Nowy Staw

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Nowy Staw
Wappen von Nowy Staw
Nowy Staw (Polen)
Nowy Staw
Nowy Staw
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Malbork
Fläche: 4,65 km²
Geographische Lage: 54° 8′ N, 19° 0′ OKoordinaten: 54° 8′ 0″ N, 19° 0′ 0″ O
Einwohner: 4323
(30. Jun. 2015)[1]
Postleitzahl: 82-230
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: GMB
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Nowy Dwór Gdański - Malbork
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 21 Ortschaften
16 Schulzenämter
Fläche: 114,38 km²
Einwohner: 7762
(30. Jun. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 68 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2209073
Verwaltung (Stand: 2015)
Bürgermeister: Jerzy Szałach[2]
Adresse: ul. Bema 1
82-230 Nowy Staw
Webpräsenz: www.nowystaw.pl



Nowy Staw [ˈnɔvɨ ˈstaf] (deutsch: Neuteich; kaschubisch: Nytëch) ist eine Stadt mit etwa 4400 Einwohnern im Powiat Malborski (Marienburg) der polnischen Wojewodschaft Pommern.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neuteich an der Schwente westlich der Stadt Elbing am Frischen Haff auf einer Landkarte von 1910

Die Kleinstadt liegt im ehemaligen Westpreußen, 26 Kilometer westlich der Stadt Elbląg (Elbing) an dem Flüsschen Święta (Schwente).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktplatz mit der ehemals evangelischen Kirche (Bleistift, seit 2012 Kulturzentrum).
Kirche des Apostel Matthäus.
Altes Arkadenhaus.

Der älteste Teil von Nowy Staw ist das nördlich der Stadt gelegene ehemals selbständige Dorf Neuteichsdorf (Stawiec). Das Dorf wurde 1316 vom Deutschen Orden gegründet; die Privilegien hatte ihm Werner von Orseln verliehen, der damals Großkomtur von Marienburg war.[3] Es wurde im Jahre 1316 in einer Urkunde des Marienburger Komturs Niclaus von Hollant erwähnt. Die Stadt Neuteich ist vermutlich um 1329 angelegt worden, jedoch ist dies erst ab 1350 belegbar.

Ihre Einwohner waren Ackerbürger und sie war der Marktort für die Bauern aus dem umliegenden Gebieten im Delta von Weichsel und Nogat. Die katholische Matthäuskirche entstand noch vor dem großen Stadtbrand von 1400.

1409 begann der Deutsche Orden in Neuteich mit der Herstellung von Schwarzpulver, und in der Mitte des 15. Jahrhunderts errichteten Danziger Bürger hier eine Ölmühle.

In den schwedisch-polnischen Kriegen war die Stadt mehrfach besetzt und geplündert worden. Zwischen der Stadt und der Schwente wuchs im 18. Jahrhundert ein neuer Stadtteil, die Neustadt. Seitdem wurde vor allem das rechte Schwenteufer in südliche Richtung bebaut.

1886 wurde die Eisenbahnstrecke von Simonsdorf über Neuteich nach Tiegenhof in Betrieb genommen. Seit 1900 war Stadt auch an das Schmalspurbahnnetz der Westpreußische Kleinbahnen AG angeschlossen, die Strecke ist heute stillgelegt.

In der Stadt waren mehrere Mühlen ansässig, Sie war ein Zentrum des Getreidehandels und bekannt für ihre Pferdemärkte. Größter Betrieb war die Zuckerfabrik, die heute nach wie vor produziert.

Die Stadt gehörte seit 1818 dem Landkreis Marienburg (Westpr.) an. Seit 1920 war sie dem Landkreis Großes Werder zugehörig, der bis 1939 Teil der Freien Stadt Danzig war.

Während des Zweiten Weltkriegs gehörte Neuteich noch einmal zum Deutschen Reich. In Neuteich wurde ein Außenkommando des KZ Stutthof eingerichtet. Am 11. März 1945 wurde Neuteich von der Roten Armee erobert. Am 15. Mai 1945 wurde die Stadt unter polnische Verwaltung gestellt. Für die Stadt Neuteich wurde von den polnischen Migranten zuerst Nytych und dann seit 1947 Nowy Staw als Ortsname eingeführt, was ebenfalls Neuteich bedeutet. Soweit die deutschen Einwohner nicht geflohen waren, wurden sie in der darauf folgenden Zeit größtenteils aus Neuteich vertrieben.

Die Stadt ist bis heute gut erhalten. Die ehemals evangelische Kirche am Markt, der Neuteicher Bleistift, ist seit 2012 das Kulturzentrum des Ortes.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1782 1470 davon 1.001 Evangelische, 352 Katholiken und 117 Mennoniten[4]
1802 1301 [5]
1810 1292 [5]
1816 1318 davon 730 Evangelische, 442 Katholiken und 118 Juden[5]
1821 1498 [5]
1831 1338 großenteils Evangelische[6]
1871 1682 [7]
1875 1831 [8]
1880 2145 [8]
1890 2428 davon 1.176 Evangelische, 1.110 Katholiken und 76 Juden[8]
1905 2648 davon 1.417 Evangelische, 1.105 Katholiken und 76 Juden (97,5 % Deutsche)[9]
1929 3766 [10]
1943 4120
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr Einwohner Anmerkungen
2007 4443

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gmina[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Nowy Staw gehören folgende Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name (bis 1945)
Brzózki Bröske
Chlebówka Brodsack
Dębina Eichwalde
Dybowo Diebau
Kącik Neuteicher Hinterfeld
Krzewiny Horsterbusch
Laski Leske
Lipinka Lindenau
Lubiszewo Drugie Fünfhuben
Lubstowo Lupushorst
Martąg Irrgang
Michałowo Wachthal
Mirowo Mierau
Myszewo Groß Mausdorf
Nidowo Niedau
Nowy Staw Neuteich
Półmieście Halbstadt
Pręgowo Żuławskie Prangenau
Stawiec Neuteichsdorf
Świerki Tannsee
Tralewo Tralau
Trępnowy Trampenau

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nowy Staw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2015. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (ZIP-Ordner mit XLS-Dateien; 7,82 MiB), abgerufen am 28. Mai 2016.
  2. Website der Stadt, Burmistrz, abgerufen am 7. März 2015
  3. Hermann Eckerdt: Geschichte des Kreises Marienburg. Bretschneider, Marienburg 1868, S. 19.
  4. Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil II, Marienwerder 1789, S. 18–19, Nr. 3).
  5. a b c d Alexander August Mützell und Leopold Krug: Neues topographisch-statistisch-geographisches Wörterbuch des preussischen Staats. Band 5: T–Z, Halle 1823, S. 346–347, Ziffer 488.
  6. August Eduard Preuß: Preußische Landes- und Volkskunde oder Beschreibung von Preußen. Ein Handbuch für die Volksschullehrer der Provinz Preußen, so wie für alle Freunde des Vaterlandes. Gebrüder Bornträger, Königsberg 1835, S. 430–431..
  7. Handbuch über den Königlich Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1875. Berlin 1874, S. 919.
  8. a b c http://www.verwaltungsgeschichte.de/marienburg_op.html
  9. Gemeindelexikon für die Provinz Westpreussen: auf Grund der Materialien der Volkszählung vom 1. Dezember 1905 und anderer amtlicher Quellen, S. 76-77.
  10. http://www.verwaltungsgeschichte.de/dan_grosseswerder.html