Moritz Gogg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Moritz Gogg (* 2. März 1974 in Graz) ist ein österreichischer Opernsänger (Bariton) und Intendant.

Er ist seit der Spielzeit 2021/22 Geschäftsführender Intendant der Erzgebirgischen Theater- und Orchester GmbH (ETO),[1][2] wo er bereits mit Erstaufführungen verfemter Komponisten für nationale[3][4] und internationale[5][6][7] Aufmerksamkeit sorgte.

Künstlerische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moritz Gogg absolvierte das Akademische Gymnasium in Graz, anschließend studierte er Klavier am J. J. Fux-Konservatorium, gewann mehrere Preise bei Klavierwettbewerben und arbeitete zwischen 1993 und 1997 als Korrepetitor und Musikalischer Leiter bei den Bühnen Graz. Sein Gesangsstudium absolvierte er an der Musikuniversität Wien bei Helena Łazarska, wo er auch die Liedklasse von Walter Berry besuchte. 2000 legte er sein Diplom mit Auszeichnung ab und wurde zum Magister artium ernannt. In Meisterkursen arbeitete Gogg u. a. mit Hilde Zadek, Thomas Hampson, Hans Hotter und Wicus Slabbert, das Partienstudium erhielt er von Daniel Sarge.

2001 wurde er Mitglied des Internationalen Opernstudios der Staatsoper Hamburg, dem er bis 2003 angehörte. Von 2003 bis 2015 war Moritz Gogg Ensemblemitglied der Staatsoper Hamburg. Gastauftritte führten ihn unter anderem an die Sächsische Staatsoper Dresden (Semperoper), die Oper Frankfurt, Oper Leipzig, Wiener Volksoper, Deutsche Oper am Rhein, Oper Bonn, an das Staatstheater Wiesbaden, Staatstheater Darmstadt, Staatstheater Schwerin, Theater Lübeck, das Linzer Landestheater und zu den Salzburger Festspielen. Darüber hinaus hatte er einen Lehrauftrag für Gesang an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover inne.

Gogg arbeitete mit Dirigenten wie Philippe Auguin, Frédéric Chaslin, Alfred Eschwé, Alexander Joel, Peter Keuschnig, Alessandro De Marchi, Ádám Fischer, Cornelius Meister, Ingo Metzmacher, Stefan Soltesz, Uwe Theimer, Ralf Weikert, Jens Georg Bachmann, Bruno Weil, Sebastian Weigle und Simone Young sowie mit Regisseuren wie Willy Decker, Achim Freyer, Caroline Gruber, Robert Herzl, Guy Joosten, Peter Konwitschny, Josef E. Köpplinger, Harry Kupfer, Nikolaus Lehnhoff, Christian Pöppelreiter, Andrea Schwalbach, Keith Warner, Christian von Götz und Dominik Wilgenbus.

Es liegen von Gogg verschiedene Rundfunk- und CD-Aufnahmen vor. So sang er auf der Aufnahme von Jörn Arneckes Kammeroper Das Fest im Meer, die 2003 auf Kampnagel (Hamburg) ihre Uraufführung feierte. Im Sommer 2007 erschien die Gesamtaufnahme von Mathis der Maler, bei der Moritz Gogg unter der Musikalischen Leitung von Simone Young mitwirkte.

Moritz Goggs Vater ist der österreichische Kabarettist Dieter Gogg. Seine Schwester Sibylle Gogg ist freiberufliche Schauspielerin in Berlin.

Administrative Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gogg studierte außerdem Rechtswissenschaften an der Universität Wien.[8][9] Bereits während seines Studiums gründete und leitete er das Grazer Gartenfestival, das insbesondere Mozartopern mit Gästen wie Annette Dasch, Tanja Ariane Baumgartner und Elisabeth Kulman zur Aufführung brachte.[10] Während seines Engagements an der Hamburgischen Staatsoper arbeitete Gogg u. a. in der Dramaturgie mit.[11] Nach einer fehlerhaften Kehlkopfmuskelbehandlung stieg Gogg endgültig auf das künstlerische Management um.[12]

Gogg war ab 2017 für zwei Jahre Leiter des Künstlerischen Betriebs am Brucknerhaus in Linz, wo er unter anderem maßgeblich für das Internationale Brucknerfest verantwortlich war. Danach wechselte Gogg 2019 als Operndirektor und Künstlerischer Betriebsdirektor an das Stadttheater Gießen.

Seit 2021 steht er als Geschäftsführender Intendant der Erzgebirgischen Theater und Orchester GmbH (ETO) in dreifacher Verantwortung vor: dem Eduard-von-Winterstein-Theater (mit den Sparten Schauspiel und Musiktheater), der Erzgebirgischen Philharmonie mit Stammsitz im Kulturhaus Aue sowie den sommerlichen Theaterfestspielen im Naturtheater Greifensteine. In dieser Funktion hat er bereits mit Erstaufführungen verfemter Komponisten und Schauspiel-Uraufführungen[13] für nationale[3][4] und internationale[5][6][7] Aufmerksamkeit gesorgt und der ETO überregionales Ansehen verschafft.[14]

2018 und 2019 wirkte Gogg als Juror beim AIMS (American Institute of Musical Studies) Meistersinger Wettbewerb in Graz mit.

Tonträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Moritz Gogg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. PM ETO GmbH. Abgerufen am 19. Juli 2020.
  2. Ensemble. Abgerufen am 30. Oktober 2021.
  3. a b Bayerischer Rundfunk: BR-Klassik vergibt 2021/22 einen Operetten-Frosch: Der Frosch geht an das Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz für „Der reichste Mann der Welt“. BR-Klassik, 25. März 2022, abgerufen am 6. April 2022.
  4. a b Von wegen Opernprovinz! 25. Oktober 2021, abgerufen am 7. April 2022 (deutsch).
  5. a b lifePR (c) 2002–2021: Amerikanischer Star-Anwalt besucht Vorstellung im Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz, Erzgebirgische Theater- und Orchester GmbH, Pressemitteilung – lifePR. 19. Oktober 2021, abgerufen am 30. Oktober 2021 (deutsch).
  6. a b US-Staranwalt in Annaberg-Buchholz. Abgerufen am 30. Oktober 2021.
  7. a b kevin: Benatzky’s „Der reichste Mann der Welt“ In Annaberg-Buchholz. In: Operetta Research Center. 1. Oktober 2021, abgerufen am 16. November 2021 (amerikanisches Englisch).
  8. Neuer Annaberger Intendant Moritz Gogg: „Dieses Haus ist ein absoluter Luxus“. Freie Presse – Kultur, abgerufen am 6. April 2022.
  9. Moritz Gogg wird Intendant der Erzgebirgischen Theater- und Orchester. 17. Juli 2020, abgerufen am 6. April 2022.
  10. VRM Mittelhessen GmbH & Co KG: Vom Sänger zum Manager: Moritz Gogg ist neuer Operndirektor am Stadttheater. 24. Oktober 2019, abgerufen am 6. April 2022.
  11. Manager mit Bühnenerfahrung. Abgerufen am 6. April 2022.
  12. Manager mit Bühnenerfahrung. Abgerufen am 6. April 2022.
  13. Neues Konzept: Theater im Erzgebirge plant Spielzeit. In: Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 8. Mai 2022.
  14. Von wegen Opernprovinz! 25. Oktober 2021, abgerufen am 9. Mai 2022 (deutsch).