Oensingen

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Oensingen
Wappen von Oensingen
Staat: Schweiz
Kanton: Solothurn (SO)
Bezirk: Gäuw
BFS-Nr.: 2407i1f3f4
Postleitzahl: 4702
UN/LOCODE: CH OSN
Koordinaten: 620824 / 237592Koordinaten: 47° 17′ 20″ N, 7° 42′ 50″ O; CH1903: 620824 / 237592
Höhe: 465 m ü. M.
Fläche: 12,03 km²
Einwohner: 6263 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 521 Einw. pro km²
Website: www.oensingen.ch
Oensingen

Oensingen

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Oensingen ist eine politische Gemeinde im Bezirk Gäu des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oensingen liegt im Mittelland am Fusse des Jura und am Ausgang der Klus, die sich die Dünnern von Balsthal herkommend durch den Berg geschnitten hat. Die Jurahänge machen etwa 40 % der Gemeindefläche aus und sind sehr stark bewaldet. Der höchste Punkt ist die Wannenfluh mit 1033 m ü. M.[2], weitere markante Punkte sind die Roggenfluh mit 995 m ü. M., die Lehnfluh und die Ravelle. Mit einer Fläche von rund 12 km² ist Oensingen die grösste Gemeinde im Bezirk Gäu.

Oensingen gilt als Musterbeispiel für die Zersiedelung im Mittelland [3]. Der Ort, dessen ursprünglicher Dorfkern sich im Unterdorf befindet, zog sich zunächst zum weiter westlich gelegenen Bahnhof. Die neue Industrie wurde, anders als in traditionellen Industrieregionen, nicht nahe dem Dorfkern angesiedelt, sondern in Richtung des Nachbarorts Niederbipp. Niederbipp errichtete seinerseits eine grossflächige Industriezone, weshalb Oensingen und Niederbipp heute zusammengewachsen sind. Die Zersiedelung führt heute so weit, dass die Flächen entlang der Hauptstrasse von Oensingen bis Wiedlisbach nahezu durchgehend verbaut sind - obwohl die beiden Ortszentren rund 8 Kilometer voneinander entfernt liegen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oensingen

Der Ortsname Oensingen ist alemannischen Ursprungs und etwa im 6. Jahrhundert entstanden. Er wird als Wohnsitznahme eines Ongis gedeutet. Erstmals urkundlich wird Oensingen 968 erwähnt. Konrad von Burgund bestätigte damals die Zugehörigkeit von Oingesingin cum ecclesia zum Kloster Münster-Granfelden.

Die ältesten menschlichen Spuren gehen jedoch bis in die Altsteinzeit zurück: In der „Rislisberghöhle“ wurde ein Rentierknochen mit einem eingravierten Steinbock gefunden. Aus späterer Zeit stammt der Schalenstein mit 8 Schalen und diversen Figuren am Südhang der Ravelle.

In der Römerzeit war Oensingen die grösste römische Siedlung zwischen Olten und Solothurn und lag an einer strategisch wichtigen Verzweigung von Handels- und Heerstrassen.

Die Wichtigkeit bezeugen auch die Überreste von vier Burgen aus dem Mittelalter auf der Lehnfluh. In der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts wurde die heute noch erhaltene und von weit sichtbare Neu-Bechburg von den Freiherren von Bechburg erbaut. Nach verschiedenen Eigentümern gelangt sie 1463 zur Stadt Solothurn.

Die katholische Pfarrkirche St. Georg wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut, 1643 bis 1648 erweitert und 1773 durch Paolo Antonio Pisoni renoviert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3
2
1
1
Insgesamt 7 Sitze

Quelle[4]

Der Gemeinderat (Exekutive) besteht inklusive des Gemeindepräsidenten aus 7 Mitgliedern. Für die letzten zwei Amtsperioden ergaben sich folgende Wahlergebnisse:

Partei 2013–2016 (+/-)  2009–2012
FDP.Die Liberalen
(bis 2009 Freisinnig-Demokratische Partei)
3 3
Christlichdemokratische Volkspartei 2 2
Sozialdemokratische Partei 1 1
Schweizerische Volkspartei 1 1

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1876 eröffnete die Schweizerischen Centralbahn die Gäubahn von Olten nach Solothurn. Die Strecke ist heute Teil Jurasüdfusslinie der SBB. 1899 wurde der Betrieb der Oensingen-Balsthal-Bahn (OeBB) auf der Eisenbahnstrecke nach Balsthal aufgenommen. Von 1907 bis 1943 führte zudem die meterspurige Langenthal-Jura-Bahn nach Oensingen. Heute wird der Bahnhof Oensingen von Zügen der SBB, der OeBB und seit 2012, nach dem Wiederaufbau der Meterspurverbindung Niederbipp–Oensingen, auch der Aare Seeland mobil bedient.

Im Jahr 1965 erfolgte der Anschluss an die Autobahn A1. Dieses Ereignis hat das Dorf bis heute entscheidend geprägt, vor allem durch die darauf folgende Ansiedlung von Logistikbetrieben.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Pfarrkirche St. Georg (15. und 17. Jh.)[5].

Sonnwendfeier[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle drei Jahre veranstalten die beiden Feuerwerksvereine «Ravellenclub» und «Vogelherdclub» eine Sonnwendfeier mit Höhenfeuern und einem grossen Feuerwerk. Dabei feuern der Ravellenclub westlich des Schlosses Neu-Bechburg sowie der Vogelherdclub östlich im tiefer gelegenen Vogelherd gemeinsam ein insgesamt 60 Minuten dauerndes Feuerwerk ab, das jeweils ein grosses Publikum anzieht. Das Feuerwerk wird als das grösste Feuerwerk der Schweiz beworben.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1837 995
1850 1'032
1900 1'165
1950 2'428
2007 4'818
2010 5'245

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Rot ein weisses Tatzenkreuz

Wird oft mit einem Malteserkreuz verwechselt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Fabrizio Brentini und Bruno Rudolf: Schweizerische Kunstführer, Band 587: Die Pfarrkirche St. Georg in Oensingen, Bern 1996, ISBN 3-85782-587-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Oensingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017; abgerufen am 20. September 2017.
  2. Oensingen in Zahlen. In: Oensingen online. Einwohnergemeinde Oensingen. Abgerufen am 20. Dezember 2015.
  3. Zersiedelung: Diesmal bei Oensingen (1). In: Info Sperber. Info Sperber. Abgerufen am 14. April 2016.
  4. Ergebnis Gemeinderatswahlen 2013. In: Oensingen online. Einwohnergemeinde Oensingen. Abgerufen am 20. Dezember 2015.
  5. Bruno Rudolf, Fabrizio Brentini: Die Pfarrkirche St. Georg in Oensingen. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 587). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1996, ISBN 3-85782-587-1.