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Nurdachhaus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Ein Nurdachhaus ist eine Form für Häuser, bei denen die Dachflächen weit hinunter reichen und die Dachtraufe knapp über dem Erdboden liegt.

Geschichte und Beschreibung

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Der Haustyp ist, ist in kleineren Abmessungen und vor allem in Kombination mit dem eingetieften Grubenhaus bereits seit der Jungsteinzeit bekannt.[1]

Bei modernen Nurdachhäusern ruht das Dach konstruktiv meist auf einem niedrigen Kniestock. Es entsteht jedoch insbesondere von außen der Eindruck, dass neben den Giebelseiten keine senkrechten Außenwände bestehen. Durch bautechnische Fortschritte im Stahl- und Holzbau (insbesondere den Einsatz von Brettschichtholzträgern) konnten Nurdachhäuser auch in großem Maßstab errichtet werden, wobei bei Kirchen sogenannte Zeltkirchen entstehen können.

Daneben gibt es Bauten, die streng genommen nur annähernd ein Nurdachhaus sind, aber der Ästhetik eines Nurdachhauses folgen, Beispiele:

Finnhütte, ein Nurdach-Ferienhaus (Leinsweiler in der Pfalz)

Als Finnhütte, Finnhaus, A-Haus oder auch Nurdach-Ferienhaus bezeichnet man ein Holzhaus mit spitzem Satteldach, das bis zum Boden reicht und damit zwei Wände erspart.

Finnhütten eignen sich für Wohnzwecke (auch zweigeschossig), aber auch als teilweise offene Zweckbauten (Wanderrasthütte, Bushaltestelle, Schuppen). Die Bezeichnung Finnhütte geht darauf zurück, dass diese Häuser zuerst vornehmlich in Fennoskandinavien verbreitet waren, sie sind aber in Skandinavien selbst nicht mehr sehr gebräuchlich.

In Deutschland ist die Bauart vor allem im Osten häufiger anzutreffen, wo dieser Haustyp als Garten- und Ferienhaus beliebt war. Sie sind daher an der Ostseeküste und im Seenland von Mecklenburg-Vorpommern, im Harz, im Thüringer Wald und im Erzgebirge, aber auch im ostdeutschen Flachland sowie in ostmitteleuropäischen Gebirgen (Tschechien, Slowakei, Rumänien) zu finden.

Im Altbundesgebiet ist der Haustyp seltener. Jedoch entstand bereits in den 1960er Jahren im Nordseeheilbad Friedrichskoog-Spitze, Dithmarschen eine Ferienhaussiedlung mit Nurdachhäusern. Auch auf der Schwäbischen Alb (Bartholomä) sind sie zu finden. Die im Jahr 1972 im Ostseebad Damp von DDR-Handwerkern gezimmerten Finnhütten werden dort Zeltdachhäuser genannt, haben aber ebenfalls ein zweiflächiges Satteldach (Zeltdach bezeichnet im Bauwesen einen vierflächigen Dachtyp).

Bauernhäuser auf Madeira

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Nurdachhaus in Santana auf Madeira

Den Finnhütten ähnliche, jedoch traditionell mit Stroh gedeckte Häuser mit bis zum Boden reichenden Satteldächern findet man auf Madeira, besonders in Santana im Norden der Insel.

Commons: A-frame buildings – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Rüdiger Kelm (Hrsg.): Vom Pfostenloch zum Steinzeithaus. Archäologische Forschung und Rekonstruktion jungsteinzeitlicher Haus- und Siedlungsbefunde im Nordwestlichen Mitteleuropa. Erstes Albersdorfer Kolloquium vom 13. bis 15. Januar 1999 und Zweites Albersdorfer Kolloquium vom 19. bis 21. Januar 2000 im Albersdorfer Bürgerhaus. Boyens, Heide 2000, ISBN 3-8042-1000-7, (Albersdorfer Forschungen zur Archäologie und Umweltgeschichte 1).
  2. Tesla kommt ins Ruhrgebiet! Erster Standort eröffnet 2021 in Dortmund. In: 3ve-Blog.de. 7. März 2021, abgerufen am 29. September 2021 (deutsch).
  3. Das Hutchinson-Auditorium in Florida, entworfen von Garry Boyle in den 1930er-Jahren abgerufen am 7. Oktober 2019
  4. Category:Nurdachhäuser Sophiental - Wikimedia Commons. Abgerufen am 22. März 2026 (englisch).