Nathalie (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Nathalie
Originaltitel Nathalie…
Produktionsland Frankreich, Spanien
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2003
Länge 106 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
JMK 12
Stab
Regie Anne Fontaine
Drehbuch Philippe Blasband,
Jacques Fieschi,
François-Olivier Rousseau,
Anne Fontaine
Produktion Alain Sarde,
Christine Gozlan
Musik Michael Nyman
Kamera Jean-Marc Fabre
Schnitt Emmanuelle Castro
Besetzung
Synchronisation

Nathalie, auch bekannt als Nathalie – Wen liebst du heute Nacht? (Original: Nathalie…), ist ein spanisch-französisches Filmdrama mit Fanny Ardant, Emmanuelle Béart und Gérard Depardieu unter der Regie von Anne Fontaine aus dem Jahr 2003.

Handlung[Bearbeiten]

Die Pariser Gynäkologin Catherine gibt für ihren Mann Bernard eine Geburtstagsfeier. Er kann jedoch nicht kommen, weil er seinen Flug verpasst hat. Am nächsten Morgen entdeckt Catherine eine Sprachnachricht auf seinem Mobiltelefon. Wie sich herausstellt, hat Bernard eine Affäre mit einer anderen Frau. Am darauffolgenden Abend stellt Catherine ihn zur Rede. Er gesteht auch andere Seitensprünge, versichert ihr aber, dass sie ihm nichts bedeutet hätten. Da sie schon lange nicht mehr miteinander geschlafen haben und Catherine darunter leidet, sich mit ihm auseinandergelebt zu haben, drängt sie zu erfahren, was Bernard an seinen Seitensprüngen reizt. Sie geht in einen Nachtclub und beauftragt die Prostituierte Marlène, Bernard unter dem Namen „Nathalie“ zu verführen. Als sich die beiden Frauen in einer Bar erneut treffen, berichtet Marlène ausführlich von ihrem Treffen mit Bernard. Anfangs ist es für Catherine befremdlich, als Marlène ihr erzählt, dass sie mit Bernard geschlafen habe. Aufgrund ihrer Neugier will Catherine dennoch alle Einzelheiten erfahren.

Die beiden Frauen treffen sich fortan regelmäßig und Marlènes detailreiche Schilderungen von ihren intimen Begegnungen mit Bernard stoßen bei Catherine auf mehr und mehr Interesse. Als Bernard aus beruflichen Gründen verreisen muss, lässt sich Catherine auf eine Affäre mit einem Kellner ein und erzählt es anschließend Marlène. Allmählich entwickelt sich zwischen den Frauen ein freundschaftliches Band. Catherine nimmt Marlène, die sich nebenbei zur Kosmetikerin ausbilden lässt, mit zu ihrer Mutter und lässt sie dort in ihrem ehemaligen Zimmer übernachten. Bei einer anderen Gelegenheit erzählt Marlène, dass Bernard Catherine verlassen wolle, um mit ihr zu leben. Catherine will das jedoch nicht wahrhaben und sieht ein, dass sie ihre Ehe nicht aufgeben will. Als Marlène auf das Ehepaar trifft, stellt sich schließlich heraus, dass sich Bernard und das Mädchen gar nicht näher kennen. Catherine sucht Marlène ein letztes Mal auf. Diese gesteht ihr, dass sie alle Erlebnisse mit Bernard erfunden habe, da es für sie die einmalige Gelegenheit gewesen sei, für Geld nicht mit einem Mann ins Bett gehen zu müssen. Da Catherine für sie wie eine Mutter und Freundin zugleich geworden sei, befürchtete sie zudem, Catherine nie wiederzusehen, wenn sie ihr die Wahrheit gesagt hätte. Daraufhin finden Catherine und Bernard wieder zueinander.

Hintergrund[Bearbeiten]

Ursprünglich sollte Vanessa Paradis die Titelrolle übernehmen, aufgrund einer Schwangerschaft musste sie jedoch absagen. Emmanuelle Béart sprang für sie ein. Für Fanny Ardant und Gérard Depardieu war es nach gemeinsamen Filmen wie Die Frau nebenan (La Femme d’à côté, 1981) oder Die Auferstehung des Colonel Chabert (Le Colonel Chabert, 1994) bereits das vierte Mal, dass sie vor der Filmkamera ein Liebespaar spielten.

Die Dreharbeiten fanden in Paris statt. Am 11. September 2003 feierte der Film auf dem Toronto International Film Festival seine Premiere. In Deutschland kam er am 5. August 2004 in die Kinos. Das weltweite Einspielergebnis belief sich auf 5,2 Millionen Dollar.[1] 2009 wurde Nathalie unter dem Titel Chloe mit Liam Neeson, Julianne Moore und Amanda Seyfried erneut verfilmt.

Kritiken[Bearbeiten]

„Das in ruhigem Stil inszenierte Ehedrama lotet die Befindlichkeit der bürgerlichen Intimität aus und konfrontiert den Zuschauer mit einer Grauzone der Gefühle.“

Lexikon des Internationalen Films[2]

„Blond und brünett, jung und alt, lässig und verletzt: So gegensätzlich die beiden sind, so magisch ziehen sie sich an, und von der Spannung, dem Wettstreit lebt der Film – und verlässt sich vielleicht etwas zu sehr darauf.“

Christina Tilmann, Der Tagesspiegel[3]

„Eine bizarre Mischung aus Hörstück und Schaulust […]. Die Béart, mit niedergeschlagenem Blick, aufgeworfenen Lippen und stets choreografierter Körperspannung immer eine artifizielle Kunstfigur, gibt mit Todernst ihr Bestes, […]. Fanny Ardant hat es mit ihren Talenten und ihrer Ausstrahlung leichter. Sie gibt der Ambivalenz von Cathérine mit leiser Komik Kontur.“

Claudia Lenssen, die tageszeitung[4]

„[E]legant inszenierte[s] Erotikon […] So ganz erschließt sich allerdings nicht, was Catherine mit ihrer Strategie und was Madame Fontaine mit ihrem verbalerotischen Film bezwecken will […]. Fazit: Starke Darstellerinnen in einem erotischen Drama, das einen tieferen Sinn schuldig bleibt.“

Cinema[5]

„Regisseurin Anne Fontaine hat hier einen erotischen Ensemblefilm inszeniert, der tatsächlich nur vom Spiel der hochkarätigen Darsteller (allen voran Emmanuelle Béart) lebt. Die Geschichte hingegen verliert sich schnell in Belanglosigkeiten und bleibt erstaunlich oberflächlich.“

Prisma[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Fanny Ardant und Emmanuelle Béart erhielten je eine Nominierung für den Publikumspreis des Europäischen Filmpreises als Beste Darstellerin. Sie unterlagen jedoch Penélope Cruz in Don’t Move (Non ti muovere).

Deutsche Fassung[Bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand durch die Film- & Fernseh-Synchron, München. Für das Dialogbuch war Heike Kospach zuständig, die Dialogregie führte Marina Köhler.[7]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Catherine Fanny Ardant Viktoria Brams
Nathalie / Marlène Emmanuelle Béart Susanne von Medvey
Bernard Gérard Depardieu Manfred Lehmann

DVD-Veröffentlichung[Bearbeiten]

  • Nathalie – Wen liebst du heute Nacht?. Concorde Video 2005

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. boxofficemojo.com
  2. Nathalie im Lexikon des Internationalen Films
  3. Christina Tilmann: Die gekaufte Braut. In: Der Tagesspiegel, 4. August 2004
  4. Claudia Lenssen: Auf Liebe und nicht den Tod. In: die tageszeitung, 5. August 2004
  5. vgl. cinema.de
  6. vgl. prisma.de
  7. Nathalie in der Deutschen Synchronkartei