Moosbach (Feucht)

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Moosbach
Markt Feucht
Koordinaten: 49° 23′ 34″ N, 11° 15′ 38″ O
Höhe: 384 m ü. NN
Einwohner: 1312 (2011)
Eingemeindung: 1. April 1971
Postleitzahl: 90537
Vorwahl: 09128
Der Feuchter Ortsteil Moosbach
Der Feuchter Ortsteil Moosbach

Moosbach ist ein Ortsteil des Marktes Feucht im Landkreis Nürnberger Land, Mittelfranken/Bayern.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kirchdorf stellt eine Rodungsinsel im Nürnberger Reichswald dar und liegt etwa 3 Kilometer östlich von Feucht an der Staatsstraße St 2239 nach Altdorf. Etwa einen Kilometer nördlich von Moosbach führt die Autobahn A 6 vorbei. Der Ort liegt am Bachlauf des Gauchsbaches.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbarorte im Uhrzeigersinn sind Birnthon, Winkelhaid, Hahnhof und Feucht.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil befindet sich im Fränkischen Keuper-Lias-Land, das Bestandteil des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes ist.[1] Der Mittlere Keuper ist die bestimmende geologische Gruppe in Moosbach. Feuerletten (Trossingen-Formation) prägen den Landschaftsraum der Rodungsinsel. Roter bis stellenweise tiefroter Ton- und Tonmergelstein sind charakteristisch für das Deckgebirge mit mesozoischen und jungpaläozoischen Schichten aus der Obertrias. Im Bereich des Hennertsmühlgrabens und anderer kleiner Fließgewässer treten zudem quartäre Talfüllungen auf.[2]

Boden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bodentypen Regosol und Pelosol haben sich im Norden und Nordosten von Moosbach entwickelt. Im Westen kommen Braunerde und Kolluvisol bestehend aus Schluff bis Lehm vor. Im Südwesten und Süden sind Pseudogley-Böden dominierend. Auf den Talfüllungen im Bereich der Bäche sind Gleye und andere grundwasserbeeinflusste Böden mit sandigen Talsedimenten vorherrschend.[3]

Topographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Moosbach liegt in einer topographischen Senke. Nach drei Seiten, in östlicher, nördlicher und westlicher Richtung steigt das Gelände sukzessive an. Aufgrund der topographischen Situation durchfließen mehrere Fließgewässer den Ort. Der Ortsname spiegelt die naturräumlichen Gegebenheiten wider.[4]

Fließgewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hennertsmühlgraben in landwirtschaftlicher Flur nordöstlich von Moosbach

Moosbach befindet sich im Einzugsgebiet des Gauchsbaches. Südwestlich des Ortsteils fließen der Hennertsmühlgraben und der Ebenbach zusammen und bilden den Gauchsbach.[5] Die Fließgewässer fallen im Sommer teilweise oder vollständig trocken.[6] Der Quellbereich des Hennertsmühlgrabens liegt nordöstlich von Moosbach, südlich der Autobahn A6. Er durchfließt den Ortsteil parallel zur Moosbacher Straße. Am Erlengrund mündet ein weiterer kleiner Bach in den Hennertsmühlgraben ein.[5] In der historischen Flurkarte (Bayerische Uraufnahme) aus dem 19. Jahrhundert wird dieses Fließgewässer als Moosbach bezeichnet.[7] Der historische Verlauf des Moosbaches ist östlich der Straße Am Erlengrund verrohrt. Lediglich die alte Flurbezeichnung Teichwiesen, im Westen des Ortsteils, zeugt von dem alten, namensgebenden Bachlauf des Moosbaches.[7][5]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moosbach liegt in der kühl-gemäßigten Klimazone und weist ein humides Klima auf. Der Ortsteil befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem feuchten atlantischen und dem trockenen Kontinentalklima. Nach der Klimaklassifikation von Köppen/Geiger zählt Moosbach zum warm gemäßigten Regenklima (Cfb-Klima). Dabei bleibt die mittlere Lufttemperatur des wärmsten Monats unter 22 °C und die des kältesten Monats über −3 °C.[8]

Schutzgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die umgebenden Waldflächen von Moosbach sind Teil des Europäischen Vogelschutzgebietes Nürnberger Reichswald (6533-471).[9] Das Natura 2000-Gebiet stellt einen zusammenhängenden Waldkomplexe dar, der überwiegend aus Kiefernwäldern besteht. Das 38.192 Hektar große Vogelschutzgebiet ist das größte in Bayern.[10][11] Der Nürnberger Reichswald hat eine besondere Bedeutung als Lebensraum für eine Vielzahl an Vogelarten. Als Erhaltungsziele des Natura 2000-Gebietes wurden folgende Arten benannt: Raufußkauz (Aegolius funereus), Eisvogel (Alcedo atthis), Uhu (Bubo bubo), Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), Rohrweihe (Circus aeruginosus), Schwarzspecht (Dryocopus martius), Halsbandschnäpper (Ficedula albicollis), Zwergschnäpper (Ficedula parva), Sperlingskauz (Glaucidium passerinum), Neuntöter (Lanius collurio), Heidelerche (Lullula arborea), Wespenbussard (Pernis apivorus), Mittelspecht (Leiopicus medius), Grauspecht (Picus canus), Auerhuhn (Tetrao urogallus) und Haselhuhn (Tetrastes bonasia).[10]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moosbach war im 19. Jahrhundert in drei Bereiche – das Untere Dorf, das Obere Dorf und das Mittlere Dorf – gegliedert. Die drei kleinen Siedlungsräume wurden durch drei Bäche voneinander getrennt. Der Weiler nördlich des Zusammenflusses von Hennertsmühlgraben und Moosbach bildete das Untere Dorf mit den Hausnummern 1 bis 6.[12][7]

Die ältesten Bewohner Moosbachs waren Zeidler und bestritten ihren Lebensunterhalt durch Bienenzucht und Imkerei. Später betrieben sie Viehzucht und Ackerbau. Auf den sandigen und lehmigen Böden wurden Getreide, Kartoffeln und Hopfen angebaut. Von den ehemals 12 Bauernhöfen gab es 2012 nur noch einen landwirtschaftlichen genutzten Betrieb.

Mit dem Gemeindeedikt (1808) wurde Moosbach zur politisch eigenständigen Gemeinde, zu der die Orte Gauchsmühle, Hahnhof, Weiherhaus, Mauschelhof, Rummelsberg und Fröschau gehörten. Am 1. April 1971 wurde Moosbach mit Gauchsmühle, Hahnhof und Weiherhaus im Rahmen der bayerischen Gebietsreform nach Feucht eingemeindet, während Mauschelhof, Rummelsberg und Fröschau nach Schwarzenbruck eingemeindet wurden.

Bau- und Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Moosbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1910[15] 1933[16] 1939[16]
Einwohnerzahl 310 477 499

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moosbach hat eine S-Bahn-Haltestelle der Linie S2 Roth-Nürnberg-Altdorf.

Wirtschaft und Gewerbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Moosbach befindet sich keine Industrie. Neben einigen Handwerksbetrieben gibt es einen Geflügelhof mit Eierverkauf und ein Gasthaus.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sportverein Moosbach mit 9 Abteilungen[17]
  • Kleinkaliber-Schützenverein Moosbach und Umgebung e.V. 1927[18]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Dodel (1850–1934), deutscher Jurist
  • Robert Jarowoy (1952–2020), Autor und Politiker (Die Linke)
  • Konrad Rupprecht, Bürgermeister bis 1929, in seiner Amtszeit Beginn des Wege- und Straßenbaus
  • Leonhard Bogner, Bürgermeister 1929–1945, Anschluss Moosbachs und der Ortsteile an das Stromnetz
  • Paul Wunderlich, Bürgermeister 1945–1949, Organisation der Integration von Flüchtlingen aus dem Egerland
  • Peter Eckersberger, (letzter) Bürgermeister 1949–1971, Bau des Schulhauses und der Wasserversorgung; Verfasser der Heimatschrift über Moosbach

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3
  • Moosbach – ein kleines Dorf mitten im Reichswald. Verfasser: Konrad Eckersberger, 1983, Herausg.: Obst- und Gartenbauverein Moosbach

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Moosbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landschaftseinheit 5: Fränkisches und Schwäbisches Keuper-Lias-Land. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 2. Februar 2019.
  2. Digitale Geologische Karte von Bayern 1:25.000 (dGK25). Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU), abgerufen am 2. Februar 2019.
  3. Übersichtsbodenkarte von Bayern 1:25.000. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 3. Februar 2019.
  4. BayernAtlas: Topographische Karte mit Geländerelief. Bayerische Vermessungsverwaltung, abgerufen am 3. Februar 2019.
  5. a b c BayernAtlas: Topographische Karte. Bayerische Vermessungsverwaltung, abgerufen am 3. Februar 2019.
  6. Max Wehner: Gewässerentwicklungskonzept Gemeinde Winkelhaid (Gewässer III. Ordnung). (PDF) September 2015, abgerufen am 3. Februar 2019.
  7. a b c BayernAtlas: Historische Karten. Bayerische Vermessungsverwaltung, abgerufen am 3. Februar 2019.
  8. Klima. Climate-Data.org, abgerufen am 3. Februar 2019.
  9. BayernAtlas: Vogelschutzgebiete. Bayerisches Landesamt für Umwelt, abgerufen am 3. Februar 2019.
  10. a b Steckbriefe der Natura 2000 Gebiete 6533-471 Nürnberger Reichswald (EU-Vogelschutzgebiet). Bundesamt für Naturschutz, 5. Juni 2018, abgerufen am 3. Februar 2019.
  11. Managementplan-Entwurf für das Vogelschutzgebiet DE 6533-471 "Nürnberger Reichswald". ANUVA, abgerufen am 3. Februar 2019.
  12. Konrad Eckersberger: Moosbach ein kleines Dorf mitten im Reichswald. 1983, abgerufen am 3. Februar 2019.
  13. Schloss Gauchsmühle
  14. Heilig-Geist-Kirche
  15. Gemeindeverzeichnis, Bezirksamt Nürnberg
  16. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt und Landkreis Nürnberg. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  17. SV Moosbach (Memento des Originals vom 15. Januar 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.svmoosbach.de
  18. KK-Schützenverein Moosbach