF.at. Österreichischer Rundfunk, 15. Juli 2025, abgerufen am 15. Juli 2025.
- ↑ Netanyahu-Regierung verliert Mehrheit im Parlament, Der Spiegel, 16. Juli 2025.
- ↑ Thirty-Seventh Government. In: knesset.gov.il. 29. Dezember 2022, abgerufen am 22. Januar 2023.
- ↑ a b Netanyahu entlässt Innenminister Deri. In: tagesschau.de. 22. Januar 2023, abgerufen am 22. Januar 2023.
- ↑ a b Ousted Israeli minister still holds sway in Netanyahu’s coalition. In: Al-Monitor. 24. Januar 2023, abgerufen am 29. Januar 2023.
- ↑ Israels Ministerpräsident Netanyahu entlässt Verteidigungsminister Gallant. In: Der Spiegel. 5. November 2024, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 8. November 2024]).
- ↑ deutschlandfunk.de: Israel - Neuer Verteidigungsminister Katz legt Amtseid ab. 8. November 2024, abgerufen am 8. November 2024.
- ↑ a b c Wegen Waffenruhe: Rechtsextreme verlassen Israels Regierung. Abgerufen am 19. Januar 2025.
- ↑ n-tv NACHRICHTEN: Rechtsextremist Ben-Gvir ist wieder Minister in Israel. Abgerufen am 25. März 2025.
- ↑ Information Minister Galit Distel resigns. 12. Oktober 2023, abgerufen am 11. November 2023 (amerikanisches Englisch).