Mitragyna

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Mitragyna
Mitragyna parvifolia in Indien

Mitragyna parvifolia in Indien

Systematik
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Rötegewächse (Rubiaceae)
Unterfamilie: Cinchonoideae
Tribus: Naucleeae
Gattung: Mitragyna
Wissenschaftlicher Name
Mitragyna
Korth.

Mitragyna ist eine Pflanzengattung in der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sechs Arten sind in Asien sowie Malesien und drei Arten sind in Afrika beheimatet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blattoberseite und -unterseite von Mitragyna speciosa
Illustration von Mitragyna diversifolia

Erscheinungsbild und Blätter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitragyna-Arten wachsen als meist in der Trockenzeit laubabwerfende, kleine bis ziemlich große Bäume.

Die gegenständig angeordneten Laubblätter sind gestielt und besitzen manchmal Domatien. Die papierartigen bis etwas ledrigen Blattspreiten sind einfach. Die jungen Laubblätter, mindestens die Mittelrippe und manchmal auch die Nebenblätter sind gelegentlich rötlich bis rötlich-purpurfarben. Die abfallenden, interpetiolaren Nebenblätter sind einfach, eiförmig bis verkehrt-eiförmig, manchmal gekielt und oft groß sowie gut entwickelt; sie stehen aufrecht und aneinander gedrückt an den abgeflachten Knospen.

Blütenstände und Blüten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In auf dem Hauptstamm oder an den Zweigen endständig, manchmal über einem kurzen Blütenstandsschaft, bündeligen, zymösen, doldigen oder tyrsusförmigen Gesamtblütenständen stehen kugelige, kopfige Teilblütenstände zusammen. Oft sind reduzierte, kronblattartige und/oder hochblattartige Blätter und immer vergrößerte, manchmal auffällig gefärbte, nicht haltbare Nebenblätter an den Blütenständen vorhanden. Die Deckblätter sind spatelförmig bis verkehrt-pyramidal.

Die mehr oder weniger sitzenden Blüten sind zwittrig, zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind zu einem gestutzten oder fünfzähnigen Kelch je nach Art unterschiedlich hoch verwachsen. Die fünf cremefarbenen bis gelb-grünen Kronblätter sind trichterförmig oder eng stieltellerförmig verwachsen. Die Kronröhre ist innen kahl bis unterschiedlich, besonders am Schlund flaumig behaart. Die fünf Kronlappen sind in der offenen Blüte aufsteigend. Es ist ein Kreis mit fünf fertilen Staubblättern vorhanden. Die auf oder kurz unterhalb des Schlundes der Kronröhre inserierten Staubfäden sind kurz und die Staubbeutel überragen teilweise oder ganz die Kronröhre. Zwei Fruchtblätter sind zu einem zweikammerigen Fruchtknoten verwachsen. Je Fruchtknotenkammer sind viele Samenanlagen vorhanden, die an einer fleischigen hängenden Plazenta im oberen Drittel des Septums angeordnet sind. Der Griffel endet in einer keulen- bis mützenförmige Narbe, die die Kronröhre überragt.

Fruchtstände, Früchte und Samen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kugeligen Fruchtstände enthalten Kapselfrüchte um die manchmal noch der Kelch erhalten bleibt. Die verkehrt-eiförmigen bis ellipsoiden, knorpeligen bis holzigen Kapselfrüchte enthalten viele Samen. Die kleinen Samen sind abgeflacht und spindelförmig bis lanzettlich. Die Samen besitzen an beiden Enden kurze Flügel, wobei der basale Flügel manchmal zweispaltig oder gekerbt ist.

Zweige mit Blättern und kugeligen Blütenständen von Mitragyna parvifolia

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Mitragyna wurde 1839 durch Pieter Willem Korthals in Observationes de Naucleis Indicis, S. 19 aufgestellt.[1] Synonyme für Mitragyna Korth. sind: Bamboga Baill. orth. var., Mamboga Blanco, Paradina Pierre ex Pit., Stephegyne Korth. Colin E. Ridsdale erstellte 1978 eine Systematische Übersichtsarbeit (englisch: systematic review), A revision of Mitagyna and Uncaria (Rubiaceae). In: Blumea, 24, S. 43–100, und die afrikanischen Arten in die Gattung Hallea Leroy aus, die durch Y.-F. Deng: Fleroya, a substitute name for Hallea J.-F. Leroy (Rubiaceae). In: Taxon, Volume 56, 2007, S. 247–248 zum Synonym von Fleroya Y.F.Deng wurde. Viele danach erstellte Floren und die neueren Arbeiten über die Unterfamilie und den Tribus gliedern die afrikanische Art Mitragyna inermis zur Gattung ein. Die Gattung Mitragyna gehört zur Tribus Naucleeae in der Unterfamilie Cinchonoideae innerhalb der Familie der Rubiaceae.[2]

Sechs Mitragyna-Arten kommen in Asien und Malesien vor. Drei Arten sind in China und vier Arten sind in Thailand beheimatet. Drei Arten, Mitragyna inermis, Mitragyna ledermannii und Mitragyna rubrostipulata sind in Afrika beheimatet.

Es gibt etwa sechs bis sieben Mitragyna-Arten:[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Arten, beispielsweise Mitragyna diversifolia, dienen der Holzgewinnung.[4]

Aus den Blättern von Mitragyna speciosa wird die (Arznei-)Droge „Kratom“ gewonnen. Die Blätter werden auch zum Brühen von Tee, zum Kauen und zum Rauchen verwendet. In Thailand und Malaysia werden die Blätter in der Volksmedizin eingesetzt. Der Hauptwirkstoff ist das Alkaloid Mitragynin, das nur als Inhaltsstoff von Mitragyna speciosa bekannt ist; von ihm wird behauptet, dass er in niedriger Dosis stimulierend und in hoher Dosis narkotisch wirkt.[4]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tao Chen, Charlotte M. Taylor: Mitragyna. Rubiaceae. In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae. Volume 19. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2011, ISBN 978-1-935641-04-9, S. 218–219 (englisch, „Mitragyna - Online“ – Online-Text ist mit dem gedruckten Werk identisch; Gedrucktes Werk - Volltext-Online). (Abschnitt Beschreibung, Verbreitung, Nutzung und Systematik)
  • S. Nazimuddin, M. Qaiser: Rubiaceae in der Flora of Pakistan: Mitragyna - Online. (Abschnitt Beschreibung und Verbreitung, dort aber noch die afrikanischen Hallea-Arten)
  • Christian Puff, ab 2007: Flora of Thailand: Rubiaceae - Mitragyna. (Abschnitt Beschreibung und Verbreitung)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitragyna bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  2. Mitragyna im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 18. Oktober 2017.
  3. a b c d e f g h i Rafaël Govaerts (Hrsg.): Mitragyna. In: World Checklist of Selected Plant Families (WCSP) – The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Abgerufen am 2. November 2018.
  4. a b Tao Chen, Charlotte M. Taylor: Mitragyna. Rubiaceae. In: Flora of China Editorial Committee: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Cucurbitaceae through Valerianaceae, with Annonaceae and Berberidaceae. Volume 19. Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2011, ISBN 978-1-935641-04-9, S. 218–219 (englisch, „Mitragyna - Online“ – Online-Text ist mit dem gedruckten Werk identisch; Gedrucktes Werk - Volltext-Online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mitragyna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien