Nemirseta

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Das ehemalige Kurhaus Nimmersatt in früherem Zustand. Im vorderen Teil des Hauses befand sich einstmals die Gaststätte John Karnowsky.

Nemirseta (kurisch Nimersata; deutsch: Nimmersatt) ist ein Ortsteil des litauischen Kurortes Palanga an der Ostseeküste nördlich von Klaipėda (dt.: Memel).

Der Ort liegt in der kurischen Landschaft Megowe und bedeutet frei übersetzt „Gehöft, auf dem Unfrieden herrscht“ (niemirs + sata). Möglich wäre auch ein Hinweis auf sumpfiges Gelände: „nemiršele“: = Sumpfvergissmeinnicht (+ „satar“: Gehöft)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ortschaft war bis 1920 als zur preußischen Provinz Ostpreußen gehörig der nördlichste Ort des Deutschen Reiches („Gruß aus Nimmersatt und Immersatt, wo das Deutsche Reich ein Ende hat“)[1]. Hier befand sich eine Grenzübergangsstelle mit Zollstation zwischen Deutschland und Russland.

Als Teil des nach dem Ersten Weltkrieg von Deutschland abgetrennten und 1923 von Litauen annektierten Memellandes war der Ort bis 1939 litauisch, zwischen 1939 und 1945 wieder deutsch, gehörte danach bis zu ihrer Auflösung zur Litauischen SSR der Sowjetunion und heute zur Republik Litauen.

Die Stadt Palanga selber, zu der Nemirseta heute zählt, gehörte vor 1918 zu Russland.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Kurhaus Nimmersatt (2017)

Nemirseta liegt in einem Waldgebiet an einer Nebenstraße der A13. Eine richtige Ortschaft bilden die wenigen zerstreut liegenden Häuser allerdings nicht.

Aus der deutschen Zeit sind noch zwei Gebäude vorhanden: Zum einen das sogenannte „Kurhaus“, welches eher als Gaststätte diente. Infolge Leerstands wurde das Gebäude in jüngerer Vergangenheit als Steinbruch ausgeplündert. Die verbliebene Ruine ist derzeit aus Sicherheitsgründen mit Zäunen und Planen abgesperrt. Witterungseinflüsse sorgen jedoch für den weiteren Verfall des Gebäuderests. Zum anderen steht am Strand (beim Stahlmast), übrigens noch etwas weiter nördlich als das Kurhaus, der damalige Rettungsschuppen des Seenotrettungsdienstes. Zwar befindet sich auch dieses Bauwerk nicht in bestem Zustand, doch trägt es immerhin die Marke der litauischen Behörden, wonach es als geschütztes Baudenkmal ausgewiesen wird.

Der einstige deutsch-russische Grenzverlauf ist vor Ort nicht mehr bestimmbar. Umgewidmet als Ehrenmal für litauische Zwecke steht der deutsche Grenzstein heute im Skulpturenpark von Klaipėda.

Koordinaten: 55° 53′ N, 21° 4′ O

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Postkarte wiki-de.genealogy.net