Niʻihau

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Niʻihau
Luftaufnahme von Nordosten aus
Luftaufnahme von Nordosten aus
Gewässer Pazifischer Ozean
Inselgruppe Hawaii
Geographische Lage 21° 54′ N, 160° 10′ WKoordinaten: 21° 54′ N, 160° 10′ W
Lage von Niʻihau
Länge 29 km
Breite 10 km
Fläche 179,9 km²
Höchste Erhebung Mount Pānīʻau
381 m
Einwohner 160 (2000)
<1 Einw./km²
Hauptort Puʻuwai
USGS-Karte von Niihau (1926)
USGS-Karte von Niihau (1926)

Niʻihau (deutsch: Niihau), die „Verbotene Insel“, ist eine vom Tourismus weitgehend unberührte kleine Insel des Hawaii-Archipels. Sie befindet sich in Privatbesitz, seit sie 1864 für 10.000 Dollar erworben wurde.

Die Insel umfasst nur 180 Quadratkilometer. Mit dem Halulu-See[1] birgt Niʻihau allerdings den größten Binnensee der gesamten Inselgruppe. Das Betreten der Insel ist ohne explizite Genehmigung der Eigentümerfamilie oder Einladung eines der Residenten nicht gestattet.[2]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Niʻihau leben derzeit (Stand: 2000) um die 160 Menschen – vorwiegend Polynesier. Ihr Haupterwerb sind die Viehzucht und der Anbau von Binsen, aus denen Matten geflochten werden.

Die Bevölkerungsentwicklung von 1850 bis 1896:

1850 1853 1860 1866 1872 1878 1896
714 790 647 325 233 177 164

Zensus-Ergebnisse seit 1900:

1900 1910 1920 1930 1940 1950 1960 1970 1980 1990 2000
172 208 191 136 182 222 254 237 226 230 160

Quellen:[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Besiedlung der Insel durch Polynesier wurde Kahelelani der erste Aliʻi (Häuptling) von Niʻihau. Einer seiner Nachfolger war Kā‘eo, der den kriegerischen Kawaihoa besiegte und die Insel vereinte. Kā‘eos Sohn Kaumuali‘i (* 1790) wurde König von Kauai und Ni‘ihau und sein Reich war das letzte, das von dem ersten König von Hawaii Kamehameha I. 1810 unterworfen wurde. Im Jahr 1863 kam die Sinclair-Robinson Familie aus Neuseeland nach Hawaii, um Land für eine Ranch zu kaufen. Von König Kamehameha IV. wurde ihnen die Insel Niʻihau für 10.000 US-Dollar angeboten. Der Kaufvertrag wurde ein Jahr später unterzeichnet. Allerdings enthielt er nicht einige kleinere Parzellen, deren Besitzer sich weigerten, diese zu verkaufen.[5][6]

Wirtschaft und Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Niʻihau-Ranch befindet sich im Besitz der Familien Robinson und Gay. Es gibt keine Geschäfte, Restaurants und Straßen. Schnaps oder Zigaretten sind verpönt. Auch wenn die Insel offiziell von Kauaʻi aus verwaltet wird, finden sich keine offiziellen Repräsentanten der Administration, Ärzte, Priester oder Polizei. Ebenso wenig ist ein Wasser- und Stromnetz vorhanden. Einige Insulaner verwenden allerdings Generatoren. Außerdem gibt es einen Macintosh-Computer im Schulhaus, der mit Solarenergie betrieben wird. Es gibt mittlerweile auch einen Helikopter auf der Insel.

Es werden von Kauaʻi aus neben Hubschrauberüberflügen auch Halbtagesausflüge mit Aufenthalt an einem abgelegenen Strand angeboten.

Nachdem die Niʻihau Ranch 1999 den Betrieb aus Wirtschaftlichkeitsgründen eingestellt hatte, gingen auch die Vollzeitarbeitsplätze der Insel verloren, mit Ausnahme einiger Stellen an der Grundschule. Viele Bewohner zogen nach Kauai um, wo ihnen vom Department of Hawaiian Home Lands der Regierung Land zur Verfügung gestellt wurde.[7]

Trotz aller Abgeschiedenheit nehmen die Bewohner auch an den US-Präsidentschaftswahlen teil. Beispielsweise wählten im Jahr 2020 die 43 Wähler der Insel (Wahlbezirk Kaua‘i District 16 – Precinct 06) einstimmig Donald Trump für eine zweite Amtszeit. In allen anderen Wahlbezirken des Kauai County gewann der Demokrat Joe Biden.[8][9]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puʻukole ist ein kleiner Felsen (70 mal 35 Meter), etwa 275 Meter nordwestlich des Puʻukole Point, des nördlichsten Punktes der Insel. 1100 Meter vor Puʻukole Point liegt das Eiland Lehua. 34,4 km südwestlich von Keelinawi Point an der Südwestküste Niʻihaus liegt das Eiland Kaʻula. Die beiden felsigen Vulkaninseln sind Vogelschutzgebiete und dürfen nicht oder nur unter Auflagen betreten werden.

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Niʻihau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Halulu Lake im Geographic Names Information System des United States Geological Survey, vgl. Halulu in Place Names of Hawaiʻi
  2. How to visit Niihau, the Forbidden Island of Hawaii hawaiimagazine.com, 24. Oktober 2017, abgerufen am 31. Januar 2021 (englisch)
  3. NHSC Demographics (Wiki) (Memento vom 10. Februar 2012 im Internet Archive)
  4. PDF bei hawaii.gov
  5. Ni'ihau History niihauheritage.org, abgerufen am 31. Januar 2021 (englisch)
  6. Ni‘ihau – 1863 imagesofhawaii.com, 22. September 2013, abgerufen am 31. Januar 2021 (englisch)
  7. Niʻihau Today niihauheritage.org, abgerufen am 31. Januar 2021 (englisch)
  8. Trump takes Ni‘ihau thegardenisland.com, 18. November 2020, abgerufen am 31. Januar 2021 (englisch)
  9. Biden Easily Won Hawaii But Data Shows Support For Trump Has Grown civilbeat.org, 6. November 2020, abgerufen am 31. Januar 2021 (englisch)