Nils Busch-Petersen

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Nils Busch-Petersen (* 1963 in Rostock-Warnemünde) ist ein deutscher Jurist und Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg e.V.[1] 1990 amtierte er für vier Monate als Bürgermeister des Berliner Bezirks Pankow.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busch-Petersen wuchs als Sohn eines Kinderarztes in Rostock auf. Er studierte bis 1988 Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin und arbeitete anschließend als Assistent am Lehrstuhl für Diplomaten- und Konsularrecht am Institut für Internationale Beziehungen in Potsdam-Babelsberg.[2] 1989 wurde Busch-Petersen, der auch Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) war, für die DDR-Jugendorganisation FDJ Mitglied der Stadtbezirksversammlung des Ost-Berliner Stadtbezirks Pankow, um „das System von innen heraus zu verändern“.[3]

Anfang 1990 schlug er der Bezirksverordnetenversammlung das „Pankower Modell“ vor, einem Runden Tisch, der „eine Art zweiter Kammer“ mit Vetorecht war[3] und dem Vertreter aus ehemaligen und neugegründeten gesellschaftlichen Organisationen angehörten.[4] Nachdem der amtierende Bürgermeister seine Wahl nicht durch den Runden Tisch bestätigen lassen wollte, musste dieser zurücktreten und Busch-Petersen konnte für das Amt gewonnen werden.[3] Von Februar bis Mai 1990 übte er vorübergehend die Amtsgeschäfte des Bezirksbürgermeisters von Berlin-Pankow aus.

Nils Busch-Petersen ist seit Juni 1990 zunächst ehren-, dann hauptamtlich Hauptgeschäftsführer der Einzelhandelsverbände von Berlin. 1995 wurde er zum Hauptgeschäftsführer der Landesarbeitsgemeinschaft der Mittel- und Großbetriebe des Einzelhandels (LAG) und ab 2005 der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg (BAG), der regionalen Interessenvertretung des Einzelhandels.[2]

Im Jahr 2007 gehörte er zu den Gründern des Vereins der „Freunde und Förderer des Synagogal Ensemble Berlin“.[5] Seit 2008 ist er Mitglied im „Berliner Ratschlag für Demokratie“, wo er sich in der Arbeit gegen Rassismus, Antisemitismus und Rechtsradikalismus engagiert.[6] Am 8. November 2009 war er einer der Gründungsmitglieder des Fördervereins Schloss & Garten Schönhausen e.V., der sich für den Erhalt von Schloss Schönhausen in Pankow engagiert.[7] Von 2011 an ist Busch-Petersen der Gründer und Direktor des Louis-Lewandowski-Festivals, einer Konzertreihe für Synagogenmusik mit internationalen Chören, die während der Vorweihnachtszeit in Synagogen, Kirchen und andernorts auftreten. 2015 wurde er zum Mitglied des Kuratoriums der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Berlin gewählt.[8]

Busch-Petersen ist mit der Ingenieurin Ulrike Busch-Petersen verheiratet und lebt mit seiner Familie, einer Tochter und einem Sohn, in Berlin-Pankow.[2] Als Schirmherr des Vereins ICKE in Buch e. V. engagiert er sich für chronisch kranke Kinder und deren Eltern. Er veröffentlicht Beiträge zur Geschichte des deutschen Einzelhandels, vor allem zu ihren Unternehmensgründern, und hält darüber Vorträge.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katja Füchsel: Von Beruf Berliner. In: Der Tagesspiegel, 12. Februar 2006.
  2. a b c Nils Busch-Petersen, in: Adolf Jandorf: Vom Volkswarenhaus zum KaDeWe. Hentrich & Hentrich, Berlin 2007, ISBN 978-3-938485-10-1, S. 79.
  3. a b c d Stefan Jacobs: Wende in Pankow. Bürgermeister für 108 Tage. In: Der Tagesspiegel, 22. Oktober 2009.
  4. Jahrzehnt des Neubeginns (1989/90-2000). In: Bezirksamt Pankow, aufgerufen am 11. November 2013.
  5. Presse. In: louis-lewandowski-festival.de, aufgerufen am 11. November 2013.
  6. Cay Dobberke: Jüdische Handelsgeschichte in Berlin. Der Warenhauskönig. In: Der Tagesspiegel, 7. November 2013.
  7. Besuch des Fördervereins in der Restaurierungswerkstatt. In: foerderverein-schoenhausen.de, März 2015.
  8. Kuratorium der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. In: gcjz-berlin.de, aufgerufen am 6. Januar 2016.
  9. Wowereit überreicht Nils Busch-Petersen Verdienstorden. In: berlin.de, 25. November 2014, aufgerufen am 7. Oktober 2016.
  10. Cay Dobberke: Stadtmenschen. Nils Busch-Petersen hat die Kippa immer dabei. In: Tagesspiegel, 25. Januar 2016.