Oland

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Dieser Artikel beschreibt die Hallig. Für den Schauspieler siehe Warner Oland.
Oland
Oland vom Hafen aus
Oland vom Hafen aus
Gewässer Deutsche Bucht, Nordsee
Inselgruppe Nordfriesische Inseln
Geographische Lage 54° 40′ 39″ N, 8° 42′ 14″ O54.67758.70388888888893Koordinaten: 54° 40′ 39″ N, 8° 42′ 14″ O
Oland (Schleswig-Holstein)
Oland
Länge 2,9 km
Breite 980 m
Fläche 2,01 km²
Höchste Erhebung (Warft)
m
Einwohner 20
10 Einw./km²
Hauptort Oland(warft)
Die Inseln und Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer
Die Inseln und Halligen im Nordfriesischen Wattenmeer
links Oland, dahinter Langeneß; rechts Dagebüll und Amrun

Oland (dänisch Øland, friesisch Ualöön) ist eine Hallig im nordfriesischen Wattenmeer in der Nordsee. Oland gehört zur Gemeinde und Gemarkung Langeneß und damit zur Verwaltungsgemeinschaft Amt Pellworm. Bis zum Zweiten Weltkrieg war Oland eine selbstständige Gemeinde.

Geographie[Bearbeiten]

Oland im Jahr 1895

Oland ist 2,9 Kilometer lang und 500 bis 980 Meter breit. Die Fläche beträgt 2,01 km². Rund 20 Einwohner wohnen in 17 Häusern auf einer einzigen Warft, der Olandwarft. Oland hat eine Schule, eine Kirche, ein Gasthaus, ein Gemeindehaus mit Bücherei und den Leuchtturm Oland – dieses Leuchtfeuer ist das einzige reetgedeckte Leuchtfeuer Deutschlands. Im Zentrum der Hallig befindet sich ein historischer Fething (Viehtränke).

Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der heutigen Hallig gehört zu den nordfriesischen Uthlanden. Oland wurde schon in Waldemars Erdbuch als Insel geführt. Verwaltungstechnisch gehörte es zum alten Nordstrand. 1362 war es eine Hallig, das Kirchspiel blieb bestehen. Oland war noch bis 1634 mit der Hallig Langeneß verbunden, als die Burchardiflut die Verbindung zerstörte. Auch die Weihnachtsflut 1717 und die Februarflut 1825 verliefen verheerend. Im Jahr 1717 stand das Wasser zwei Fuß höher als 1634. Alle Häuser wurden mehr oder weniger beschädigt und auch die Mühle wurde zerstört. 1825 gingen von den 36 Wohnungen 33 unter. 1850 gab es nur noch zwei Warften: Warft und Pipe. Pipe wurde seither aufgegeben.

Schon im Jahr 1860 wurde Oland durch einen Damm zum ersten Mal mit dem Festland verbunden, der jedoch in jedem Winter durch Sturmfluten zerstört wurde. Erst der von 1925 bis 1927 gebaute Lorendamm nach Dagebüll hat bis heute Bestand und ist mit einem Lorengleis versehen, das weiter zur Hallig Langeneß führt. Auf dem Weg befinden sich Ausweichstellen, um entgegenkommenden Loren das Rücksetzen zu ersparen.

1941 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde Oland mit den beiden Gemeinden Nordmarsch (frühere Hallig Nordmarsch) und Langeneß (frühere Halligen Langeneß und Butwehl) zur neuen Gemeinde Langeneß zusammengelegt.

Auf Grund des Dammbaus konnten im Osten der Hallig (der dem Festland zugewandten Seite) Landzuwächse erzielt werden, die den bis zur Befestigung der Westseite der Hallig durch Sturmfluten ständig stattfindenden Landverlust wieder ausglichen.

Verkehr[Bearbeiten]

Oland wird im Sommer unregelmäßig von der Rungholt von Schlüttsiel aus angefahren. Tagestouristen können die Hallig damit erkunden. Eine weitere Möglichkeit sind Wattwanderungen von Dagebüll aus.

Der Lorendamm wird seit 2006 vom Amt für Ländliche Räume (LKN) saniert und stark verbreitert.

Kirche[Bearbeiten]

Die heutige Halligkirche von Oland ist eine Saalkirche aus dem Jahre 1824, die unter anderem den schweren Sturmfluten 1825 und 1962 trotzte. Der Kirchenraum ist sehr klein. Der Taufstein stammt aus romanischer Zeit. Die Figur, die das Kruzifix schmückt, hat ein ähnliches Alter. Das Kreuz selber wurde später erneuert. Der Altar ist klein und stammt aus neuerer Zeit.

Natur[Bearbeiten]

An der Küste Olands, vor allem im nördlichen und westlichen Teil, liegen große Salzwiesenflächen, die ein beliebtes Brutgebiet für Möwen und Limikolen sind. Eine potenzielle Gefahr für diese Vögel stellen Füchse dar, die über den Damm nach Oland gelangen könnten. Ein ironisches Verbotsschild auf der Festlandseite des Damms weist darauf hin.

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Jürgen Newig, Hans Thaede (Hrsg.): Tradition und Kultur an der deutschen Nordseeküste. Ellert & Richter, Hamburg 2001, ISBN 978-3-89234-981-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hallig Oland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien