Neuengland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Region in Nordamerika. Für Weiteres siehe die Begriffsklärungen zu Neuengland bzw. New England.
Lage Neuenglands innerhalb der USA
1616 – erste Aufzeichnung: englisch New England
Geographische Karte Neuenglands
Lexington Battle Green, Lexington MA.jpg

Neuengland bezeichnet ein Gebiet im Nordosten der USA, das neben Virginia der Ursprung der englischen Besiedlung Nordamerikas war. Die Region Neuengland umfasst die heutigen Bundesstaaten Connecticut, New Hampshire, Maine, Massachusetts, Rhode Island und Vermont.

Erste Erwähnung und Beschreibung Neuenglands[Bearbeiten]

Die Bezeichnung Neuengland geht auf den Söldner und Abenteurer John Smith zurück, der dieses Gebiet um 1614 eingehend bereiste und erkundete. 1616 veröffentlichte er in seinem Buch A Description of New England eine ausführliche Beschreibung dieser Region. Er erwähnte insbesondere den Fisch- und Holzreichtum der Gegend, wodurch spätere englische Siedler auf diese Region aufmerksam wurden.

Kolonialisierung[Bearbeiten]

Die Kolonialisierung Neuenglands begann im 17. Jahrhundert zunächst durch küstennahe Niederlassungen. 1620 gründeten die so genannten Pilgerväter die Siedlung Plymouth (Plymouth Colony). Nach 1629 wanderten im Zuge der Great Migration zehntausende Puritaner von England in die in diesem Jahr gegründete Massachusetts Bay Colony aus und gründeten Siedlungen wie Boston, Salem und Roxbury.

Weitere Entwicklung der Region[Bearbeiten]

Im Laufe des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Boston zu einem der wichtigsten Häfen Amerikas. Die Unruhen im Zusammenhang mit der sogenannten Boston Tea Party im Jahr 1773 gelten als Auslöser für den Unabhängigkeitskrieg, der 1776 zur Unabhängigkeitserklärung führte. Daher gelten Boston und Neuengland gewissermaßen als Geburtsstätte der Vereinigten Staaten.

Der bürgerlich-kleinstädtische Charakter dieser Region ließ ihre Bewohner immer wieder in einen Gegensatz etwa zu den von Plantagenwirtschaft geprägten Südstaaten treten. Neuengland war in den 1860er Jahren eine wesentliche Hochburg der Abolitionisten. Yankee, ursprünglich ein Spitzname für die Bewohner Neuenglands, gilt in den Südstaaten immer noch als Schimpfwort. Heute gilt Neuengland für US-amerikanische Verhältnisse als liberal. Bei Wahlen gewinnt dort zumeist die Demokratische Partei, bis etwa zum Zweiten Weltkrieg wurde dort meist noch die damals liberalere Republikanische Partei unterstützt. Hier befinden sich unter anderem die bekannten Universitäten Yale, Harvard und MIT.

Maine, der größte und nördlichste der Neuenglandstaaten, ist bekannt für die Schönheit und Unberührtheit seiner Natur. Im Herbst zeigt sich in den Wäldern ein einzigartiges Schauspiel, der Indian Summer, wenn sich das Laubwerk der Bäume orangerot verfärbt.

Größte Städte[Bearbeiten]

  1. Boston, Massachusetts: 617.594
  2. Worcester, Massachusetts: 181.045
  3. Providence, Rhode Island: 178.042
  4. Springfield, Massachusetts: 153.060
  5. Bridgeport, Connecticut: 144.229
  6. New Haven, Connecticut: 129.779
  7. Hartford, Connecticut: 124.775
  8. Stamford, Connecticut: 122.643
  9. Waterbury, Connecticut: 110.366
  10. Manchester, New Hampshire: 109.565
  11. Lowell, Massachusetts: 106.519
  12. Cambridge, Massachusetts: 105.162

Die größten Städte der beiden in dieser Auflistung nicht genannten Neuenglandstaaten sind Burlington in Vermont mit 42.500 und Portland in Maine mit 63.905 Einwohnern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuengland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

44.205555555556-70.306425Koordinaten: 44° N, 70° W