Nicolas Simion

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Nicolas Simion bei einem Auftritt im Januar 2010

Nicolas Simion, eigentlich Nicolae Simion, (* 1959 in Dumbrăvița, Kreis Brașov) ist ein rumänischer Jazzsaxophonist und Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simion besuchte das Musikgymnasium in Brașov und studierte klassische Musik an der Musikakademie in Bukarest. In den 1980er Jahren gründete er mit Mircea Tiberian und Dan Mândrilă seine erste Band Opus 4, mit der er erfolgreich in Rumänien und bei Jazzfestivals in Warschau und Ost-Berlin auftrat.

1989 übersiedelte er nach Wien, wo er erstmals Gelegenheit hatte, mit westlichen Musikern wie Art Farmer, Leo Wright, Idris Muhammad, Jim Pepper, Harry Sokal und Christian Muthspiel zu arbeiten. 1992 erschien sein erstes eigenes Album Black Sea. Er wurde Mitglied des Quartetts von Mal Waldron, mit dem 1998 die Duo-CD The Big Rochade entstand. Daneben arbeitete er mit dem polnischen Trompeter Tomasz Stańko und war Solist in Gunther Schullers Projekt The Music of Jim Pepper.

Seit 1997 lebt Simion in Köln. Hier entstand u.a. die CD Balkan Jazz mit dem jugoslawischen Trompeter Dusko Goykovich. Daneben trat er mit dem Pianisten János Kőrössy und dem Saxophonisten Lee Konitz auf. 2006 unternahm er unter dem Motto Transylvania meets New Orleans eine Tournee mit James Singleton und Alan Jones. Seit 2004 war er auch mehrfach im Duo mit Florian Weber unterwegs, mit dem er sich auch an klassischem Material orientiert. 2004 spielte er das Saxophonkonzert von Sabin Pautza ein.

Für die Ballettmusik „The Unfinished Square“, ein Auftragswerk des österreichischen Kulturministeriums, wurde Simion 1996 mit dem Körnerpreis ausgezeichnet. Seine Cancioneri Sacrale für großes Orchester und Jazzensemble wurden 1999 in der Wiener Ruprechtskirche uraufgeführt. Daneben komponierte er auch Werke für Bläserensembles, Streich- und Saxophonorchester.

Seit 2006 ist Simion als Lehrer für Saxofon und Klarinette an der Musikschule Mönchengladbach tätig. Simion leitet als Label-Chef in eigener Sache seit 2004 die Plattenfirma "7Dreams Records".[1]

Er wird mit einem der vier vergebenen WDR-Jazzpreise des Jahres 2015 in der Kategorie Improvisation ausgezeichnet. Insgesamt ist der Preis mit 30.000 Euro dotiert. Die Preisverleihung wurde für den 30. Januar 2015 im Konzerthaus Dortmund im Rahmen des WDR 3 Jazzfests angekündigt. [2]

Diskographische Hinweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicolas Simion mit Peter Herbolzheimer (links) und Mitgliedern der Radio-Bigband Bukarest (2007)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. WDR Jazzpreis 2015 für Nicolas Simion. moenchengladbach.de, 13. November 2014, abgerufen am 15. November 2014.
  2. Rheinische Post (Hrsg.): WDR- Jazzpreis - Nicolas Simion ausgezeichnet. Jahrgang 69 , Nr 266 MG, 15. November 2014, S. C8 Regionalteil Mönchengladbach.