Origin (Roman)

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Sagrada Família, September 2009 – einer der Hauptschauplätze des Romans; die zahlreichen Baukräne wurden aus dem Bild retuschiert.

Origin (englisch für „Ursprung“) ist ein Roman des US-amerikanischen Autors Dan Brown, der im Original am 3. Oktober 2017 erschienen ist.[1] Es handelt sich um den fünften Thriller in der Serie um den Symbologen Robert Langdon. Die gebundene deutsche Ausgabe ist im Verlag Bastei Lübbe am 4. Oktober 2017 erschienen[2] und enthält 670 Seiten.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Langdon, Professor für Symbologie an der Harvard University, wird von seinem ehemaligen Studenten und jetzigen Futurologen Edmond Kirsch in das Guggenheim Museum Bilbao zu einer großangelegten Präsentation eingeladen. Im Zuge dieser Präsentation, die zentrale Fragen der Menschheit – Woher kommen wir?Wohin gehen wir? – klären soll, passiert ein Attentat auf Edmond Kirsch, welches dieser nicht überlebt. Daraufhin sind Robert Langdon und Ambra Vidal (Leiterin des Museums und Verlobte des spanischen Thronfolgers) gezwungen aus dem Museum zu fliehen. Auf der Flucht werden mehrere Orte beleuchtet und sie führt die beiden Hauptfiguren nach Barcelona, genauer in die Sagrada Familia. Der Haupterzählstrang befasst sich mit den Ereignissen um Edmonds Präsentation, die mittels eines gesuchten 47 Zeichen langen Passworts der Welt zugänglich gemacht werden soll.

Schlussendlich kommen Langdon und Vidal an die letzte Präsentation des Wissenschaftlers heran und veröffentlichen diese. Die Antwort auf die Frage, wie das Leben auf der Erde entstanden ist, beantwortet Edmond Kirsch darin mit dem Streben der Natur nach Entropie (Unordnung). Demnach habe die Natur Leben entwickelt, um effizienter chaotische Zustände zu erreichen. Darüber hinaus hat der Erfinder entdeckt, dass die Menschheit in der jetzigen Form um das Jahr 2050 aussterben wird, weil sie sich weiterentwickelt (Transhumanismus).

Es stellt sich heraus, dass die Computerintelligenz Winston den eigenen Erfinder ermordete, um die Entdeckungen ihres Erfinders einem um ein Vielfaches größeren Publikum bekannt zu machen. Nach Winstons Berechnungen hatte der Erfinder aufgrund einer schweren Erkrankung ohnehin nur noch neun Tage zu leben und darum an Selbstmord gedacht. Somit fasst die künstliche Intelligenz den Mord als einen Akt der Gnade und ein verschmerzbares Opfer für das große Ganze auf.

Das Guggenheim-Museum Bilbao mit der Ria des Nervión in der Innenstadt Bilbaos (von Nordosten)

Hauptpersonen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Personen spielen in Origin eine Rolle:

Robert Langdon[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Robert Langdon ist Professor für Symbologie und Kunstgeschichte an der Harvard University.

Edmond Kirsch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Multimilliardär, Computerwissenschaftler und ehemaliger Student von Robert Langdon. Er wird während einer Präsentation seiner bahnbrechenden wissenschaftlichen Forschungsergebnisse von Luis Avila erschossen.

Ambra Vidal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leiterin des Guggenheim Museums in Bilbao. Verlobt mit dem spanischen Prinzen.

Winston[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine hochintelligente, selbstlernende, künstliche Intelligenz, geschaffen von Edmond Kirsch. Wie in vielen anderen Büchern und Filmen entscheidet sie treffsicher aber letztendlich fehlt Winstons Entscheidungen etwas Menschliches.

Prinz Julián[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infant (am Ende des Romans König) von Spanien. Er bereitet sich auf seine Thronbesteigung vor. Verlobte sich mit Ambra Vidal.

Bischof Valdespino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholischer Bischof im Königspalast von Madrid. Durch seine Freundschaft mit dem König von Spanien wurde er für Prinz Julián zu einem engen Familienmitglied.

Marineadmiral Luis Avila[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luis Avila, ein Mitglied der Palmarianisch-katholischen Kirche, tritt als Attentäter auf. Seine Lebensgeschichte wird in einem parallelen Erzählstrang immer wieder beleuchtet.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommerzieller Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt nach dem Erscheinen des Buches im Oktober 2017 konnte es sich auf Platz 1 der Spiegel Bestsellerliste platzieren, welche der Roman im weiteren Verlauf des Jahres insgesamt noch 9 Mal erreichte.[3] Mit seinem bisher erfolgreichsten Roman Sakrileg platzierte sich Brown insgesamt 50 Mal auf Platz 1, aber auch mit „Origin“ war er hinter Maja Lundes Überraschungserfolg Die Geschichte der Bienen mit ca. 350.000 verkauften Exemplaren eines der meistverkauften Bücher in Deutschland 2017.[4] Bei der Bewertung von den Nutzern des Webportals Krimi-Couch.de erreichte der Roman 64 von 100 Punkten, was den bisher niedrigsten Wert von Romanen dieses Autors beim Leserportal darstellt.[5]

Zeitgenössische Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In allen Kritiken der deutschsprachigen Medien wird darauf verwiesen, dass der Autor auch in seinem 5. Buch aus der Robert Langdon Reihe sein bewährtes Prinzip anwendet, in welchem der Leser im Kampf für die Aufklärung, durch eine Art Schnitzeljagd ins Umfeld von kulturellen Sehenswürdigkeiten eines bestimmten Landes geführt wird, um Geheimnisse zu lösen.

Thomas Steinfeld in der Süddeutschen Zeitung vergleicht den Stil dazu noch mit einem Computerspiel, in welchem man auch ständig Probleme beseitigen muss, um das nächste Level zu erreichen.[6] Dabei fällt Wieland Freund von der Welt auf, dass diesmal bei der Thematik über die Ermittlung des Ursprungs der Menschheit auf Grundlage der theoretischen Physik, gar keine kunsthistorischen Entschlüsselungen notwendig wären.[7] Wie Freund, findet auch Wiebke Porombka in der Zeit, dass sich der Autor in seinen Entschlüsselungen zu den großen Menschheitsrätseln zu ernst nimmt und es vermissen beide den eher humoristischen Lösungsansatz, wie in Per Anhalter durch die Galaxis.[8]

Irene Bilal im Deutschlandfunk sieht zwar eine recht schablonenhafte Geschichte, findet aber Browns altes Rezept wieder höchst unterhaltsam präsentiert.[9] Für die Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Rose-Maria Gropp ist der ambitionierte Thriller über nichts Geringeres als den Ursprung der Menschheit und des Lebens überhaupt nicht schiefgegangen, sondern sie sieht auch aktuelle gesellschaftliche Bezüge, so schreibt sie: In „Origin“ geht es wesentlich auch um Fanatismus, aber Brown vermeidet jeden direkten Bezug auf den islamistischen Terror, wie er gerade in Barcelona mit dem Anschlag auf die Ramblas im vergangenen August stattfand. Er spielt freilich auf die Motive religiösen und ideologischen Wahns an. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Spanien, der Zerrissenheit durch den katalanischen Separatismus, ist das Schicksal der spanischen Monarchie aus der Tradition der Reyes Católicos heraus, das in „Origin“ mitverhandelt wird, eher eine nostalgische Petitesse. Aber niemand hat je ernsthaft vermutet, dass Dan Brown historische Romane schreibt, und „Origin“ unterhält ziemlich gut; das ist schon eine ganze Menge.[10] Beide letztgenannten Rezensentinnen beenden dabei ihre Kritik mit einer sophistischen Feststellung des Romans: Wenn die Naturgesetze so umfassend sind, dass sie ausreichen, um Leben zu erschaffen – wer hat dann die Naturgesetze erschaffen?

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Origin. Abgerufen am 7. Januar 2018.
  2. Dan Brown - Origin. Abgerufen am 7. Januar 2018.
  3. Bestseller Hardcover, Buchreport, abgerufen am 26. Februar 2018
  4. Das sind die meistverkauften Bücher des Jahres 2017, Börsenblatt, 3. Januar 2018, abgerufen am 26. Februar 2018
  5. Autor Dan Brown, Krimi-Couch.de, abgerufen am 26. Februar 2018
  6. Sightseeing schadet dem Verstand, Süddeutsche Zeitung, 4. Oktober 2017, abgerufen am 26. Februar 2018
  7. Dan Brown kennt das Passwort Gottes, Die Welt, 4. Oktober 2017, abgerufen am 26. Februar 2018
  8. Die Superformel fürs Glück, Die Zeit, 23. Oktober 2017, abgerufen am 26. Februar 2018
  9. Auf Lösungssuche mit Künstlicher Intelligenz, Deutschlandfunk, 5. Oktober 2017, abgerufen am 4. März 2018
  10. Ein bisschen Erbauung schadet nie, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Oktober 2017, abgerufen am 20. Oktober 2017