Monika Hunnius

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Monika Adele Elisabeth Hunnius (* 14. Juli 1858 in Riga, Lettland[1]; † 30. Dezember 1934 in Riga) war eine deutschbaltische Schriftstellerin. Sie gehört zu den bekanntesten deutschen Autorinnen des Baltikums im 20. Jahrhundert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monika Hunnius wuchs in Riga auf und verlebte die langen Sommerferien meist in Paide (deutsch Weißenstein) bei ihrem Onkel Hermann Hesse, dem Großvater des Schriftstellers Hermann Hesse. Ihren Vetter Johannes Hesse, den Vater des berühmten Schriftstellers und Nobelpreisträgers, lernte sie trotzdem erst viel später in Deutschland kennen. Bis zu dessen Tode fühlte sich Monika Hunnius durch eine tiefe Freundschaft mit ihm verbunden.

Sie erhielt zunächst in Riga, dann in Frankfurt am Main eine Gesangsausbildung, wo sie unter anderem von Julius Stockhausen unterrichtet wurde. Im Hause Stockhausen traf sie u.a. Johannes Brahms. Mit Clara Schumann, Raimund von Zur Mühlen, Hans Schmidt, Eva Jekelius-Lißmann und Amalie Schneeweiß, der Ehefrau von Joseph Joachim, war sie befreundet. Ab 1884 lehrte Monika Hunnius Gesang und Deklamation in Riga.

Sie unterstützte Raimund von Zur Mühlen von 1904 bis 1911 bei der Durchführung vom Gesangskursen in Viljandi (Fellin) und später im ostpreußischen Neuhäuser (heute Noichoiser, russisch Нойхойзер) an der Ostsee bei Pillau (heute Baltijsk).

Die Zeit der Bolschewikenherrschaft in Lettland nach dem Ersten Weltkrieg verbrachte sie in Königsfeld im Schwarzwald. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin arbeitete sie dort als Gehilfin in einem Sanatorium. 1923 kehrte sie ins Baltikum zurück. In den letzten Jahren litt sie zunehmend unter Lähmungserscheinungen.

In ihren letzten Lebensjahren lebte die pflegebedürftige Künstlerin in der Familie des Direktors des städtischen deutschen Gymnasiums Riga, Ernst Gurland. Dieser gewann auch eine besonders begabte Schülerin, Gertrud Schettler, zum handschriftlichen Diktat für die zunehmend gebrechliche Frau.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bilder aus der Zeit der Bolschewikenherrschaft in Riga vom 3. Januar bis 22. Mai 1919, 1921 (1938: 24.-26. Tsd.)
  • Meine Weihnachten, 1922 (1975: 181.-185 Tsd.)
  • Mein Onkel Hermann. Erinnerung an Alt-Estland, mit einem Geleitwort von Hermann Hesse, Verlag Eugen Salzer Heilbronn 1921 (1935: 82.-85. Tsd.)
  • Menschen, die ich erlebte, 1922 (1962: 87.-90. Tsd.)
  • Mein Weg zur Kunst, 1925 (1953: 87.-89. Tsd.)
  • Baltische Häuser und Gestalten, 1926 (1935: 19.-20. Tsd.)
  • Aus Heimat und Fremde, 1928
  • Jugendtage einer Deutsch-Baltin, 1929
  • Baltische Frauen von einem Stamm, 1930 (1941: 22.-29. Tsd.)
  • Das Lied von der Heimkehr, 1932
  • Mein Elternhaus. Erinnerungen, 1935 (1960: 51.-55. Tsd.)
  • Briefwechsel mit einem Freunde, hrsg. v. Sophie Gurland, 1935 (1955: 25.-28. Tsd.)
  • Zwei Frauen, Eugen Salzer-Verlag, Heilbronn 1936 (1964: 51.-55. Tsd.)
  • Wenn die Zeit erfüllet ist ... Briefe und Tagebuchblätter, hrsg. v. Anne-Monika Glasow, 1937
  • Johannes, 1948 (1948: 6.-10. Tsd.)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oft wird Narva als ihr Geburtsort angegeben, das ist aber falsch; vgl. ihren Stammbaum in Wenn die Zeit erfüllet ist von 1937, und Baltische Häuser und Gestalten, 1926, S. 17.

Ihre Taufe ist sowohl im Kirchenbuch Narva (Deutsche Johannes-Gemeinde: Eesti Ajaloo Arhiiv (Tartu) Fond 4380.2.90: Geborene 1834–1860: 1858: Nr. 22) von ihrem Vater selbst eingetragen wie auch im Kirchenbuch Riga (St. Jacobi). Jedoch schreibt der Vater Constantin Hunnius, dass die Mutter während seiner Abwesenheit in Bad Reichenhall sich in Riga bei ihren Großeltern aufgehalten habe, dass die Tochter in Riga geboren und in der dortigen Jacobi-Kirche (Riga: St. Jacobi: Deutsche Geborene 1846–1861, S. 359, Nr. W-36) getauft worden sei.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Monika Hunnius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien