Oswald Hauser

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Oswald Hauser (* 9. November 1910 in Altona; † 9. Dezember 1987 in Kiel) war ein deutscher Philologe und Historiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauser wurde 1910 als Sohn eines Reichsbahnbeamten und seiner Frau geboren. Er studierte Deutsch, Geschichte, Englisch und Philosophie in Marburg, München, Hamburg und Kiel. Zunächst begann er an der Philipps-Universität Marburg. Im Sommersemester 1929 wurde er bei der Burschenschaft Hercynia aktiv, die später mit der Marburger Burschenschaft Rheinfranken verschmolz. Später wechselte er an die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Er machte 1935 in Marburg das Staatsexamen für das Höhere Lehramt und wurde 1936 an der Philosophischen Fakultät mit der Dissertation Gustav Frenssen als niederdeutscher Dichter. Untersuchungen zu Landschaft und Volkstum seiner Heimat zum Dr. phil. promovierte. Seit 1937 war er Studienrat am Alten Gymnasium Flensburg.

1939 als Reserveoffizier zur Wehrmacht einberufen, wurde er im Westfeldzug und im Deutsch-Sowjetischen Krieg eingesetzt. Zuletzt war er Hauptmann.

Am 8. Februar 1950 habilitierte er sich an der Philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel für Mittlere und Neuere Geschichte mit der Arbeit Spannungen in der englisch-russischen Entente und Möglichkeiten der deutschen Aussenpolitik vor dem ersten Weltkrieg und wurde Privatdozent. Am 1. April 1952 als Studienrat nach Kiel versetzt, unterrichtete er bis 1959 an der Kieler Gelehrtenschule. 1959 wurde er Professor und Wissenschaftlicher Rat am Historischen Seminar der Christian-Albrechts-Universität.

Die RWTH Aachen berief ihn am 30. November 1964 auf den Lehrstuhl für Neuere Geschichte; Hauser nahm den Lehrauftrag in Kiel aber weiterhin wahr. Er war zudem Gastprofessor an der Dalhousie University in Halifax (Nova Scotia) und am St Antony’s College der University of Oxford. In Aachen wurde er am 1. April 1979 emeritiert.

Er war Leiter der Deutsch-französischen Historiker- und Geschichtslehrerkommission und Vorstandsmitglied der Ranke-Gesellschaft und der Preußischen Historischen Kommission (Vorsitzender von 1977 bis 1987). 1976 wurde er korrespondierendes Mitglied der Académie d'Aix-en-Provence.

Hauser, evangelischer Konfession, war verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Frenssen als niederdeutscher Dichter. Untersuchungen zu Landschaft und Volkstum seiner Heimat (= Form und Geist. Band 40). Eichblatt, Leipzig 1936.
  • Deutschland und der englisch-russische Gegensatz 1900–1914 (= Göttinger Bausteine zur Geschichtswissenschaft. Band 30). Muster-Schmidt, Göttingen u. a. 1958.
  • Preussische Staatsräson und nationaler Gedanke. Auf Grund unveröffentlichter Akten aus dem Schleswig-holsteinischen Landesarchiv. Mit einem Dokumentenanhang (= Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins. Band 42). Wachholtz, Neumünster 1960.
  • Staatliche Einheit und regionale Vielfalt in Preussen. Der Aufbau der Verwaltung in Schleswig-Holstein nach 1867. Wachholtz, Neumünster 1967.
  • (Hrsg.): Politische Parteien in Deutschland und Frankreich, 1918–1939. 10 Vorträge. F. Steiner, Wiesbaden 1969.
  • (Hrsg.): Weltpolitik. Für die Ranke-Gesellschaft. Mehrbändig, Musterschmidt, Göttingen u. a. 1973 ff.
  • (Hrsg.): Geschichte und Geschichtsbewusstsein. 19 Vorträge. Für die Ranke-Gesellschaft. Muster-Schmidt, Göttingen u. a. 1981, ISBN 3-7881-1735-4.
  • (Hrsg.): Vorträge und Studien zur preussisch-deutschen Geschichte (= Neue Forschungen zur brandenburg-preussischen Geschichte. Band 2). Böhlau, Köln u. a. 1983, ISBN 3-412-10782-4.
  • (Hrsg.): Zur Problematik "Preussen und das Reich" (= Neue Forschungen zur brandenburg-preußischen Geschichte. Band 4). Böhlau, Köln u. a. 1984, ISBN 3-412-06483-1.
  • (Hrsg.): Preussen, Europa und das Reich (= Neue Forschungen zur brandenburg-preußischen Geschichte. Band 7). Böhlau, Köln u. a. 1987, ISBN 3-412-05186-1.
  • (Hrsg.): Friedrich der Grosse in seiner Zeit (= Neue Forschungen zur brandenburg-preußischen Geschichte. Band 8). Böhlau, Köln u. a. 1987, ISBN 3-412-08186-8.
  • (Hrsg.): Das geteilte Deutschland in seinen internationalen Verflechtungen. 15 Vorträge. Für die Ranke-Gesellschaft. Muster-Schmidt, Göttingen u. a. 1987, ISBN 3-7881-1745-1.
  • mit Waltraud Hunke, Wolfgang J. Müller: Das Haus Glücksburg und Europa. Mühlau, Kiel 1988, ISBN 3-87559-058-9.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]