Nils Henkel

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Nils Henkel in 2013

Nils Henkel (* 8. Oktober 1969 in Kiel) ist ein deutscher Koch.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Ausbildung in Eutin wechselte Henkel 1990 zum Restaurant „Le Jardin“ in Hamburg und 1991 zum Landhaus Scherrer unter Heinz Wehmann in Hamburg. Ab 1992 folgten weitere Stationen in Hamburg und Coesfeld.[1]

1997 kam Henkel als zweiter Souschef ins Restaurant Dieter Müller im Schlosshotel Lerbach in Bergisch Gladbach, das mit zwei Michelinsternen (von 1998 bis 2011 erhielt das Restaurant drei Sterne) zu den besten Restaurants Deutschlands zählte. Hier wurde er 1999 Souschef, und 2004 machte Dieter Müller ihn zum gleichberechtigten Küchenchef.

Im Herbst 2006 wurde Henkel in den Kreis der Jeunes Restaurateurs d’Europe aufgenommen.[2] Da diese Auszeichnung sonst nur Restaurant-Besitzern vorbehalten ist, wurde die Entscheidung wie folgt begründet: „Durch sein Talent und die erfolgreiche, langjährige Tätigkeit im Schlosshotel Lerbach ist Nils Henkel wesentlich an den Erfolgen des Restaurants beteiligt und absehbar ein würdiger Nachfolger von Dieter Müller, wenn dieser in weiterer Zukunft das Patronat für das Restaurant Dieter Müller und die gleichnamige Kochschule übernimmt.“

Nach vier Jahren gemeinsamer Küchenleitung übergab Dieter Müller im Februar 2008 die Leitung ganz an Nils Henkel.[3] Ebenfalls 2008 wurde Henkel vom Gault Millau zum Koch des Jahres gewählt. Anfang 2010 wurde das Restaurant Dieter Müller in Gourmetrestaurant Lerbach umbenannt.[4] Ende 2014 wurde das „Gourmetrestaurant Lerbach“ geschlossen, da der Pachtvertrag für Hotel und Restaurant auslief.[5] Danach war Henkel freiberuflich im Bereich Kochseminare und Produktentwicklung tätig.[6][7]

Von Februar 2017 bis Frühjahr 2020 war Henkel Küchenchef im Hotel Burg Schwarzenstein in Geisenheim.[8] Im November 2017 wurde dem „Restaurant Schwarzenstein – Nils Henkel“ der zweite Michelinstern verliehen.[9] Nachdem die gesamte Hotelgastronomie Mitte März 2020 wie alle deutschen Gastronomiebetriebe im Zuge der COVID-19-Pandemie geschlossen werden musste, kündigte die Geschäftsführung des Hauses im Mai desselben Jahres an, dass es aus Gründen mangelnder Auslastung und Wirtschaftlichkeit nicht zu einer Wiedereröffnung des Gourmetrestaurants kommen werde. Stattdessen werde in dessen Räumen künftig unter der Leitung von TV- und Sternekoch Nelson Müller eine bodenständige Brasserie betrieben.[10][11]

Ende August 2020 übernahm Henkel die Küchenleitung und gastronomische Verantwortung des Restaurants Bootshaus im neu gebauten Papa Rhein Hotel in Bingen.[12][13]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991: Lammkoch des Jahres, Neuseeland Lamm
  • 1999: Küchenmeister mit Auszeichnung, IHK Dortmund
  • 2006: Aufnahme bei den Jeunes Restaurateurs d’Europe
  • 2009: Koch des Jahres im Restaurant Dieter Müller – Gault Millau[14]
  • 2009: Drei Michelin-Sterne für das Restaurant Dieter Müller unter Leitung von Nils Henkel
  • 2010: Nils Henkel von den Lesern des Diners Club Magazins zum „Innovativsten Koch Deutschlands“ gewählt
  • 2011: zwei Michelin-Sterne für das Gourmetrestaurant Schloss Lerbach unter der Leitung von Nils Henkel[15]
  • 2012: fünf Kochlöffel vom Schlemmer Atlas[16]
  • 2017: Koch des Jahres von Der Feinschmecker[17]
  • 2020: Comeback des Jahres, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung[18]

Publikationen (Kochbücher)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herzenssache – Neue bergische Küche: 16 Spitzenköche aus dem Bergischen Land zeigen ihre Vorstellungen von der bergischen Küche. Remscheid: RGA-Buchverlag, 2006, ISBN 3-923495-80-3.
  • Dieter Müller, Nils Henkel: Dieter Müller – Einfach und genial. Rezepte aus der Kochschule des Meisters. Neuer Umschau Buchverlag, Neustadt a. d. Weinstraße 2006, ISBN 978-3-86528-262-0.
  • Dieter Müller, Nils Henkel: Bibliothek der Köche. Band 1. Süddeutsche Zeitung Edition, München 2007, ISBN 978-3-86615-551-0.
  • Nils Henkel: Pure Nature. Fackelträger Verlag, Köln 2010, ISBN 978-3-7716-4449-9.
  • Nils Henkel: Flora. Hampp Verlag, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-9425-6148-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nils Henkel. Abgerufen am 16. August 2020.
  2. Jeunes Restaurateurs d’Europe: Mitglieder / Spitzenköche. (Memento vom 23. Mai 2016 im Internet Archive) Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  3. Michael Hedrich: „Tief in mir drin bin ich ein Ehrgeizling“ (Memento vom 9. September 2012 im Webarchiv archive.today), Kölner Stadt-Anzeiger, 14. Februar 2008 und Druckversion 15. Februar 2008, Nr. 39
  4. Gourmetrestaurant Dieter Müller. 13. Januar 2010, abgerufen am 6. Dezember 2020.
  5. Aus für Nils Henkel im Schlosshotel Lerbach? (Memento vom 15. Dezember 2014 im Internet Archive) restaurant-ranglisten.de, 9. Dezember 2014
  6. nils-henkel.de: Road Show (Memento vom 25. November 2016 im Internet Archive)
  7. Maren Hoffmann, manager magazin: Sternekoch Nils Henkel im Interview: "Mir fehlt das Team" - manager magazin - Lifestyle. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  8. Comeback für Nils Henkel auf der Burg Schwarzenstein. Abgerufen am 3. Oktober 2022.
  9. Guide Michelin 2018 - Neue Sternerestaurants in Deutschland. Abgerufen am 6. Dezember 2020.
  10. Aus für Nils Henkel. In: Falstaff. 11. Mai 2020, abgerufen am 29. September 2020.
  11. Peter Badenhop: Sternekoch Nils Henkel. Kündigung mit zwei Sternen. In: faz.de. 10. Mai 2020, abgerufen am 29. September 2020.
  12. Kulinarik — Papa Rhein Hotel. Abgerufen am 16. August 2020.
  13. Nils Henkel wird Küchenchef (Pressemeldung vom 18. Mai 2020). Abgerufen am 19. Mai 2020.
  14. Jürgen Dollase: Deutsche Küche immer besser. Nils Henkel zum „Koch des Jahres“ gewählt. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. November 2008
  15. Sieben Sterne neu verteilt. Kölner Stadt-Anzeiger, 8. November 2011
  16. „Gourmetrestaurant Lerbach“. (Memento vom 14. September 2017 im Internet Archive) Restaurantführer schlemmer-atlas.de; abgerufen am 13. November 2012
  17. "Der Feinschmecker": Nils Henkel ist "Koch des Jahres". Abgerufen am 16. August 2020.
  18. "Lieblinge des Jahres": Tony Hohlfeld ist Koch des Jahres. Abgerufen am 6. Dezember 2020.