Nurdachhaus

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Ein Nurdachhaus ist eine vielgestaltige Architektur-Form für Häuser, denen ein Merkmal gemeinsam ist: außer den Giebelseiten existiert sichtbar, oberhalb des Erdbodens nur das Dach. Es gibt also beim Nurdachhaus unter den Dachtraufen keine Seitenwände; das Dach reicht bis zum Erdboden herab.

Beispiele[Bearbeiten]

Finnhütte[Bearbeiten]

Finnhütte, ein Nurdach-Ferienhaus (Leinsweiler in der Pfalz)

Als Finnhütte, Finnhaus oder auch Nurdach-Ferienhaus bezeichnet man ein Holzhaus mit spitzem Satteldach, das bis zum Boden reicht und damit zwei Wände erspart.

Finnhütten eignen sich für Wohnzwecke (auch zweigeschossig), aber auch als teilweise offene Zweckbauten (Wanderrasthütte, Bushaltestelle, Schuppen). Die Bezeichnung geht darauf zurück, dass Häuser dieses Typs zuerst vornehmlich in Skandinavien und Finnland verbreitet waren, sie ist aber in Skandinavien selbst nicht mehr sehr gebräuchlich. Auch die Bezeichnung Finnlandhaus wurde früher genutzt.

In Deutschland ist die Bauart mit dieser Bezeichnung vor allem im Osten häufiger anzutreffen (ehemalige DDR), wo dieser Haustyp als Garten- und Ferienhaus beliebt wurde. Im Altbundesgebiet ist dieser Haustyp seltener. Die im Jahr 1972 im Ostseebad Damp von DDR-Handwerkern gezimmerten Finnhütten werden dort Zeltdachhäuser genannt, haben aber ebenfalls ein zweiflächiges Satteldach (Zeltdach bezeichnet im Bauwesen einen vierflächigen Dachtyp).

Finnhütten trifft man häufig als Ferienhäuser an der Ostseeküste und im Seenland von Mecklenburg-Vorpommern, im Harz, im Thüringer Wald, auf der Schwäbischen Alb (Bartholomä) und im Erzgebirge, aber auch im ostdeutschen Flachland sowie in ostmitteleuropäischen Gebirgen (Tschechien, Slowakei, Rumänien) an.

Bauernhäuser auf Madeira[Bearbeiten]

Nurdachhaus in Santana auf Madeira

Den Finnhütten ähnliche, jedoch traditionell mit Stroh gedeckte Häuser mit bis zum Boden reichenden Satteldächern findet man auf Madeira, besonders in Santana im Norden der Insel.

Pyramidenformen[Bearbeiten]

Pyramidenformen können auch als Nurdachhäuser klassifiziert werden; sicherlich trifft dies auf die von Ieoh Ming Pei entworfene Eingangspyramide im Innenhof des Louvre in Paris zu, wo die Glaspyramide Dachfunktion hat. Sie ist sogar im mehrfachen Sinn „nur Dach“: sie hat bautechnisch betrachtet keine andere Funktion (außer der Kunst und der Markierung des Startpunktes der „Großen Achse“), und sie hat auch keinen Giebel.

Weblinks[Bearbeiten]