Nuschelberg

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Nuschelberg
Koordinaten: 49° 32′ 16″ N, 11° 14′ 4″ O
Höhe: 409 m ü. NN
Einwohner: 47 (31. Dez. 2008)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1971
Postleitzahl: 91207
Vorwahl: 09123
Das Hallerschlösschen in Nuschelberg
Das Hallerschlösschen in Nuschelberg

Das Dorf Nuschelberg ist einer von 27 Ortsteilen der Stadt Lauf an der Pegnitz im Landkreis Nürnberger Land in Mittelfranken/Bayern. Der südlich des Ortes verlaufende Nüschwiesengraben mündet später in den Bitterbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlich der Nuschelberger Anhöhe befindet sich eine Abschnittsbefestigung vorgeschichtlicher Zeitstellung, welche auf eine frühgeschichtliche Besiedelung des Raumes schließen lässt.[2]

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 11. und 12. Jahrhundert wurden nördlich von Lauf ehemalige Reichswaldflächen gerodet und urbar gemacht. Am westlichen Rand dieser Rodungsinsel entstand die Siedlung Nuschelberg, welche geschützt auf einer kleinen Anhöhe lag. Der Weiler umfasste im Jahre 1275 zwei Höfe und den Lehenbesitz der Bayernherzöge.[3] Die kleine Siedlung gehörte damals zu Günthersbühl. Sebastian Cammerer erwarb im Jahre 1534 zwei dieser Höfe zum Kaufpreis von 1.010 Gulden und errichtete anstelle des alten Gehöftes einen Herrensitz. Im Zweiten Markgrafenkrieg (1553) wurde das Anwesen beschädigt und später wiederaufgebaut.[3] Das Hallerschlösschen stellt den Herrensitz dar. Der Turmbau mit Fachwerkanbau und Steinsockel steht unter Denkmalschutz und wird als Gaststätte genutzt.[4]

Schon im Mittelalter existierte eine Forsthube im Ortsgebiet von Günthersbühl. Sie diente der Verwaltung eines Forstbezirkes im Sebalder Reichswald.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 20. Jahrhundert wurde in Nuschelberg eine Brotfabrik errichtet. Das dort gebackene Brot war in der ganzen Region bekannt.

Am 1. Juli 1971 wurde die Gemeinde Günthersbühl mit Nuschelberg in die Kreisstadt Lauf an der Pegnitz eingemeindet.[5]

Politische Zugehörigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reichsamt Heroldsberg (bis 1279)
  • Gericht und Amt Neunhof (bis 1405)
  • Pflegamt Lauf (seit 1504)
  • preußische Besatzung (1796 bis 1810)
  • Königreich Bayern (ab 1811)
  • Bezirk Erlangen (bis 1843)
  • Bezirk Lauf (ab 1843)
  • Stadt Lauf (ab 1971)

Landschaftsschutzgebiet Nuschelberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick aus östlicher Richtung auf den Ortsrand von Nuschelberg mit vorgelagerter Streuobstwiese

Mit Ausnahme der bebauten Fläche liegt das gesamte Gebiet im Landschaftsschutzgebiet Nuschelberg (LSG-00190.01[6]).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nürnberger Land. Karl Pfeiffer’s Buchdruckerei und Verlag, Hersbruck 1993. ISBN 3-9800386-5-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. lauf.de: Bevölkerung (abgerufen am 8. Juli 2015)
  2. Bayerische Denkmal-Atlas. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 15. April 2018.
  3. a b Robert Giersch, Andreas Schlunk, Bertold von Haller: Burgen und Herrensitze in der Nürnberger Landschaft. Altnürnberger Landschaft, Lauf an der Pegnitz 2006, ISBN 978-3-00-020677-1, S. 306 f.
  4. Denkmalliste Regierungsbezirk Mittelfranken, Nürnberger Land, Lauf a.d.Pegnitz. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 23. März 2018, abgerufen am 14. April 2018.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 509.
  6. World Database on Protected Areas – LSG Nuschelberg (englisch)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Nuschelberg – Sammlung von Bildern