Nowy Staw

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Nowy Staw
Wappen von Nowy Staw
Nowy Staw (Polen)
Nowy Staw
Nowy Staw
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Malbork
Fläche: 4,65 km²
Geographische Lage: 54° 8′ N, 19° 0′ OKoordinaten: 54° 8′ 0″ N, 19° 0′ 0″ O
Einwohner: 4323
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 82-230
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: GMB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Nowy Dwór Gdański - Malbork
Nächster int. Flughafen: Danzig
Sołectwo
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 21 Ortschaften
16 Schulzenämter
Fläche: 114,38 km²
Einwohner: 7762
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2209073
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Jerzy Szałach[2]
Adresse: ul. Bema 1
82-230 Nowy Staw
Webpräsenz: www.nowystaw.pl



Nowy Staw [ˈnɔvɨ ˈstaf] (deutsch: Neuteich; kaschubisch: Nytëch) ist eine Stadt mit etwa 4.400 Einwohnern im Powiat Malborski (Marienburger Kreis) der polnischen Wojewodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kleinstadt liegt in der historischen Landschaft Westpreußen, 26 Kilometer westlich der Stadt Elbing (Elbląg) an dem Flüsschen Schwente (Święta).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuteich an der Schwente westlich der Stadt Elbing am Frischen Haff auf einer Landkarte von 1910.
Marktplatz mit der ehemals evangelischen Kirche (Bleistift, seit 2012 Kulturzentrum).
Kirche des Apostel Matthäus.
Altes Arkadenhaus.

Der älteste Teil von Nowy Staw ist das nördlich der Stadt gelegene ehemals selbständige Dorf Neuteichsdorf (Stawiec). Das Dorf wurde 1316 vom Deutschen Orden gegründet; die Privilegien hatte ihm Werner von Orseln verliehen, der damals Großkomtur von Marienburg war.[3] Es wurde im Jahre 1316 in einer Urkunde des Marienburger Komturs Niclaus von Hollant erwähnt. Die Stadt Neuteich ist vermutlich um 1329 angelegt worden, jedoch ist dies erst ab 1350 belegbar.

Ihre Einwohner waren Ackerbürger und sie war der Marktort für die Bauern aus dem umliegenden Gebieten im Delta von Weichsel und Nogat. Die katholische Matthäuskirche entstand noch vor dem großen Stadtbrand von 1400.

1409 begann der Deutsche Orden in Neuteich mit der Herstellung von Schwarzpulver, und in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichteten Danziger Bürger hier eine Ölmühle.

In den schwedisch-polnischen Kriegen war die Stadt mehrfach besetzt und geplündert worden. Zwischen der Stadt und der Schwente wuchs im 18. Jahrhundert ein neuer Stadtteil, die Neustadt. Seitdem wurde vor allem das rechte Schwenteufer in südliche Richtung bebaut.

1886 wurde die Eisenbahnstrecke von Simonsdorf über Neuteich nach Tiegenhof in Betrieb genommen. Seit 1900 war Stadt auch an das Schmalspurbahnnetz der Westpreußische Kleinbahnen AG angeschlossen, die Strecke ist heute stillgelegt.

In der Stadt waren mehrere Mühlen ansässig, Sie war ein Zentrum des Getreidehandels und bekannt für ihre Pferdemärkte. Größter Betrieb war die Zuckerfabrik, die heute nach wie vor produziert.

Die Stadt gehörte seit 1818 dem Landkreis Marienburg (Westpr.) an. Seit 1920 war sie dem Landkreis Großes Werder zugehörig, der bis 1939 Teil der Freien Stadt Danzig war.

Während des Zweiten Weltkriegs gehörte der Neuteich noch einmal zum Deutschen Reich. Am 11. März 1945 wurde Neuteich von der Roten Armee erobert. Am 15. Mai 1945 wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt. Danach kamen polnische Zivilisten in die Stadt, die sich der Behausungen und Anwesen der deutschen Bevölkerung bemächtigten. Die Stadt wurde zuerst in Nytych und dann seit 1947 in Nowy Staw umbenannt, was ebenfalls Neuteich bedeutet. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit größtenteils von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde vertrieben.

Die Stadt ist bis heute gut erhalten. Die ehemals evangelische Kirche am Markt, der Neuteicher Bleistift, ist seit 2012 das Kulturzentrum des Ortes.

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1782 1.470 davon 1.001 Evangelische, 352 Katholiken und 117 Mennoniten[4]
1831 1.338 großenteils Evangelische[5]
1871 1.682 [6]
1875 1.831 [7]
 !880 2.145 [7]
1890 2.428 davon 1.176 Evangelische, 1.110 Katholiken und 76 Juden[7]
1943 4.120
2007 4.443

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Nowy Staw gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name (bis 1945)
Brzózki Bröske
Chlebówka Brodsack
Dębina Eichwalde
Dybowo Diebau
Kącik Neuteicher Hinterfeld
Krzewiny Horsterbusch
Laski Leske
Lipinka Lindenau
Lubiszewo Drugie Fünfhuben
Lubstowo Lupushorst
Martąg Irrgang
Michałowo Wachthal
Mirowo Mierau
Myszewo Groß Mausdorf
Nidowo Niedau
Nowy Staw Neuteich
Półmieście Halbstadt
Pręgowo Żuławskie Prangenau
Stawiec Neuteichsdorf
Świerki Tannsee
Tralewo Tralau
Trępnowy Trampenau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nowy Staw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Stadt, Burmistrz, abgerufen am 7. März 2015
  3. Hermann Eckerdt: Geschichte des Kreises Marienburg. Bretschneider, Marienburg 1868, S. 19.
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 18–19, Nr. 3).
  5. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 430–431..
  6. Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1875. Berlin 1874, S. 919.
  7. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/marienburg_op.html